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[ aus: So oder So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 15 - Mai/Juni
2005 ]
Gesetz zum Folter-Verbot gescheitert
(14.01.05) - Das Weiße Haus bekräftigte, dass die
Regierung "Folter nicht unterstützt und Präsident
Bush niemals" deren Anwendung anordnen würde. Trotzdem
drängte der Präsident den Kongress dazu, auf ein
geplantes neues Gesetz zu verzichten. Der Entwurf sah vor,
Folter und generell inhumane Behandlung von Gefangenen durch
Geheimdienstoffiziere ausdrücklich zu untersagen. Außerdem
sollte die CIA verpflichtet werden, Ausschüssen von Senat
und Abgeordnetenhaus über Verhörmethoden Bericht
zu erstatten. Außenministerin Condoleezza Rice schrieb
in einem Brief an die Opposition, das Gesetz würde ausländischen
Gefangenen Schutz garantieren, das ihnen unter geltendem Recht
nicht zu stünde.
Anti-Folter-Komitee rügt britische Gefängnisse
(03.03.05) - Das Anti-Folter-Komitee des Europarats hat die
Haftbedingungen in einigen britischen Gefängnissen bemängelt.
Neben Überbelegung und Mängeln in der materiellen
Ausstattung der Gefängnisse, sei es mehrfach zu Gewalt
und schlechter Behandlung von Gefangenen gekommen, stellt
das Komitee fest.
Wird Abu-Ghraib geschlossen?
(07.03.05) - Das US-Militär erwägt nach häufigen
Angriffen Aufständischer auf das durch den Folterskandal
bekannt gewordene Abu-Ghraib-Gefängnis bei Bagdad, die
Verlegung von Häftlingen an einen anderen Ort. Das Gebäude
könnte dann zur Inhaftierung gewöhnlicher Krimineller
genutzt werden.
"Rendition"- System
(10.03.05) Der US-Geheimdienst hat seit 2001 bis zu 150 Gefangene
an Länder ausgeliefert, in denen gefoltert wird wie Syrien,
Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Afghanistan und Pakistan.
Mehrere Männer, die etwa an Syrien oder Ägypten
übergeben worden waren, haben von schweren Folterungen
berichtet. Nach diesen Erkenntnissen lässt die CIA weltweit
Menschen entführen und verhören. Meistens verschwinden
sie spurlos.
Diese Methode hat einen Namen: Rendition heißt etwa
Übertragung und bezeichnet das geheime US-Programm, bei
dem Gefangene außerhalb des Rechtswegs weltweit entführt,
verschleppt, festgehalten oder ausgetauscht werden. Begonnen
wurde dieses Programm laut Ex-CIA'ler Michael Scheuer 1995.
Damals wurde ein angeblicher ägyptischer Terrorist in
Kroatien entführt und den ägyptischen Behörden
übergeben. Der ehemalige CIA-Direktor George Tenet gab
an, dass bis zum 11.9.2001 weltweit rund 70 Menschen gekidnappt
wurden. Das musste noch einzeln vom Weißen Haus genehmigt
werden. Danach erteilte Präsident George W. Bush für
solche Operationen in einer geheimen Direktive eine Generalvollmacht.
Misshandlung, Folter, Tod: Keine Strafe für Frankreichs
Polizisten?
(07.04.05) - Wenn französische Polizisten Menschen misshandeln,
foltern oder gar töten, haben sie wenig zu befürchten.
Hohe Polizeibeamte, Richter und Staatsanwälte decken
den Gewaltmissbrauch und behindern die Ermittlungen - besonders
dann, wenn die Misshandelten arabischer oder afrikanischer
Herkunft sind. In Frankreich herrscht de facto Straflosigkeit
für Polizisten, die Menschenrechte verletzen. Über
einen Zeitraum von 14 Jahren wurden rund 30 Fälle verfolgt.
In einem Bericht sind 18 Fälle dokumentiert, darunter
fünf Fälle von tödlichem Schusswaffengebrauch
und weitere fünf Fälle von Tod in Polizeigewahrsam.
Gerade bei Personalienfeststellungen geht die Polizei äußerst
brutal vor. Typisch sind Schläge mit Fäusten oder
Knüppeln, die zu gebrochenen Nasen, Augenverletzungen,
Prellungen und anderen Verletzungen führten. Polizei,
Staatsanwalt und Gerichte verweigern oder verzögern eine
ordentliche Untersuchung der Vorfälle und die strafrechtliche
Verfolgung der mutmaßlichen Täter in Uniform.
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