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[ aus: So oder So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 15 - Mai/Juni
2005 ]
Baskenland: 700 politische Gefangene im Hungerstreik
(15.03.05) - Nach seit Januar andauernden Protestaktionen
in verschiedenen Gefängnissen gingen erneut 700 baskische
politische Gefangene in den Hungerstreik. Insbesondere verlangten
sie, dass der politische Status anerkannt und die Gefangenen
ins Baskenland (zurück) verlegt werden. Das Kollektiv
der Politischen Gefangenen EPPK forderte von der spanischen
und französischen Regierung ein Ende der "Verschleppungen",
durch die Gefangene über beide Staaten zerstreut würden.
Seit Mitte der 1980er Jahre werden baskische Gefangene in
weit vom Baskenland entfernte Gefängnisse verschubt,
um sie von ihren familiären und gesellschaftlichen Bindungen
zu isolieren. Der Hungerstreik begann ein Jahr nach Antritt
der PSOE-Regierung. Obwohl sie Dialogbereitschaft signalisiert,
sind heute mehr Basken aus politischen Gründen im Gefängnis
als zu Zeiten des Diktators Franco. Legale baskische Organisationen
und Parteien, wie Heri Batasuna sind genauso verboten wie
baskische Zeitungen. Gegenwärtig findet eine Kette von
Massenprozessen gegen Angehörigen- und Solidaritätsorganisationen
statt. Auf die Proteste antwortete Frankreich und Spanien
mit Disziplinarstrafen. Auch die Kommunikation unter den Gefangenen
und mit ihren Angehörigen wurde unterbunden und verschärfte
Isolation angeordnet.
BRD: §129-Durchsuchungen wegen Wasserturm
(16.03.05) - In Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern durchsuchten
Beamte des Staatsschutzes zehn Objekte wegen des Vorwufs der
Bildung einer "kriminellen Vereinigung" (§
129 StGB). Anlass waren militante Aktionen am 3./4.03.2005
gegen das Wasserturmprojekt im Hamburger Schanzenpark. Konkret
geht es um die Brandstiftung am Carport eines Hotels, um Sachbeschädigungen
an einem Haus und am Bezirksamt Eimsbüttel, jeweils in
Hamburg, und an einem Hotel in Lübeck. Es entstand hoher
Sachschaden. Ermittelt wird gegen fünf Männer und
zwei Frauen im Alter von 18 bis 31 Jahren. Die Beschuldigten
wurden nach den Durchsuchungen erkennungsdienstlich behandelt,
anschließend aber freigelassen. Bei der Razzia sollten
insbesondere Mineralwasserflaschen einer bestimmten Marke
aufgefunden werden, weil diese angeblich ein Mittel der Tatbegehung
waren.
In dem Wasserturm im Schanzenpark soll ein Luxus-Hotel gebaut
und dafür auch die Drogen- und migrantische Szene vertrieben
werden.
Frankreich: Hakenkreuze an Moschee
(18.03.05) - Fünf Hakenkreuze und rassistische Sprüche
wurden an einer Moschee im Elsass entdeckt. Seit dem Kopftuch-Erlass,
der in Frankreich das Tragen des Kopftuchs in öffentlichen
Institutionen verbietet, nehmen die rassistischen Übergriffe
auf die moslemische Bevölkerung zu.
Chile: Straßenkinder Opfer polizeilicher Gewalt
(29.03.05) - In Santiago de Chile wurden Straßenkinder
erneut Opfer polizeilicher Gewalt. Das Centro de Investigación
y Desarrollo Tecnológico y Social enthüllte, dass
in den vergangenen Monaten immer mehr Gewalt angewendet wurde,
um Straßenkinder zu vertreiben, die am Rand des Flusses
Mapocho und unter der dortigen Brücke wohnen. Demnach
wurden die Kinder von der Polizei und anderen städtischen
Sicherheitskräften durch Schläge und Brandstiftung
aus ihren Unterkünften vertrieben. Erst kürzlich
hatten Polizisten das Holzhaus von Jugendlichen mit Benzin
übergossen und angezündet. In dem Haus habe jedoch
ein Kind geschlafen, das nur gerettet werden konnte, weil
einer der Jungen in die brennende Behausung gelaufen sei,
um es herauszuholen. Nach einigen Stunden seien wieder städtische
Sicherheitskräfte zum Flussufer zurückgekommen und
hätten auf die Kinder eingeschlagen.
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