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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 15 - Mai/Juni 2005 - Seite 8/9
Eine kleine Einführung in die Welt der elektronischen Proteste.
Von Anne Morell / Libertad!

Online-Aktivismus: Vom virtuellen Sit-in bis zur digitalen Sabotage
[ Inhalt Nr. 15.]


SO ODER SO - EXTRA ZUM PROZESS GEGEN LIBERTAD! WEGEN DER ONLINE-DEMONSTRATION GEGEN LUFTHANSA 2001

[ aus: So oder So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 15 - Mai/Juni 2005 ]

"Als virtuell gilt die Eigenschaft einer Sache, die zwar nicht real ist, aber doch in der Möglichkeit existiert; Virtualität spezifiziert also ein konkretes Objekt über Eigenschaften, die nicht physisch, aber doch in ihrer Funktionalität vorhanden sind." (Wikipedia eLexikon)


Salzburg, Göteborg, Genua - wo immer die Elite aus Wirtschaft und Politik im neuen Jahrtausend sich zu einer Tagung zusammenfand, das gleiche Bild: schwerbewaffnete Ordnungskräfte, abgeschirmte Kongresshallen, davor die Wracks umgestürzter Autos, wütende Demonstrant/innen und gepanzerte Polizisten. Aber die Serie von Großdemonstrationen gegen die neoliberale Wirtschaftsordnung wird auch regelmäßig von Netzaktionen begleitet: Beispielsweise während der Tagung des Internationalen Währungsfonds IMF im September 2000 in Prag, bei der die Federation of Random Action aus Frankreich und die australische Gruppe S11 ein virtuelles Sit-in auf deren Webseiten veranstaltete. Und als die schweizerische Polizei, aufgeschreckt durch die Szenen in der tschechischen Hauptstadt, im Januar 2001 das Weltwirtschaftsforum in Davos vorsorglich hermetisch abriegelte, durchbrachen anonyme Hacker symbolisch die Absperrung: Aus einem Hotelcomputer stahlen sie Kreditkartennummern der teilnehmenden Staatspräsidenten und Wirtschaftskapitäne, darunter pikanterweise auch jene des Microsoft-Chefs Bill Gates.

Zapatistische Netzaktionen

Dass eProtest die unweigerliche Antwort auf eCommerce und eGovernment sein wird, ist erst in der Zeit der gesellschaftlichen Verallgemeinerung des Internetzugangs vorstellbar geworden: Chatrooms und allerlei Interaktivität machen die Erkenntnis nachvollziehbarer, dass die Welt im Internet nicht nur eine Repräsentationsfläche findet, sondern Cyberspace eine weitere gesellschaftliche Sphäre sein könnte. Der virtuelle Raum wird, die beschleunigte Abstraktion gesellschaftlicher Beziehungen ausdrückend, zum neuen Marktplatz - und zur weiteren Arena sozialer und politischer Konflikte.

Noch vor zehn Jahren war eine Cyberkonferenz mitsamt virtueller Gegendemonstrationen Science Fiktion. Der Aufruf zum "Elektronischen Zivilen Ungehorsam", den die US-amerikanische Künstler/innengruppe Critical Art Ensemble 1993 verfasste, las sich dementsprechend prophetisch: "Die Macht der Elite, die ihre nationale und urbane Basis verlassen hat, um auf elektronischen Pfaden zu wandeln, kann nicht durch Strategien gebrochen werden, die von Auseinandersetzungen zwischen materiellen Kräften ausgehen. Die architektonischen Monumente der Macht sind leer (...). Diese Orte können eingenommen werden, aber das wird nicht den nomadischen Fluss unterbrechen."

Der theoretische Impuls zur Virtualisierung politischer Aktion kam aus den USA, das erste dokumentierte virtuelle Sit-in aber veranstaltete das italienische strano.net. Mit mäßigem Erfolg - das Internet war noch kein Massenmedium - protestierte man 1995 gegen französische Atomtests auf dem Pazifikatoll Mururoa. Drei Jahre später waren es wiederum US-Amerikaner/innen, die eine Anregung der italienischen Pionier/innen aufnahmen und das erste Script für virtuelle Sit-ins schufen. In Reaktion auf ein paramilitärisches Massaker gegen aufständische Zapatist/innen sollte die Webseite des mexikanischen Präsidenten durch wiederholtes, zeitgleiches und massenhaftes Aufrufen überlastet werden.

Die aus dem Critical Art Ensemble hervorgegangene Netzkunstgruppe Electronic Disturbance Theater (EDT) automatisierte dieses Grundprinzip durch ein einfaches JavaScript namens "Zapatista Tactical Floodnet System" - die anvisierte Webseite wurde nun automatisch und permanent in drei parallelen Fenstern geladen. Eine weitere Neuerung des Floodnet war das Ausnutzen der 404-Funktion, die User/innen anzeigt, dass eine angefragte Internetseite nicht vorhanden sei. Mit dem Floodnet-script konnten Online-Demonstrant/innen den Server der mexikanischen Regierung systematisch nach Dateien wie "justice.html" fragen, um die 404-Funktion dazu zu zwingen, ein politisches Statement "justice.html is not found on this server" herauszugeben.

Cyberwar

Die Sit-ins mit dem Zapatista Floodnet waren nicht auf das Zerstören von Servern ausgerichtet. Die EDT-Aktivist/innen legten vielmehr Wert darauf, dass sie weder Daten und Hardware beschädigten noch in geschlossene Systeme eindrangen. Die massenhaft verteilten Anfragen sollten zu einer Störung des Datenflusses führen, der die globale Unterstützung für die Aufständischen elektronisch symbolisieren und Medienaufmerksamkeit für deren Anliegen erzeugen sollte. 1998 begann das EDT mit dieser Konzeption eine Serie von Sit-ins gegen die mexikanische Regierung, die allerdings auf einen Diskurs trafen, der seinen Weg aus militärischen Think Tanks über universitäre Symposien in die Massenmedien gefunden hatten: information warfare.

Seitdem das Pentagon 1995 den Cyberspace neben Luft, Land, Wasser und dem Weltraum offiziell zum "battleground" erklärt und dementsprechende Kampfeinheiten aufgebaut hatte, ging ein Gespenst um in den Medien: cyberterrorism. Philippinische Teenager, die mit ein paar Befehlszeilen die amerikanische Wirtschaft lahm legen und islamistische Terroristen, die aus den Bergen Afghanistans die Kontrolle über Atom-U-Boote übernehmen - kein Szenario schien zu dramatisch.

Diese Tendenz wurde noch verstärkt, als das EDT im September 1998 während des ars electronica Festivals zum Thema "information.macht.krieg" ein Sit-in auf den Servern der Frankfurter Wertpapierbörse, des Pentagon und der mexikanischen Regierung veranstaltete. Jetzt schlugen die Krieger zurück: die US-Armee hatte ein "hostalapplet" programmiert, das für jeden Zugriff auf die Pentagon-Seite ein neues Browserfenster auf den feindlichen Rechnern öffnete, die in kurzer Zeit abstürzten. Kommentatoren wie der Infowar-Spezialist Winn Schwartau sahen darin - juristisch nicht abwegig - eine "verbotene Kriegshandlung gegen US-amerikanische Zivilisten".

Denial of Service

Armageddon! "Die Anarchisten der Zukunft werfen ihre unsichtbaren und zerstörerischen Bomben ab". Das neue Jahrtausend war gerade angebrochen, da sahen die Kommentarschreiber die Neue Weltordnung in Lebensgefahr. Vielleicht klangen die Typenbezeichnungen der Bomben - "trin00", "Stacheldraht" und "Tribal Flood Net"- furchterregend, doch handelte es sich um einfache Scripts für "Distributed Denial of Service-Attacks", mit denen im Februar 2000 kommerzielle Anbieter wie yahoo oder amazon aus dem Netz geschossen worden waren. Anonyme Cracker waren in schlecht geschützte fremde Rechner eingedrungen und hatten die Scripts dort platziert. Zeitgleich ferngestartet, attackierten sie anschließend die Webserver der eCommerce-Portale mit massiven Anfragewellen. Und diese Bomben konnte sich, was die Gemüter nicht eben beruhigte, tatsächlich jeder Teenager herunterladen.

"Denial of Service", das beschreibt nicht mehr als das Geschehen, wenn ein Server durch Überlastung außer Funktion gesetzt wird, stieg über Nacht zum Synonym für eine allgemeine Bedrohung der Internet-Sicherheit durch unsichtbare "Hacker" auf. Mit "Distributed Denial of Service Attack" ist auch das virtuelle Sit-in technisch korrekt beschrieben. Die electrohippies allerdings wollten mit den Crackern nichts zu tun haben und skizzierten in einem Text: "Distributed Denial-of-Service: terrorist act or valid campaign tactic?" die Charakteristika, die virtuelle Sit-ins von anonymen Serverattacken unterscheiden: Während ein einzelner Cracker durch das Benutzen fremder Groß-Rechner einen Server abschießen könne, beruhten die Sit-ins auf der politischen Entscheidung tausender User/innen, die "mit ihren Modems abstimmen", so die britischen Aktivist/innen. Zusätzlich hoben die electrohippies hervor, dass politische Netzaktionen nicht anonym, sondern der Öffentlichkeit angekündigt, ihre Ziele und die Organisator/innen genannt werden.

Online-Demonstration

Am 1. Januar 1999 hatte das EDT den Quelltext des Zapatista Floodnet veröffentlicht. Dank des Softwarebaukastens "Disturbance Developer Kit" war es unter sozialen Bewegungen und linken politischen Gruppen zu einer rasanten Zunahme virtueller Sit-ins gekommen: queer nation protestierten online gegen die Schwulenhasser godhatesfags.com, die Animal Liberation Front setzte Pharmakonzerne unter Druck, US-Stadtteilgruppen veranstalteten virtuelle Blockaden der Starbucks-Kaffeehäuser. Trotz dieser Verbreiterung und trotz der Bemühungen, dem elektronischen Protest demokratische Legitimität zu verleihen, blieb das Stigma des Cyberterrorismus an den Online-Aktivist/innen haften. Die electrohippies, die gängige Datenverschlüsselung ablehnen, weil es ihnen den Ruf von Geheimniskrämerei einbringen könnte, müssen gar ein britisches Gesetz vom Februar 2001 fürchten, das ihre Aktionen tatsächlich zu "virtuellem Terrorismus" erklärt. Diese beunruhigenden wie faszinierenden Konnotationen steigerten die öffentliche Wahrnehmung immens - eine digitale Unterschriftensammlung hat schließlich so wenig Newswert wie eine Mahnwache.

Dass die Mechanismen des kapitalistischen Informationsmarktes den Aktivist/innen nicht fremd sind, zeigten "kein Mensch ist illegal" und Libertad! mit der Online-Demo gegen die Lufthansa AG. Als am 20. Juni etwa 10.000 Online-Demonstrant/innen auf die Lufthansa-Seiten losgingen, war schon nach wenigen Minuten das Breitbandnetz der Fluglinie überlastet. Die Netzwerktechniker der größten deutschen Fluglinie hatten in der Folge alle Mühe, zumindest die graphische Oberfläche der Webseite aufrechtzuerhalten.

Statt wie bei bisherigen Online-Demonstrationen statische Webseiten abzufragen, attackierte die von kein "mensch ist illegal" und Libertad! entwickelte Online Protest Software zusätzlich interaktive Seiten: automatisch wurden tausende Kundenprofile generiert, mit denen Demonstrant/innen auf Lufthansa-Datenbanken zugriffen. Politisch ähnelte die interaktive Demonstrationstechnik einem unsichtbaren Theater: hatte man bislang draußen an die Tür geklopft, so waren die Demonstrant/innen jetzt ins Reisebüro eingetreten, wo nun 500 statt fünf Kund/innen nach Flugverbindungen fragten - eine weitaus höhere Belastung des Servers.

Hacktivism

Inspiration hatten die Abschiebegegner/innen unter anderem im domainname-Konflikt zwischen dem Online-Spielwarenversand etoys.com und der Schweizer Künstler/innengruppe etoy.com gefunden. Als das eCommerce-Unternehmen sich im Herbst 1999 vor Gericht anschickte, die fremde Domain an sich zu reißen, fand sich eine Koalition von Künstler/innen und Aktivist/innen zu einer wochenlangen Netzschlacht zusammen, um das Recht der Kunst gegen die Macht des Geldes zu verteidigen. In einem als virtuelles Spiel konzipierten "toywar" wetteiferten "toywar agents" darum, das feindliche Portal mit möglichst ausgeklügelten und originellen Kampagnen unter Druck zu setzen. Mit Erfolg: nachdem der Aktienkurs des an der Technologiebörse NASDAQ gelisteten Spielwarenversandes um 75% gefallen war, zog etoys seine Klage im Februar 2000 zurück und musste kurz darauf Konkurs anmelden. Der toywar gilt seitdem als Meilenstein des Netzaktivismus.

Zusätzlich werden weltweit mehr und mehr Webseiten gecrackt, um dort politische Botschaften zu hinterlassen: Im Juli 2001 etwa stellten irisch-republikanische Aktivist/innen ein Manifest auf britische Regierungswebseiten, eine Woche später versahen anonyme Antifaschist/innen die Portraits von Jörg Haider auf einer FPÖ-Webseite mit Hitlerbärtchen. Für diese Verschmelzung verschiedener Praktiken des Online-Protestes, von der die Pionier/innen des EDT einst als "Politisierung der Hacker und technologische Alphabetisierung der Linken" träumten, hat sich mit "hacktivism" - einem Hybrid aus "activism" und "hacking" - ein eingängiger Begriff gefunden.

Digitale Spaltung

Die Sit-ins gegen die WTO oder die Lufthansa waren stets als Unterstützung von Demonstrationen in den Strassen konzipiert. Eine Tatsache, die der Überzeugung der Online-Aktivist/innen Rechnung trug, ihre Aktionen sollten Straßenproteste nicht ersetzen, sondern verstärken. Auch die attackierten Webseiten, etwa die der mexikanischen Regierung, waren keine reinen Datenexistenzen, sondern vielmehr virtuelle Repräsentationsflächen von Organisationen, deren Zwecke und wesentlichen Funktionen jenseits der Computernetze liegen. Der toywar dagegen war ein Konflikt, dessen wesentlichen Akteure, Bezugspunkte und Austragungsformen virtuell waren und damit einen Blick in die nahe Zukunft zunehmend virtualisierter gesellschaftlicher Beziehungen ermöglichen könnten.

Ein Thema, das en vogue ist. So warnt auch die deutsche Bundesregierung seit einigen Jahren beständig vor der digitalen Spaltung der Gesellschaft. Und das sollte durchaus misstrauisch stimmen. Denn der offizielle Diskurs verstellt den Blick dafür, dass der beklagte "digital divide" im Netz selbst als elektronische Reproduktion des entfesselten Globalkapitalismus stattfindet, der schließlich dafür gesorgt hat, dass in Afrika die durchschnittliche Entfernung zum nächsten Telefonanschluss fünf Kilometer geblieben ist. Für die Global Players ist das Internet allein interessant als billiger Vertriebsweg, der heute noch zu subventionieren und mit Attributen der Konsumentendemokratie aufzuladen ist. Aus jener Perspektive ist die Mühe um Modems für die Armen, wie es selbst die Weltbank propagiert, zwar im Ergebnis zu begrüßen, aber doch ein wenig kitschig - geht es jetzt doch um die Erschließung des künftigen Kunden, dem sich das Zugangskriterium auf den Markt der Möglichkeiten noch erschließen wird als Abfrage der Zahlungsfähigkeit.

Virtueller Klassenkampf?

Der neue Marktplatz und sein politisches Umfeld wollen abgesichert sein. Dementsprechend eng sind staatliche Behörden und Konzerne in Gremien wie der deutschen "Kommission zum Schutz kritischer Infrastrukturen" verflochten. Während hier Wirtschaftsvertreter/innen und Polizeibehörden gemeinsam Gesetze und Sicherheitskonzepte entwerfen, sind Datenschutz und gewerkschaftliche Mitsprache kein Thema bei der digitalen Politikberatung. Cybercrime-Abkommen, Zensurfilter und Internet Task Force klingen - ganz richtig - wenig nach Demokratie, sondern zeigen an: die Mächtigen rüsten sich für schwerwiegende Auseinandersetzungen im Internet. Und selbst wenn man alle Visionen in Sachen Cyberterrorismus oder virtueller Klassenkampf um den Hype des Neuen zurückstutzen muss: hacktivism, knapp 100 gecrackte Webseiten täglich und TausendeDoS-Attacken im Jahr weisen in die gleiche Richtung.

Inzwischen finden auch zwischenstaatliche Konflikte - wie kaum anders zu erwarten - ihren Widerhall im Netz: arabische und israelische Hacker lieferten sich spätestens seit Ausbruch der 2. Intifada eine regelrechte Schlacht, in deren Verlauf 160 Webseiten gecrackt wurden. Als im Mai 2001 anlässlich der Spannungen zwischen China und den USA eine ähnliche Auseinandersetzung begann, sah das führende Computermagazin "wired" deshalb gleich den "Cyber World War I" ausbrechen - außer einer wehenden roten Fahne auf der gecrackten Pentagon-Webseite gab es dafür allerdings wenig Anhaltspunkte. GIF-Animationen auf gecrackten Webseiten unterbrechen in der Regel keine militärische Kommunikation und haben mehr mit Graffititags gemein als mit jenen Graphitbomben, die im Krieg 1999 das Belgrader Stromnetz außer Kraft setzten. Die martialische Bebilderung verleiht den Aktionen erst die intendierte Wirkung und verstellt gleichzeitig den Blick dafür, dass es um symbolische Landnahme geht, die eben mit Bildern operiert und semiologisch ihre Wirkung entfaltet - was nicht unbedingt weniger gefährlich sein muss. Als yahoo und amazon offline waren, fürchteten sie nicht die zu vernachlässigenden Umsatzeinbussen durch momentane Nichterreichbarkeit, die durch Überlastungen ohnehin ab und zu auftreten. Der Schaden der virtuellen Attacke bestand im Bild der Verletzlichkeit des eCommerce, das sofortige Auswirkung auf Aktienkurs und Werbeeinnahmen zeitigte.

Obwohl sich niemand zu diesen Aktionen bekannte und ein Ziel nirgendwo angegeben wurde, waren sich viele Medien darin einig, dass solcher Vandalismus irgendwie als Protest gegen die Kommerzialisierung des Internet aufzufassen sei. Die Zerstörung der blinkenden Oberfläche des elektronischen Kapitalismus ruft den gleichen Effekt hervor, wie ihn die eingeschlagene Schaufensterscheibe in den Zeiten der "Scherbendemos" hatte.

Hacktivism sollte also an der Tagesordnung sein. Deshalb aber sind Straßenkampf und Flugblätter keine Relikte vergangener Zeiten. Denn die unerbittliche Hardware der Verhältnisse kann auch zukünftig nicht allein mit einer Strategie, die allein von Auseinandersetzungen zwischen immateriellen Kräften ausgeht, gebrochen werden.


Diese Einführung in die Möglichkeiten digitalen Protestes stammt aus der Auseinandersetzung und Vorbereitung der Online-Demonstration. Der Text erschien zuerst 2001 in der Mainzer Zeitung "comunfarce".

Für diesen Abdruck wurde er, auch wegen Überschneidungen mit dem Kommentar der autonome a.f.r.i.k.a.-gruppe, um entsprechende Passagen gekürzt. Die vollständige Fassung ist hier zu finden: http//www.libertad.de/online-demo.
Gedruckt erscheint er demnächst zusammen mit anderen Texten zu dieser Thematik und zum Online-Demo-Prozess in einem Reader.

Von der autonome a.f.r.i.k.a.-gruppe ist erschienen:
Stolpersteine auf der Datenautobahn? Politischer Aktivismus im Internet. In: Amann, Marc (Hg.): go. stop. act! Die Kunst des kreativen Straßenprotests. Frankfurt/M. 2005. http://www.akweb.de/ak_s/ak490/06.htm.

[ © So oder So / Libertad! Falkstr. 74, 60487 Frankfurt ]


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:18
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