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SO ODER SO - EXTRA ZUM PROZESS GEGEN LIBERTAD! WEGEN DER ONLINE-DEMONSTRATION
GEGEN LUFTHANSA 2001
[ aus: So oder So - Die Libertad!-Zeitung
Nr. 15 - Mai/Juni 2005 ]
Im März 2001 begannen die Initiativen "Libertad!"
und "Kein Mensch ist illegal" mit der Mobilisierung
zu einer Online-Demo im Zusammenhang mit der deportation.class-Kampagne
gegen das Lufthansa-Abschiebegeschäft. Jährlich
werden an die 10.000 Abschiebungen mit Linienmaschinen der
Lufthansa durchgeführt. Ein schmutziges Geschäft,
das bis dahin meist unbemerkt im Stillen ablief. Durch die
deportation.class-Kampagne kam dieses Geschäft an die
Öffentlichkeit und es mehrten sich die Stimmen und Aktionen
gegen diese Praxis. Auch die Pilotenvereinigung Cockpit und
die ÖTV wandten sich an Lufthansa und forderten ihre
Mitglieder auf, sich nicht an den Zwangsabschiebungen zu beteiligen.
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| Köln, 20. Juni 2001: Protest vor und .... |
Am 20. Juni 2001, am Tag der Hauptversammlung der Lufthansa
AG in Köln, war es soweit: Mehr als 10.000 Teilnehmer/innen
brachten mit ihren Zugriffen auf die Lufthansa-Webseite den
digitalen Kranich ins Wanken, die Seite war zeitweise lahmgelegt.
Die Online-Demo war beim Ordnungsamt Köln angemeldet
worden - nur der Raum war virtuell, die Teilnehmer/innen der
Aktion mussten zur gegebenen Zeit eigenhändig ein Programm
ausführen, das häufig die Webseiten und Buchungsmaschinen
der Lufthansa aufrief. Es ging nicht darum, mit technischen
Hilfsmitteln einen Denial of Service Angriff gegen die Lufthansa-Server
zu starten, dazu wäre keine Online-Demo nötig. Uns
ging es um die tatsächliche Manifestation einer breiten
Protestaktion - eben eine Demonstration, nur dass sie nicht
auf der Strasse, sondern im Cyberspace stattfinden sollte.
"Nötigung" und "Anstiftung zur Nötigung"
war das aus Sicht der Frankfurter Staatsanwaltschaft, die
auf eine Anzeige der Lufthansa AG hin am 17.10.2001 eine Razzia
bei Libertad! durchführen ließ. Insgesamt zehn
Computer und weitere Datenträger wurden beschlagnahmt.
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... während der Lufthansa-Hauptversammlung...
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Zweieinhalb Jahre später, im Mai 2004 wurde Libertad!
von Seiten der Staatsanwaltschaft die Möglichkeit eines
Vergleichs zur Einstellung des Verfahrens signalisiert. Voraussetzung
war ein "Schuldeingeständnis" und der Verzicht
auf Rückgabe der beschlagnahmten Gegenstände. Libertad!
lehnte und lehnt dies ab, da wir Protest und Widerstand gegen
das tödliche Geschäft mit den Abschiebungen nach
wie vor für absolut legitim und notwendig halten.
Mit Datum 28.12.2004 hat nun die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main
Anklage beim Amtsgericht gegen den Anmelder der Internet-Domains
"www.libertad.de" und "www.sooderso.de"
erhoben, da er "durch Verbreiten von Schriften zu einer
rechtswidrigen Tat - Nötigung gemäß §240
StGB - aufgefordert" habe.
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..dort erfolgte der Startklick
der Online-Demo.
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Im März 2005 bekamen wir die beschlagnahmten Rechner
- ohne deren Festplatten - wieder zurück. Warum nicht
gleich nur die Festplatten beschlagnahmt wurden oder zumindest
die Rechner nach dem Ausbau der Platten nicht gleich zurückgegeben
wurden ist klar: Unsere Arbeit sollte behindert bzw. verunmöglicht
werden. Das ist ihnen nicht gelungen!
Am 14. Juni 2005 um 9 Uhr wird jetzt der Prozess im Amtsgericht
Frankfurt stattfinden. Um 8:30 beginnt eine Protestkundgebung
vor dem Gericht. Aktuelle Informationen und Ankündigungen
sind unter http://www.libertad.de/online-demo zu finden.
Souverän blicken wir einem Prozess entgegen, der für
die Lufthansa AG nur mehr Peinlichkeiten an die Öffentlichkeit
tragen wird, als dies vor und während der Online-Demo
bereits der Fall war.
Im Übrigen entscheiden wir selbst, was wir richtig finden,
gegen Abschiebungen zu tun!
Das World Wide Web ist ein öffentlicher Raum. Wir werden
auch in Zukunft zu den neuen Protest- und Widerstandsformen
im Internet aufrufen und uns an ihrer Organisierung beteiligen!

Lufthansa schiebt ab - und verdient daran. Lufhansa machte
offensichtlich auch Geschäfte mit den
Schleuserbanden, wie dieses Bild von der Visa-Abteilung
der Deutschen Botschaft in Kiew zeigt.
[ © So oder So / Libertad! Falkstr.
74, 60487 Frankfurt ]
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