|
[ aus: So oder So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 15 - Mai/Juni
2005 ]
BRD: Stündlich eine Nazi-Straftat
(08.03.05) - Im Januar wurde in Deutschland im Schnitt stündlich
eine rechtsextremistische Straftat begangen. Registriert wurden
745 Straf- und 39 Gewalttaten. Das antwortete das Innenministerium
auf eine Anfrage der PDS.
USA: Pinochets Banker-Freunde
(11.03.05) - Die US-Banken Citigroup und Bank of Amerika unterstützten
den chilenischen Ex-Diktator Augusto Pinochet beim Verstecken
seines durch Korruption angehäuften Vermögens. Die
Banken führten über 100 geheime Konten mit rund
13 Mio. Dollar. Insbesondere die Riggs-Bank tat sich hervor,
und meldete Transaktionen gar nicht weiter.
Dominikanische Republik: Über 130 Tote bei Gefängnisbrand
(07.03.05) - Mehr als 130 Gefangene sind nach Bandenkämpfen
bei einem Brand in der Haftanstalt in Higüey im Osten
des Landes ums Leben gekommen. Nur 29 Häftlinge, z.T.
mit schweren Verbrennungen, konnten gerettet werden. Der Knast,
1959 für 150 Häftlinge gebaut, ist mit rund 500
Inhaftierten hoffnungslos überbelegt. Der Brand brach
nach einer Auseinandersetzung über die Kontrolle der
Haftanstalt aus. Die Bandenchefs hätten mehr Geld für
die Schlafplätze in den Zellen verlangt. Ein Schlafplatz
koste pro Nacht etwa 40 Eurocents. In den Monaten zuvor hatte
es immer wieder kleinere Aufstände gegen die Haftbedingungen
in den etwa 32 Knästen des Landes gegeben. Auch dabei
gab es Tote. In der Dominikanischen Republik sind 17.000 Personen
inhaftiert. Es gibt allerdings nur rund 6.500 Gefängnisplätze.

BRD: Festnahmen wegen "radikal"
(08.03.05) - Der Berliner Staatsschutz meldete einen "empfindlichen
Schlag gegen Linksextremismus" und nahm einen Vater und
Sohn in einem Kleingarten fest. Dabei wurden angeblich 500
Exemplare, "die nahezu vollständige Ausgabe der
konspirativ hergestellten Zeitschrift "radikal"
sichergestellt". Ermittelt wird jetzt wegen "Vorbereitung
eines Explosions- oder Strahlungsverbrechens", da "radikal"
detaillierte Anleitungen zum Herstellen von Brandsätzen
abdruckte. Rund 100 Beamte durchsuchten die Wohnorte der Betroffenen,
die Arbeitsstelle des 44-Jährigen und das Laubengrundstück.
Bei Solidaritätsaktionen, wie die Verzierung der Stadt
mit zahlreichen Parolen, kam es zu Auseinandersetzungen mit
der Polizei und Festnahmen.
Chile: Gefangene im Hungerstreik
(10.03.05) - Sechs Mapuche-Häftlinge waren im Gefängnis
von Angol im Hungerstreik, um die Regierung aufzufordern den
Bedrohungen ihrer Gemeinschaften ein Ende zu setzen und alle
inhaftierten Mapuches freizulassen. In ihrer Erklärung
forderten sie u.a., dass Forstwirtschaftsunternehmen und Großgrundbesitzer
vom Mapuche-Territorium verschwinden. Einige der Hungerstreikenden
stehen aufgrund des "Antiterror-Gesetzes" vor Gericht.
Dieses Gesetz wurde noch unter Ex-Diktator Pinochet verabschiedet.
Der Rest der Gruppe ist wegen "gewöhnlicher Delikte"
angeklagt. Für die Mapuche-Sprecher sind diese Anschuldigungen
Bestandteil des abgekarteten Spiels der Staatsanwaltschaft,
initiiert von Großgrundbesitzern und Forstwirtschaftsunternehmen,
"und stellen eine neue Strategie dar, um die Anführer
der Gemeinschaften zu verfolgen."
[ © So oder So / Libertad! Falkstr.
74, 60487 Frankfurt ]
|