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[ aus: So oder So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 15 - Mai/Juni
2005 ]

Ausgemustert nach Jahren des Krieges: Stiefel und Uniformen
von Soldaten der
nordvietnamesischen Nationalen Befreiungskräfte auf einer
Straße in Saigon. Die
Kämpfer können endlich zu ihren Familien heimkehren
(30. April 1975).
Vietnam steht für einen mehr als zwanzigjährigen
Krieg, der mehr als fünfzigtausend amerikanischen Soldaten
und über drei Millionen Vietnamesen das Leben kostete
und große Teile ihres Landes durch chemische Kriegführung
dauerhaft vernichtet hat; Tausende leiden bis heute unter
den Folgeerscheinungen. Die Verantwortlichen der tödlichen
Flächenbombardements, unter ihnen Donald Rumsfeld, der
bereits damals US-Verteidigungsminister war, zahlten niemals
eine Wiedergutmachung. Bis heute sprechen die nachfolgenden
US-Regierungen lediglich von "Irrtümern".
Vietnam sollte exemplarisch beweisen, dass ein Befreiungskampf
aus postkolonialer Abhängigkeit ohne Rücksicht auf
Verluste in die Steinzeit zurückgebombt werden kann.
Vietnam steht auch für die erste globale und erfolgreiche
Antikriegsbewegung, die nach 1968 mit der einhergehenden sozialen
Revolte in den westlichen Industriemetropolen eine gänzlich
neue und kämpferische Phase einer radikalen, emanzipatorischen
Linken eröffnete.
In Vietnam verspielten die USA endgültig den moralischen
Kredit ihrer Rolle bei der Befreiung Europas vom Nazismus,
an die in diesen Tagen in zahlreichen Gedenkfeiern und wohlfeilen
Staatsakten zum 60. Mal erinnert wird - zeitgleich mit dem
30. Jahrestag des Kriegsendes in Vietnam am 30.April.
Mehr zu den zukünftigen wie aktuellen Kriegsschauplätzen
des US-Empires
auf den Seiten 6, 11 und 12.
[ © So oder So / Libertad! Falkstr.
74, 60487 Frankfurt ]
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