Mexiko: Gummigeschosse gegen Migrant/innen
12.08.04 - Das Außenministerium vereinbahrte mit den USA
den Einsatz von Gummigeschossen gegen Migrant/innen. Damit sollen
die Grenzpatrouillen den illegalen Grenzgängern das Betreten
US-amerikanischen Territoriums verwehren. Die USA und Mexiko
haben im Juni 2001 den Aktionsplan für Kooperation
bei der Grenzsicherung aufgestellt, der auch den Einsatz
nichttödlicher Waffen durch US-Grenzer erlaubt.
Kolumbien: 35.000 Kinder Opfer von sexuellem Missbrauch
12.08.04 - In den letzten zehn Jahren wurden in Kolumbien
laut UNICEF-Bericht immer mehr Kinder in die Prostitution
gezwungen. Darunter eine wachsende Zahl von immer jüngeren
Kindern unter zehn Jahren. Der Bericht fügte hinzu,
dass in Kolumbien ca. 35.000 Kinder unter 18 Jahren
sexuell ausgebeutet werden. Zur häufigsten Methode,
um die Opfer anzuwerben, gehören Arbeitsangebote für
das Ausland; dabei seien die häufigsten Zielländer
Japan, Spanien, Holland, Deutschland, Schweiz, Italien sowie
Hong Kong und Singapur. Kolumbien sei zu einem der wichtigsten
Operationszentren für die international agierenden Netzwerke
der Kinderprostitution- und Kinderpornografie in Lateinamerika
geworden.
Göttingen/Frankfurt: Naziautos abgefackelt und demoliert
17.08.04 - Für den Neonazi Timo Schubert kommt es gerade
richtig hart. Im Vormonat besuchten ihn 90 vermummte Antifas,
jetzt zündeten Unbekannte sein Auto an. Das Göttinger
Stadtradio erhielt ein Bekennerschreiben. Darin wurde bestätigt,
dass es sich bei dem Autobrand im Grünen Weg in Göttingen
um einen Anschlag gehandelt hat. Schubert betreibt einen Versand
mit Nazi-Devotionalien und spielt in Nazibands.
Am 22.08.04 wurden mindestens neun von Neonazis abgestellte
Autos in Frankfurt-Höchst stark beschädigt. Die
Rechtsradikalen hatten von dort ihre Fahrt nach Wunsiedel
per Bus fortgesetzt. Dort demonstrierten sie am Todestag des
Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß. Unbekannte Täter/innen
hatten die Fahrzeuge demoliert, in dem sie sie mit einer ätzenden
Flüssigkeit übergossen, die Reifen zerstachen und
Bauschaum in die Aufpuffrohre sprühten. Böse Überraschung
für die Besitzer dann, als sie bei ihrer Rückkehr
den Schaden entdeckten.
Stinkbombe gegen Palästinenser
26.08.04 - Das Stinktier-Sekret hat sich die israelische Armee
zum Vorbild für ihre neue Waffe gegen palästinensische
Demonstrant/innen genommen. Wie die israelische Zeitung Maariv
berichtete, steht die Entwicklung der Stinkbombe kurz vor
dem Abschluss. Versuche ergaben, dass einige Tropfen der Flüssigkeit
genügen, um einen unerträglichen Gestank zu verbreiten,
der bis zu fünf Jahre lang in der Kleidung haften bleibe.
USA: Verzweiflung siegt
25.8.04. Die Reality-Show Gana la Verde (Gewinn
die Grüne) stellt illegalen Latinos in den USA
als Mitmach-Preis eine Greencard in Aussicht. In der Show
springen die Teilnehmer u.a. von Fahrzeugen, essen lebende
Würmer oder tauchen minutenlang unter Wasser. Die von
spanischsprachigen Sendern ausgestrahlte Show suggeriert den
Spielern, dass sie für ihre Teilnahme eine Greencard
bekommen würden. Tatsächlich aber erhält der
Sieger nur einen Anwalt, der sich ein Jahr lang um eine Greencard
für ihn bemüht. Die Produzenten verteidigen die
Show als Hilfestellung für illegale Arbeiter.
Sozialverbände warnen, die Kandidaten würden ihren
illegalen Status preisgeben und sich dem Risiko einer Abschiebung
aussetzen. Die Reality-Show wird fünfmal pro Woche gesendet
und erreicht eine Million hispanische Haushalte. Sie ist damit
die zweitpopulärste Sendung unter den achtzehn bis neunundvierzig
Jahre alten Zuschauern.
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