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Seit
einiger Zeit wird im Groß- und Einzelhandel verstärkt
auf eine Technik gesetzt, die - so behaupten ihre Entwickler
- zunächst mal nur ein harmloser Ersatz für den
bekannten Barcode sein soll: Radio Frequenced IDentification
oder kurz RFID. Es handelt sich dabei um winzige Microchips
(etwa 1 qmm groß), die eine weltweit eindeutige Nummer
gespeichert haben.
Jeder dieser Chips ist mit einer Antenne verbunden, die elektromagnetische
Energie von einem auf sie gerichteten Lesegerät aufnehmen
kann. Wenn der Chip diese Energie aufnimmt, sendet er seine
gespeicherte Nummer an das Lesegerät zurück. Eine
Ware kann so berührungslos identifiziert werden. Die
Reichweite des Chips beträgt bis zu 10 Metern.
Das augenscheinlichste Ziel dieser Technik ist die automatische
Supermarktkasse. Alle Waren im Einkaufswagen werden einfach
durch die Kasse geschoben, identifizieren sich selbst und
werden z.B. über eine Kreditkarte automatisch bezahlt.
Die Konsequenzen dieser Technologie sind aber wesentlich weitreichender
als die verlorenen Arbeitsplätze der Kassierer/innen.
Es gibt drei wesentliche Unterschiede zum herkömmlichen
Barcode System. Erstens ist jede Ware mit einer eindeutigen
Nummer versehen, die sie von der Produktion bis zum Endkonsumenten
dauerhaft behält. Es ist im Nachhinein also jederzeit
feststellbar, ob eine Rasierklinge bei Aldi oder Norma gekauft
wurde, ob sie bezahlt wurde, und wann sie erworben wurde.
Beim Barcode hatte jede Ware gleichen Typs denselben Aufdruck,
RFID identifiziert tatsächlich jedes Einzelstück.
Zweitens sind die RFID Chips so konstruiert, dass sie zum
Teil in die Ware selbst, und nicht in die Verpackung integriert
werden können. Das bedeutet, dass die Identifikation
auch noch lange nach dem Kauf vorgenommen werden kann.
Drittens wird die Identifikation drahtlos über Funk hergestellt.
Das bedeutet, dass jeder beliebige Besitzer eines RFID Lesegerätes
unbemerkt Personen und ihr Konsumverhalten komplett analysieren
kann. Wenn jetzt für einen bestimmten Artikel eine personenbezogene
Zuordnung möglich ist, dann kann spielend ein perfektes
Personenprofil erstellt werden.
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| Mit dem Lebensmittelchip fängt es an. |
Die RFID Chips werden aber keineswegs nur auf Konsumartikel
angebracht. Beispielsweise ist vor kurzem ans Licht gekommen,
dass in jeder Payback-Karte, die vom METRO Future Store in
Rheinberg ausgegeben wurde, ein RFID-Chip versteckt ist, der
die Inhaberin oder den Inhaber eindeutig identifiziert. Mit
Hilfe solcher an sich schon personenbezogenen RFID Chips können
problemlos realistische Bewegungsprofile der Karteninhaber/innen
erstellt werden.
Die RFID Technik wird ständig weiterentwickelt. Inzwischen
ist es beispielsweise schon möglich, diese Chips auf
Papier zu drucken. Leitfähige farblose Tinte ermöglicht
es, selbst die notwendige Antenne praktisch unsichtbar überall
aufzudrucken. Der Nachweis des RFID Chips auf oben erwähnter
Payback-Karte gelang beispielsweise nur durch eine Röntgenaufnahme.
Die neueste Idee auf dem RFID Markt ist es, Euro Geldscheine
mit RFID Chips zu versehen. Die Firma Hitachi arbeitet zusammen
mit der Europäischen Zentralbank bereits konkret an der
Umsetzung. Bereits 2005 könnten die ersten solchen Scheine
auf dem Markt erscheinen. Damit wäre dann der bisher
anonyme Umgang mit Bargeld genauso rückvollziehbar, wie
die Bezahlung mit Kredit- oder Scheckkarten.
Im Augenblick ist die Verbreitung der RFID Technik in Deutschland
noch nicht besonders weit. Die ständig steigende Zahl
von RFID Anbietern lässt aber den Schluss zu, dass die
flächendeckende Einführung so sicher kommt, wie
das Amen in der Kirche. Sind die RFID Chips erstmal in allen
Produkten enthalten, steht einer kompletten Überwachung
nichts mehr im Wege. Der/die gläserne Konsument/in ist
dann Realität.
Links:
http://www.zerberus.de/texte/aktion/rfid/faq.html
http://www.foebud.org/rfid/
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