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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 14- Herbst 2004- Seite 6
RFID - der Spionage Chip
Radio Frequenced IDentification.
[ Inhalt Nr. 14.]

Seit einiger Zeit wird im Groß- und Einzelhandel verstärkt auf eine Technik gesetzt, die - so behaupten ihre Entwickler - zunächst mal nur ein harmloser Ersatz für den bekannten Barcode sein soll: Radio Frequenced IDentification oder kurz RFID. Es handelt sich dabei um winzige Microchips (etwa 1 qmm groß), die eine weltweit eindeutige Nummer gespeichert haben.

Jeder dieser Chips ist mit einer Antenne verbunden, die elektromagnetische Energie von einem auf sie gerichteten Lesegerät aufnehmen kann. Wenn der Chip diese Energie aufnimmt, sendet er seine gespeicherte Nummer an das Lesegerät zurück. Eine Ware kann so berührungslos identifiziert werden. Die Reichweite des Chips beträgt bis zu 10 Metern.
Das augenscheinlichste Ziel dieser Technik ist die automatische Supermarktkasse. Alle Waren im Einkaufswagen werden einfach durch die Kasse geschoben, identifizieren sich selbst und werden z.B. über eine Kreditkarte automatisch bezahlt. Die Konsequenzen dieser Technologie sind aber wesentlich weitreichender als die verlorenen Arbeitsplätze der Kassierer/innen.

Es gibt drei wesentliche Unterschiede zum herkömmlichen Barcode System. Erstens ist jede Ware mit einer eindeutigen Nummer versehen, die sie von der Produktion bis zum Endkonsumenten dauerhaft behält. Es ist im Nachhinein also jederzeit feststellbar, ob eine Rasierklinge bei Aldi oder Norma gekauft wurde, ob sie bezahlt wurde, und wann sie erworben wurde. Beim Barcode hatte jede Ware gleichen Typs denselben Aufdruck, RFID identifiziert tatsächlich jedes Einzelstück.
Zweitens sind die RFID Chips so konstruiert, dass sie zum Teil in die Ware selbst, und nicht in die Verpackung integriert werden können. Das bedeutet, dass die Identifikation auch noch lange nach dem Kauf vorgenommen werden kann.
Drittens wird die Identifikation drahtlos über Funk hergestellt. Das bedeutet, dass jeder beliebige Besitzer eines RFID Lesegerätes unbemerkt Personen und ihr Konsumverhalten komplett analysieren kann. Wenn jetzt für einen bestimmten Artikel eine personenbezogene Zuordnung möglich ist, dann kann spielend ein perfektes Personenprofil erstellt werden.

Foto: Lebensmittelchip
Mit dem Lebensmittelchip fängt es an.


Die RFID Chips werden aber keineswegs nur auf Konsumartikel angebracht. Beispielsweise ist vor kurzem ans Licht gekommen, dass in jeder Payback-Karte, die vom METRO Future Store in Rheinberg ausgegeben wurde, ein RFID-Chip versteckt ist, der die Inhaberin oder den Inhaber eindeutig identifiziert. Mit Hilfe solcher an sich schon personenbezogenen RFID Chips können problemlos realistische Bewegungsprofile der Karteninhaber/innen erstellt werden.

Die RFID Technik wird ständig weiterentwickelt. Inzwischen ist es beispielsweise schon möglich, diese Chips auf Papier zu drucken. Leitfähige farblose Tinte ermöglicht es, selbst die notwendige Antenne praktisch unsichtbar überall aufzudrucken. Der Nachweis des RFID Chips auf oben erwähnter Payback-Karte gelang beispielsweise nur durch eine Röntgenaufnahme.

Die neueste Idee auf dem RFID Markt ist es, Euro Geldscheine mit RFID Chips zu versehen. Die Firma Hitachi arbeitet zusammen mit der Europäischen Zentralbank bereits konkret an der Umsetzung. Bereits 2005 könnten die ersten solchen Scheine auf dem Markt erscheinen. Damit wäre dann der bisher anonyme Umgang mit Bargeld genauso rückvollziehbar, wie die Bezahlung mit Kredit- oder Scheckkarten.

Im Augenblick ist die Verbreitung der RFID Technik in Deutschland noch nicht besonders weit. Die ständig steigende Zahl von RFID Anbietern lässt aber den Schluss zu, dass die flächendeckende Einführung so sicher kommt, wie das Amen in der Kirche. Sind die RFID Chips erstmal in allen Produkten enthalten, steht einer kompletten Überwachung nichts mehr im Wege. Der/die gläserne Konsument/in ist dann Realität.

Links:
http://www.zerberus.de/texte/aktion/rfid/faq.html
http://www.foebud.org/rfid/


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:18
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