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Die Videoüberwachung gehört zur täglichen
Lebenserfahrung der Menschen in Deutschland, so beginnt
der Text unter Stichwort Videoüberwachung
des elektronischen Lexikon des Bundesinnenministeriums. Und
weiter: Sie werden mit Kameras konfrontiert, die in
Banken, Kaufhäusern, Ladengeschäften, Einkaufspassagen,
aber auch an Haustüren auf sie gerichtet sind. Auch im
öffentlichen Raum nimmt die Anzahl der Videokameras stetig
zu, sei es an Bahnhöfen und Flugplätzen oder an
anderen öffentlichen Gebäuden, die als gefährdet
gelten. In neuerer Zeit werden aber auch zunehmend Teile des
öffentlichen Straßenraums unter Videoüberwachung
genommen. (http://www.bmi.bund.de)
Die Beschreibung trifft zu. Denn auf öffentlichen Plätzen,
längst nicht nur denen, die als gefährdet
gelten, in Parks und Grünanlagen, in Tiefgaragen
und Bahnhöfen und anderen Verkehrsanlagen, selbst in
Bussen, U-Bahnen und Taxis, vor anschlagsrelevanten
Gebäuden wie Behörden, Ministerien, Konsulaten,
Polizeistationen oder Synagogen, aber auch in Einkaufszentren
und Kaufhäusern, vor Geschäften jeder Art wird jede
unserer Bewegungen von Videoobjektiven beobachtet. Der ruhende
wie der fließende Verkehr wird überwacht, immer
mehr Firmen rüsten zur dauernden Überwachung am
Arbeitsplatz auf - und ganz zu schweigen von der permanenten
Videoaufzeichnung durch mobile Geräte bei Veranstaltungen
unter freiem Himmel, längst nicht nur bei
Demonstrationen. Ob Fussballfan oder Verkehrssünder,
bei Arbeit, Sport und Spiel ist man zwar immer mehr isoliert,
aber längst nicht mehr allein.
Kaum eine Form der Überwachung ist allgegenwärtiger
als die der Videoüberwachung. Rechtlich gesehen ist die
Aufnahme von Videobildern eine Form der Datenerhebung. Aber,
meist weiß der oder die Gefilmte nicht, dass Bilder
gemacht, also Daten erhoben werden. Damit ist unser gutes
Recht der informationellen Selbstbestimmung, über
die Erhebung, Preisgabe und Nutzung persönlicher Daten
selbst bestimmen zu können, schon mal ziemlich gegenstandslos.
Die Videoüberwachung ist ein Mittel präventiver
Sicherheitspolitik, wie sie spätestens seit dem 11. September
2001 in allen Metropolenstaaten duchgesetzt wurde. In Deutschland
baut das auf die Politik der Inneren Sicherheit
auf, wie sie insbesondere seit den 70er-Jahren zur dominanten
Linie staatlichen Misstrauens gegenüber der Bevölkerung
wurde. Nicht erst der 11. September und die angeheizte Terroristenfurcht
haben das staatliche Überwachungssystem in Gang gesetzt,
sehr wohl aber die Legitimation verschafft, es stetig und
insbesondere flächendeckend auszubauen.
Gegenüber anderen Ländern liegt Deutschland, was
die Durchsetzung der Videoüberwachung anbetrifft, im
Mittelfeld; was staatlicherseits als ein Nachholbedarf begriffen
wird. Deshalb vergeht auch kaum eine Woche, dass die Presse
nicht über neue Installationen und Versuchsprojekte zu
berichten weiß.
Boomendes Geschäft mit der Angst
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| Polizeilicher Leitstand einer Videoüberwachung
in Aachen. |
Der Markt der Videoüberwachung boomt, und die Branche
hat enormen Auftrieb. Dazu kommt, dass wie in anderen Bereichen
auch, die technische Entwicklung durch den Übergang von
der Analog- zur Digitaltechnik ein enormes Wachstumspotential
bietet. Der neue Trend sind vollständig digitale Systeme,
die eine Vielzahl von verschiedenen Anwendungen ermöglichen.
Dazu gehört Gesichtserkennung und andere Formen der Zutritts-
und Anwesenheitskontrolle, elektronisches Abtasten und Durchleuchten,
die digitale, auch platzsparende Speicherung und Übermittlung
der Daten ebenso wie die Überwachung aus der Distanz
durch Integration des Internets. Dadurch bietet die digitale
Videoüberwachung gegenüber anderen Sicherheitssystemen
deutliche Vorteile und ist in der Handhabung wesentlich einfacher
als die herkömmlichen analogen.
Der Verkauf von entsprechenden Systemen und Zusatzdiensten
produziert zweistellige Zuwachsraten. Einer Prognose für
die USA nach wird mit Ausgaben von 8,5 Milliarden Dollar für
digitale Überwachungsprodukte bis Ende 2005 gerechnet.
2002 betrugen sie 5,7 Milliarden. International wird von einer
Wachstumsrate von 12,7 Prozent und einem Umsatz von 10,61
Milliarden Dollar im Jahr 2008 ausgegangen. Für Europa
sieht eine Konsulting-Firma eine Wachstumsrate von 10,4 Prozent,
und für 2008 einen Umsatz von 3,82 Milliarden Dollar
voraus. Nach diesen Daten gab es 2003 mehr als 10 Prozent
Zuwachs in Deutschland.
Kein Wunder also, dass an diesem großen Geschäft
schon lange nicht nur kleine Spezialfirmen verdienen. Es sind
insbesondere die großen Elektronikkonzerne, Kamera-Hersteller
und die Computerindustrie, die sich diesen großen Kuchen
einverleiben wollen. So stellt allein IBM über 3.000
Berater bereit, die den Kunden helfen sollen, die neuen digitalen
Überwachungssysteme in ihre existierende Informationsverarbeitung
zu integrieren.
Raumkontrolle als Ordnungspolitik
Videoüberwachung ist in den letzten 10 Jahren zu einem
Standardinstrument der Raumkontrolle in vielen Städten
Europas geworden (siehe Kästen).
Allein in Großbritannien stehen mehr als 3.000.000 Kameras
in öffentlichen und halböffentlichen Bereichen.
Pro Einwohner/in gibt es dort dreiundzwanzigmal so viele Kameras
wie in Deutschland. Kein anderes Land setzt mehr Kameras pro
Kopf ein, um seine Bevölkerung zu beobachten. Verglichen
mit Großbritannien steckt die Videoüberwachung
in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Wie viele den öffentlichen
Raum observierende Kameras in Deutschland im Einsatz sind,
ist nicht erfasst. Aber am Beispiel Berlins lässt sich
die zunehmende Dichte erahnen: Die ca. 10 qkm des Regierungsbezirks
werden von einer gemeinsamen Leitstelle von BGS und Polizei
nahezu flächendeckend videoüberwacht. Die Innenstadt
wird nicht nur im Bereich Friedrichstraße/Unter den
Linden weitgehend videokontrolliert. Die DB-Bahnhöfe
werden im Rahmen des sogenannten 3-S-Konzepts (Sauberkeit,
Sicherheit, Service) zentral erfasst und saubergesichert.
Der Service der neu erbauten Bahnhöfe, z.B. Ost- oder
Lehrter-Bahnhof, umfasst hunderte Kamera-Systeme, die auch
die gesamten öffentlichen Bahnhofsvorbereiche und Umgebungen
erfassen. Die Verkehrsüberwachungssysteme der Polizei
haben mit mehr als 100 Kameras nicht nur den Autoverkehr,
sondern auch die Fußwege und Plätze im Blick.
Begründet wird der zunehmende Einsatz von Kameras zur
Überwachung des öffentlichen Raums mit Kriminalität
und der gestiegenen Angst vor ihr, die Bekämpfung von
offenen Drogenszenen sowie die generelle Aufrüstung im
Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Mit
der Bekämpfung der Drogenkriminalität geht auch
die Vertreibung unerwünschter Personengruppen aus z.B.
besseren Wohngegenden, aus den Einkaufsvierteln
der Innenstädte, der Bahnhöfe oder öffentlichen
Parks einher, wie z.B. in Frankfurt am Main aus der Gallusanlage
vor der Zentrale der Deutschen Bank, auf Druck derselben.
Mit der Herstellung von Sauberkeit werden all die hinweggefegt,
die die Einkaufsströme stören, insbesondere eben
Drogensüchtige, Bettler, Obdachlose, Skater und andere
herumlungernde Jugendliche. Und da wieder sind
es insbesondere Nichtdeutsche, die einem ständigen Kontrollterror
ausgesetzt sind.
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| Ohne die Spreicherung von Foto, Fingerabdrücken
und demnächst biometrischen Daten kommt niemand mehr
in die USA. |
Kameras im öffentlichen Raum sollen nach ihren Befürwortern
im wesentlichen zwei Aufgaben erfüllen: Abschreckung
und Aufklärung. Jeder Mensch muss jederzeit damit rechnen,
überwacht zu werden, weiß aber nie, ob und wann
und von wem. Allein diese mögliche Überwachung soll
disziplinieren und unerlaubtes Verhalten unterbinden. Als
zweites wird immer Aufklärung von Kriminalität bzw.
Beweissicherung genannt. Spektakuläre Einzelfälle
werden regelmäßig als Beleg angeführt, die
allerdings mit Untersuchungen und Statistiken gar nicht übereinstimmen.
In Großbritannien kamen Studien zu dem Schluss, dass
in Gegenden, in denen die Straßenbeleuchtung verbessert
worden war, die Kriminalität um 20 Prozent zurückgegangen
ist, während der Effekt von Kameras höchstens bei
wenigen Prozentpunkten liegt. An Kölner Bahnhöfen,
an denen die Verkehrsbetriebe Kameras betreiben, stellt die
Polizei sogar eine Zunahme des Diebstahls fest.
Auch aus diesem Grund wird immer wieder als Argumentation
für Videoüberwachung die Steigerung der Sicherheit
von Frauen in den Innenstädten angeführt, während
gleichzeitig mehrheitlich Männer an den Monitoren sitzen
und Frauen observieren.
Nach Meinung der Polizei hat sich trotzdem der Einsatz stationärer
Videoüberwachung als ein effizientes Mittel der Kriminalitätsbekämpfung
bewährt. Das reicht aber offensichtlich nicht. Seit zwei
Jahren wird verstärkt im Bereich zusätzlicher Mobilität
der Videoüberwachung experimentiert. Im gewerblichen
Bereich, z.B. bei Grossbaustellen oder Geldtransporten von
privaten Sicherheitsfirmen, oder bei Großveranstaltungen
und Demonstrationen wie den Protesten gegen die Castor-Transporte
sind solche Systeme längst im Einsatz. Die Polizei schafft
deshalb in den Bundesländern transportable Systeme mit
Kameras und Einsatzzentralen an, die auch an kleinere Gemeinden
ausgeliehen werden, die sich sonst eine Videoüberwachung
nicht leisten könnten. So wird die Videoüberwachung
auch immer mehr in den nichtstädtischen Bereich ausgeweitet.
Brave Bürger haben nichts zu befürchten
Der allgemeinen Videoüberwachung wie in Großbritannien
waren in Deutschland bis jetzt einige rechtliche Grenzen gesetzt.
Aber diese Rechtssituation wird gegenwärtig erheblich
umgemodelt und angepasst. Bisher war in den meisten Landespolizeigesetzen
das Vorhandensein von Straftaten von erheblicher Bedeutung
am kamerazuüberwachenden Ort eine Voraussetzung. Die
neuen Polizeigesetze oder Entwürfe sehen nunmehr lediglich
das Vorhandensein eines Kriminalitätsbrennpunktes
vor, an dem wiederholt Straftaten begangen wurden
und solange Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass
an diesem Ort weitere Straftaten begangen werden. Kein
Problem, bekanntlich gibt es überall Taschendiebe, Dealer
und Autoknacker.
Die innerstädtische Vertreibungspolitik sorgt im übrigen
dafür, dass Kriminalitätsschwerpunkte wandern, womit
die mobile Videoüberwachung auch rechtlich abgedeckt
wäre.
Videoüberwachung hat sich breite Zustimmung durch die
Behauptung geschaffen, sie würde unsichere Gegenden für
die anständigen Bürger sicherer machen. Denn:
der brave Bürger hat ja nichts zu befürchten.
Tatsächlich erzeugt sie Misstrauen und Unsicherheit:
potentiell ist der besagte brave Bürger ein
unsicherer Kantonist, ein möglicher Störfall.
Kameras symbolisieren und vermitteln die andauernde und lauernde
Erwartung eines von den Menschen ausgehenden Ernstfalls. Kameras
sind nicht nur ein Mittel der Überwachung, sondern liegen
im Zentrum von sozialer Sortierung, und damit einer diskriminierenden
Ordnungspolitik. Die Logik der Videoüberwachung braucht
nicht die Straftat, sondern nur die Normabweichung.
Die Intensität von Überwachung kann nicht allein
an der Menge von Kameras gemessen werden. Sie stellen nur
die Spitze der Kontrolle des öffentlichen Raumes dar.
Es kommt auch auf die Verknüpfung der verschiedenen Einsatzzwecke
an. So ist das offiziell nur für die LKW-Maut eingeführte
Autobahnüberwachungssystem bewusst so angelegt, dass
es alle Nummernschilder durchfahrender Fahrzeuge einliest.
Es ist damit ein mächtiges Kontrollsystem. Ähnliche
Systeme, die Nummernschilder vorbeifahrender Fahrzeuge einscannen,
sind nicht nur an den Grenzen längst im Einsatz. Dazu
kommen andere technische Überwachungs- und Kontrollsysteme:
das Abhören sämtlicher öffentlicher Telefonzellen
an sogenannten Kriminalitätsschwerpunkten, Bewegungsmuster
aus den permanenten Handysignalen, die Speicherung der Daten
der Internetzugänge, der Nutzung von Bankautomaten und
ec-Karten. Die Tendenz geht in Richtung verstärkter Verknüpfung
von video- mit audio- und biometrischen Überwachungstechniken.
Dazu kommt die zunehmende Verkoppelung und Vernetzung von
kommerzieller und staatlicher security community mit entsprechendem
Datenaustausch.
Anti-Riot Software
In Deutschland gehörte nicht zufällig die Anti-Terrorismus-Abteilung
des BKA zu den Vorreitern des (temporären) Einsatzes
flächendeckender Videoüberwachung. Im Rahmen mehrerer
Präventivobservationen und Fahndungen wurden Anfang der
1980er Jahre im Rhein-Main-, wie im Rhein-Neckar-Gebiet bestimmte
Ortschaften, Straßenstrecken und -kreuzungen und Verkehrsknotenpunkte
wie Bahnhöfe mit versteckten Kameras ausgestattet und
verkabelt. In einer anderen Operation ein halber Stadtteil
in Hamburg. Grenzen setzten noch die unzureichende, fehleranfällige
Technik und der immense Aufwand.
Perspektiven eröffnet dagegen die technische Entwicklung
und der Preisverfall der Computertechnologie, wie aber auch
die politischen Vorgaben und die Grenzen der analogen Überwachungstechnik
die Richtungen vorgeben, in die geforscht und investiert wird.
Die alten, analogen Anlagen, die bereits vor 10 oder 20 Jahren
installiert wurden und zum Teil noch in Betrieb sind, liefern
eher eine bescheidene Bildqualität. Die neuen digitalen
Systeme dagegen sind oftmals entschieden hochauflösend
und in Farbe, sind 360 Grad schwenk- und fernbedienbar, ihr
Radius kann ein- oder mehrere Kilometer betragen, dabei auch
noch eine Zeitungsschlagzeile erfassen. Kombiniert mit Infrarotgeräten
oder Restlichtverstärker, durchdringen sie auch Dunkelheit,
Nebel oder Regen. Zudem können sie sich bei Bedarf automatisch
ein- und ausschalten, ausgelöst durch Geräusch,
Bewegung, Gerüche oder Luftdruck. Die Übertragung
erfolgt nicht mehr nur über Kupferkabel, sondern auch
über Funk oder Glasfaserkabel. Durch Schnittstellen zu
den städtischen und staatlichen Netzwerken, wie auch
zum Internet, ist die Übertragung der Daten zur Zentrale
kein Problem mehr. Auch der Standort der Überwachungszentrale
ist dadurch variabler, wie es die Deutsche Bahn vormacht,
die alle Überwachungskameras in regionalen Zentren zusammenlaufen
lässt.
Intelligente Kameras sind das angestrebte Ziel,
auch um Personalkosten einzusparen und die umfassenden Möglichkeiten
digitaler Überwachungstechnologie ausschöpfen zu
können.
Das Fraunhofer Institut in Karlsruhe entwickelt mit dem VideoObjectTracker
ein Programm, das außergewöhnliches Verhalten erkennen
kann. So ist der Computer zum Beispiel in der Lage, einen
Fußweg vor einem Gebäude zu überwachen. Bewegt
sich dort ein Mensch, registriert ihn das Programm. Sobald
der Passant den erlaubten Weg verlässt, erkennt dies
die Software und gibt Alarm. Solche Computerprogramme werden
bereits zur Ausbruchsüberwachung in Gefängnissen
eingesetzt. Das Programm ist zum Beispiel auch imstande, ein
ungewöhnliches Objekt im überwachten Bereich zu
erkennen. Nach einer kurzen Toleranzzeit benachrichtigt das
System den Wachdienst.
Diese Software lässt sich auf übliche Verhaltensweisen
programmieren, und wenn jemand von diesen über einen
Toleranzwert hinaus abweicht, wird Alarm ausgelöst. Durch
die Kombination von verschiedenen Merkmalen, wie z.B. Geschlecht,
Hautfarbe, Haarlänge etc. könnten somit automatisch
bestimmte Personengruppen erkannt werden.
Noch weiter reichen die Möglichkeiten von Gesichts- und
Personenerkennung, die z.B. automatisch Personen, die in Bilddatenbanken
erfasst sind, in Menschenmengen identifizieren. Längst
werden digitalisierte Fotos gesuchter Personen auch nach einem
biometrischen Verfahren erfasst und analysiert. Gesichtsmuskel,
Falten, Grübchen machen zusammen mit der Gesichtsform
das Gesicht fast so unverwechselbar wie ein Fingerabdruck.
Bisher waren nur die ungeheuren Datenmengen und die Erkennungsgeschwindigkeit
ein Problem, wenn es darum geht, mehrere hunderttausend gespeicherte
Fotos mit Zehntausenden sich bewegenden Menschen abzugleichen.
Das größte Problem der Videokontrolleure ist jedoch,
dass die aufgezeichneten Bilder auch täuschen können,
wenn man keinen Ton dazu hat und nicht weiß, was auch
gesprochen wird. Seit den diesjährigen Olympischen Spielen
in Athen wissen wir, dass auch das im flächendeckenden
Einsatz längst kein Problem mehr ist. Aber auch, dass
diese Annahme Orwells längst technisch realisiert wurde.
Im allgemeinen durfte man nicht annehmen, auf dem
Lande sehr viel sicherer als in London selbst zu sein. Freilich
gab es in der Natur keine Televisoren, aber es bestand immer
die Gefahr verborgener Mikrophone, die eine Stimme auffangen
und so zur Feststellung des Sprechers führen konnten...
G. Orwell: 1984 - Ein utopischer Roman.
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