Seit zwei Jahren sitzen 14 Männer 22 Stunden am Tag in
Einzelzellen in britischen Gefängnissen. Die Hälfte
von ihnen hat schwere physische und psychische Probleme, einem
Gefangenen mit Kinderlähmung wurde der Rollstuhl verwehrt.
Die Gefangenen stehen unter dem Verdacht, Terroristen
zu sein - der Verdacht reicht aus, es gibt keine Beweise, keine
Anklage, kein Verfahren. Denn laut dem englischen Pendant zum
Patriot Act des großen Bruders auf der anderen Seite des
Atlantiks, dem Anti Terrorism Crime and Security Act
(ATCSA), ist es seit 2002 möglich, Menschen auf puren Terrorismus-Verdacht
hin einfach festzuhalten. Seit dieser Verschärfung der
britischen Antiterrorgesetzte, die schon zuvor zu den rigidesten
in Europa gehörten, sind über 500 Menschen festgesetzt
worden. Angewendet wird dieses Gesetz allerdings fast ausschließlich
bei nicht-britischen Verdächtigen. Die Special Immigration
Appeals Commission rechtfertigte die Internierung ohne Verfahren
als ein öffentliches Interesse, bezeichnete es aber als
diskriminierend, dass nur Menschen ohne britischen Pass davon
betroffen wären.
Die Gefangenen sind zum Großteil Algerier, die aus
politischen Gründen in England Asyl suchten. Anders als
die Gefangenen von Guantanamo Bay wurden sie nie stolz in
der Öffentlichkeit präsentiert. Es waren die Initiativen
unterschiedlicher Menschenrechtsgruppen, die diese Fälle
überhaupt bekannt machten.
|