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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 13- Frühjahr 2004 - Seite 4
Kurznachrichten
Türkei: Nachrichten vom Gefängniswiderstand
[ Inhalt Nr. 13 .]

Auszeichnung für Baumeister der F-Typ-Gefängnisse
09.03.04 - Der frühere Generaldirektor der Haftanstalten als Auftraggeber der F-Typ-Gefängnisse wurde mit der staatlichen „Medaille für besondere Verdienste“ ausgezeichnet. Angehörige der Hungerstreikenden gegen die Verlegung in die F-Typ-Gefängnisse protestierten gegen die Verleihung der Auszeichnung durch den Justizminister.

Ümit Gönger: Der 110. Tote im Hungerstreik
30.03.04 - Ümit Gönger überlebte das Massaker vom 19.-22. Dezember 2000, bei dem das türkische Militär 20 Gefängnisse stürmte und 28 Gefangene umbrachte, im Ümraniye Gefängnis. Nach dem Massaker brachte man ihn ins F-Typ Gefängnis von Tekirdag, wo er sich der 9. Todesfastengruppe anschloss. Nachdem er zwangsernährt wurde, unterbrach er sein Todesfasten, setzte es aber später fort. Wenige Tage vor seinem Tod brachte man ihn zur Zwangsernährung in das Staatskrankenhaus von Tekirdag. Dort setzte er sich aus Protest gegen die Isolation und die Zensur in Brand. Im Krankenhaus von Bayrampasa, wo er am 29. März nach seiner Aktion hinverlegt wurde, starb er am 30. März 2004.
Das Todesfasten dauert seit Oktober 2000 an.

Selbstverbrennung in Izmir
24.03.04 - In Izmir hat sich der Aktivist Yusuf Poyraz vor dem Polizeipräsidium am Konak Platz verbrannt. Yusuf Poyraz überschüttete sich mit Benzin und zündete sich an. Dabei rief er die Parole „Es lebe unser Todesfastenwiderstand“. Brennend lief er in den Garten des Polizeipräsidiums. Mit schweren Brandverletzungen wurde er in das Krankenhaus eingeliefert und ist dort in der Notaufnahme in Behandlung. Im Gespräch sagte er: „Ich habe jetzt starke Schmerzen, aber es ist nichts im Vergleich zu den anderen Schmerzen, die meine Leute erfahren haben.“ Sprecher sagten, er sei nicht mehr in Lebensgefahr.

351 entlassene kranke Gefangene erneut gefangen genommen
18.03.04 - Der Vorsitzende des Menschenrechtsvereins IHD in Ankara, Süleyman Turan, berichtete, dass 351 Gefangene, die aufgrund der Erkrankung an Wernicke-Korsakoff aus der Haft entlassen wurden, erneut ins Gefängnis gebracht wurden. Die Polizei stürmte das „Lebenshaus“, in dem ehemalige Gefangene, die an Wernicke-Korsakoff erkrankt sind, ihr Leben weiterführen.
Mit der Begründung, seinen Militärdienst nicht angetreten zu haben, wurde der schwerkranke Ömer Ünal, der sich in dem Haus befand, in der Armeeabteilung festgehalten. Ömer Ünal, der im F-Typ Gefängnis von Edirne am Wernicke-Korsakoff Syndrom erkrankte und von Präsident Ahmet Necdet Sezer begnadigt wurde, wird beschuldigt ein Deserteur zu sein. Ünal hat große Schwierigkeiten beim Sprechen und hat den größten Teil seines Gedächtnisses verloren. Ünal erklärte, dass er während der sechstägigen Untersuchungszeit auf einem Stuhl sitzen und mit einer Decke auf dem Boden hätte schlafen müssen. „Der Arzt hatte keine Ahnung von meiner Krankheit.“ Am 1. April wird entschieden, ob er zur Armee soll. Ünal sagte, er wäre nicht überrascht, wenn man ihn als tauglich für die Armee vorschlagen werde.

Geringe Strafe für Folterer
26.03.04 - Vier türkischen Polizisten, die 1991 das Mitglied der Dev Genc (Revolutionäre Jugend) Birtan Altunbas, zu Tode folterten, wurden zu jeweils vier Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt. Das geringe Strafmaß wurde mit „gutem Verhalten“ begründet. Der Prozess dauerte 13 Jahre, Haftbefehl wurde nicht erlassen, und so bleiben die Folterer frei.


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:18
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