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Auszeichnung für Baumeister der F-Typ-Gefängnisse
09.03.04 - Der frühere Generaldirektor der Haftanstalten
als Auftraggeber der F-Typ-Gefängnisse wurde mit der
staatlichen Medaille für besondere Verdienste
ausgezeichnet. Angehörige der Hungerstreikenden gegen
die Verlegung in die F-Typ-Gefängnisse protestierten
gegen die Verleihung der Auszeichnung durch den Justizminister.
Ümit Gönger: Der 110. Tote im Hungerstreik
30.03.04 - Ümit Gönger überlebte das Massaker
vom 19.-22. Dezember 2000, bei dem das türkische Militär
20 Gefängnisse stürmte und 28 Gefangene umbrachte,
im Ümraniye Gefängnis. Nach dem Massaker brachte
man ihn ins F-Typ Gefängnis von Tekirdag, wo er sich
der 9. Todesfastengruppe anschloss. Nachdem er zwangsernährt
wurde, unterbrach er sein Todesfasten, setzte es aber später
fort. Wenige Tage vor seinem Tod brachte man ihn zur Zwangsernährung
in das Staatskrankenhaus von Tekirdag. Dort setzte er sich
aus Protest gegen die Isolation und die Zensur in Brand. Im
Krankenhaus von Bayrampasa, wo er am 29. März nach seiner
Aktion hinverlegt wurde, starb er am 30. März 2004.
Das Todesfasten dauert seit Oktober 2000 an.
Selbstverbrennung in Izmir
24.03.04 - In Izmir hat sich der Aktivist Yusuf Poyraz vor
dem Polizeipräsidium am Konak Platz verbrannt. Yusuf
Poyraz überschüttete sich mit Benzin und zündete
sich an. Dabei rief er die Parole Es lebe unser Todesfastenwiderstand.
Brennend lief er in den Garten des Polizeipräsidiums.
Mit schweren Brandverletzungen wurde er in das Krankenhaus
eingeliefert und ist dort in der Notaufnahme in Behandlung.
Im Gespräch sagte er: Ich habe jetzt starke Schmerzen,
aber es ist nichts im Vergleich zu den anderen Schmerzen,
die meine Leute erfahren haben. Sprecher sagten, er
sei nicht mehr in Lebensgefahr.
351 entlassene kranke Gefangene erneut gefangen genommen
18.03.04 - Der Vorsitzende des Menschenrechtsvereins IHD in
Ankara, Süleyman Turan, berichtete, dass 351 Gefangene,
die aufgrund der Erkrankung an Wernicke-Korsakoff aus der
Haft entlassen wurden, erneut ins Gefängnis gebracht
wurden. Die Polizei stürmte das Lebenshaus,
in dem ehemalige Gefangene, die an Wernicke-Korsakoff erkrankt
sind, ihr Leben weiterführen.
Mit der Begründung, seinen Militärdienst nicht angetreten
zu haben, wurde der schwerkranke Ömer Ünal, der
sich in dem Haus befand, in der Armeeabteilung festgehalten.
Ömer Ünal, der im F-Typ Gefängnis von Edirne
am Wernicke-Korsakoff Syndrom erkrankte und von Präsident
Ahmet Necdet Sezer begnadigt wurde, wird beschuldigt ein Deserteur
zu sein. Ünal hat große Schwierigkeiten beim Sprechen
und hat den größten Teil seines Gedächtnisses
verloren. Ünal erklärte, dass er während der
sechstägigen Untersuchungszeit auf einem Stuhl sitzen
und mit einer Decke auf dem Boden hätte schlafen müssen.
Der Arzt hatte keine Ahnung von meiner Krankheit.
Am 1. April wird entschieden, ob er zur Armee soll. Ünal
sagte, er wäre nicht überrascht, wenn man ihn als
tauglich für die Armee vorschlagen werde.
Geringe Strafe für Folterer
26.03.04 - Vier türkischen Polizisten, die 1991 das Mitglied
der Dev Genc (Revolutionäre Jugend) Birtan Altunbas,
zu Tode folterten, wurden zu jeweils vier Jahren und fünf
Monaten Haft verurteilt. Das geringe Strafmaß wurde
mit gutem Verhalten begründet. Der Prozess
dauerte 13 Jahre, Haftbefehl wurde nicht erlassen, und so
bleiben die Folterer frei.
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