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So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr. 12-
Winter 2002 - Seite 8
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Japanischer
Kolonialismus & US-Imperialismus
Geschichtliches zu Südkorea
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Japanischer
Kolonialismus & US-Imperialismus
Geschichtliches zu Südkorea
[ aus: So oder So
- Die Libertad!-Zeitung Nr. 12 /Winter 2002 ]
Korea war von 1910
bis 1945 japanische Kolonie. Noch 1941 waren 64,4% der Industrie im
Besitz japanischer Unternehmer. Ähnlich war die Verteilung auf
dem Lande. Hand in Hand mit der ökonomischen Ausbeutung des Landes
ging die nationale Unterdrückung. Die koreanische Sprache war verboten,
die Menschen sollten sich die japanische Kultur aneignen. Es gab Streiks,
Aufstände und Massenbewegungen, die von den Kolonialherren blutig
unterdrückt wurden. Das ganze Land war durchzogen von Gefängnissen,
Polizeikasernen und einem Netz von Spitzeln, das bis in die kleinsten
Dörfer hinein wirkte. Anfang der 30er Jahre entwickelten sich erste
organisierte bewaffnet kämpfende Gruppen, die durch die Zusammenarbeit
mit der Befreiungsbewegung Chinas Anfang der 40er Jahre immer stärker
wurden. Im zweiten Weltkrieg wuchs eine Bewegung, die durch Streiks
und Sabotage versuchte, die Japaner zu schwächen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges
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| Orginalbildunterschrift:
Zwei Koreaner werden von US-Soldaten aufgegriffen und erhalten
sogleich an der nächsten geeigneten Stelle den Todesschuss. |
Am 15. August 1945
wurde mit der bedingungslosen Kapitulation Japans das Ende der 35jährigen
Kolonialisierung Koreas eingeläutet.. Es wurden Volkskomitees gegründet,
um den von den Japanern verlassenen Machtapparat zu übernehmen.
Die erste Anweisung des Oberbefehlshabers der US-Streitkräfte im
Pazifik, McArthur, kam jedoch wie eine kalte Dusche: Er kündigte
die Schaffung einer Militärregierung südlich des 38. Breitengrades
an, die Machtstrukturen der japanischen Kolonialherren wurden aufrechterhalten,
Englisch sollte Amtssprache werden. Im offenen Widerspruch zur Erklärung
der Unabhängigkeit Koreas sollte das Land unter der Befehlsgewalt
der USA stehen.
Die Besatzungsmächte weigerten sich, die Volkskomitees anzuerkennen,
ihre Mitglieder wurden von der US-Militärpolizei und der neugegründeten
südkoreanischen Polizei verfolgt.
Korea war am 38.
Breitengrad geteilt worden, im Norden wurde am 9. September '48 von
Kim Il Sung eine kommunistische Volksrepublik ausgerufen. Im Süden
wurde Syngman Ri von McArthur beauftragt, eine erste südkoreanische
Regierung zu bilden. Ri war ein alter Nationalist, der fast 30 Jahre
in den Vereinigten Staaten gelebt hatte. Er war im Oktober '45 nach
Seoul zurückgekehrt. Im Gegensatz zu den sowjetischen Truppen,
die sich längst aus Nordkorea zurückgezogen hatten, dachten
die amerikanischen Militärs gar nicht daran, das Land zu verlassen.
Im Gegenteil, McArthur erklärte anläßlich der Feierlichkeiten
zur Proklamation der neuen Regierung, dass die künstliche
Grenze eines Tages niedergerissen werden würde.
Der Koreakrieg
Am 25. Juni 1950
begann an eben jener künstlichen Grenze der Koreakrieg.
Unter dem Vowand, nordkoreanische Truppen hätten den 38. Breitengrad
überschritten, begann ein Krieg, der in 1.126 Tagen über 2
Millionen Soldaten auf beiden Seiten das Leben, die Freiheit oder die
Gesundheit kosten sollte. Amerikanische, südkoreanische und UN-Truppen
zerstörten die gesamte Infrastruktur Nordkoreas, alleine auf Pjongyang
fielen über 50.000 Bomben. In diesem Krieg wurde auf vielen Ebenen
geprobt, was ein paar Jahre später in Vietnam perfektioniert werden
sollte. Der Koreakrieg war ein Stellvertreterkrieg, dessen einzige Legitimation
der Kampf gegen den Kommunismus war. Die Vereinten Nationen hatten sich
von Anfang an geweigert, die nordkoreanische Volksrepublik anzuerkennen.
Der Krieg wurde
1953 beendet. Es dauerte zwei Jahre, bis ein endgültiger Waffenstillstand
ausgehandelt wurde, der heute noch in Kraft ist.
Militärdiktatur
Syngman Ri, dessen
Position schon vor dem Krieg mehr als angeschlagen war, obwohl er fast
alle demokratischen Mechanismen ausgehebelt hatte, mußte im April
1960 endgültig seinen Hut nehmen. In der Nacht zum 15. März
(dem Tag der Präsidentschaftswahl) kam es in Masan zu Protestkundgebungen.
Auch nachdem diese Demonstrationen blutig niedergeschlagen wurden, fanden
in der Folge im ganzen Land Massenkundgebungn statt, die am 26. April
in einem Marsch auf den Präsidentenpalast kulminierten.
Diese Welle der Proteste konnte nicht mehr gestoppt werden, die Regierung
trat zurück, und mit ihr auch auch Ri.
Die Rückkehr zu einem parlamentarischen System war jedoch von kurzer
Dauer. Schon 1961 übernahm das Militär in einem Staatsstreich
die Macht und übertrug den Vorsitz des obersten Rates zur Rekonstruktion
des Landes an General Chung Hee.
Chung Hee entwickelte sich zum Alleinherrscher Koreas, der alle politischen
Widersacher auszuschalten versuchte. Am 26. Oktober 1979 wurde er vom
Chef der Korean Central Intelligence Agency Kim Chaekyu ermordet.
Die kurze Phase
einer zivilen Regierung nach der Ermordung des Präsidenten Park
Chung Hee ließ Forderungen nach mehr politischer Beteiligung und
gerechterer Verteilung im Volk laut werden. Der Traum von Freiheit fand
ein abruptes Ende, als am 17. Mai 1980 eine Gruppe von Offizieren, geführt
von General Chun Doohwan, die alten Führungsmethoden wiederbelebte
und alle politischen Opponenten einsperren ließ.
Unter den Gefangenen befand sich auch Kim Dae-Jung, der heutige Präsident
Südkoreas.
Obwohl Präsident Chun Doo-hwan einige demokratische Verbesserungen
durchsetzte, änderte sich nichts wesentliches an den Bedingungen.
Die anhaltende Unzufriedenheit der Bevölkerung veranlasste ihn
1988 die Macht an seinen Vertrauten und Klassenkameraden Roh Tae-Woo
abzugeben.
Demokratisierungsprozeß
Die Arrogante Haltung
gegenüber den Forderungen der Bevölkerung nach Demokratisierung
führte zu Massenprotesten. Innerhalb weniger Tage befand sich Südkorea
in bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Schließlich
gab der Präsident nach, es wurden Wahlen angesetzt.
Der Opposition gelang es jedoch nicht, sich auf einen Kandidaten zu
einigen und Roh Tae-Woo wurde in einer, für koreanische Verhältnisse,
fairen Wahl 1988 zum neuen Präsidenten gewählt.
Die nächste Wahl im Jahr 1993 gewann Kim Young-Sam und trat als
erster ziviler Präsident sein Amt an.
1996 wurden die beiden Altpräsidenten Roh und Chun, sowie einige
der alten Militärführer und Geschäftsmänner wegen
Korruption, Volksverhetzung und Landesverrat im Zusammenhang mit dem
Aufstand von 1979 und dem Kwangju-Massaker im Jahr 1980 vor Gericht
gestellt, 1996 wurde Chun zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde dann
aber nicht vollstreckt. Roh wurde zu 22 Jahren Haft verurteilt.
1997 wurde der ehemalige
politische Gefangene Kim Dae Jung zum neuen Präsidenten gewählt.
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