.: Hallo :.

Saturday, den 11.02.2012 - 06:50



.: online :.

»Editorial
»Online NEWS
»Ergänzungen zu Artikeln


.: zeitung :.

.: index :.
» alle Druckausgaben
» Materialien: Ergänzungen zu Artikeln
» Autor/innen-Index
» Foto-Index
» Editorial-Index
» SoOderSo-Webwatcher
» ...

.: service :.

» Impressum
» Vertrieb
» An die Redaktion
» Artikel schreiben
» Infodienst abonnieren
» SUCHEN

 
Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 12- Winter 2002 - Seite 8
Japanischer Kolonialismus & US-Imperialismus
Geschichtliches zu Südkorea
[ Inhalt Nr. 12.]
Japanischer Kolonialismus & US-Imperialismus
Geschichtliches zu Südkorea

[ aus: So oder So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 12 /Winter 2002 ]

Korea war von 1910 bis 1945 japanische Kolonie. Noch 1941 waren 64,4% der Industrie im Besitz japanischer Unternehmer. Ähnlich war die Verteilung auf dem Lande. Hand in Hand mit der ökonomischen Ausbeutung des Landes ging die nationale Unterdrückung. Die koreanische Sprache war verboten, die Menschen sollten sich die japanische Kultur aneignen. Es gab Streiks, Aufstände und Massenbewegungen, die von den Kolonialherren blutig unterdrückt wurden. Das ganze Land war durchzogen von Gefängnissen, Polizeikasernen und einem Netz von Spitzeln, das bis in die kleinsten Dörfer hinein wirkte. Anfang der 30er Jahre entwickelten sich erste organisierte bewaffnet kämpfende Gruppen, die durch die Zusammenarbeit mit der Befreiungsbewegung Chinas Anfang der 40er Jahre immer stärker wurden. Im zweiten Weltkrieg wuchs eine Bewegung, die durch Streiks und Sabotage versuchte, die Japaner zu schwächen.


Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges

Orginalbildunterschrift: „Zwei Koreaner werden von US-Soldaten aufgegriffen und erhalten sogleich an der nächsten geeigneten Stelle den Todesschuss.“

Am 15. August 1945 wurde mit der bedingungslosen Kapitulation Japans das Ende der 35jährigen Kolonialisierung Koreas eingeläutet.. Es wurden Volkskomitees gegründet, um den von den Japanern verlassenen Machtapparat zu übernehmen. Die erste Anweisung des Oberbefehlshabers der US-Streitkräfte im Pazifik, McArthur, kam jedoch wie eine kalte Dusche: Er kündigte die Schaffung einer Militärregierung südlich des 38. Breitengrades an, die Machtstrukturen der japanischen Kolonialherren wurden aufrechterhalten, Englisch sollte Amtssprache werden. Im offenen Widerspruch zur Erklärung der Unabhängigkeit Koreas sollte das Land unter der Befehlsgewalt der USA stehen.
Die Besatzungsmächte weigerten sich, die Volkskomitees anzuerkennen, ihre Mitglieder wurden von der US-Militärpolizei und der neugegründeten südkoreanischen Polizei verfolgt.

Korea war am 38. Breitengrad geteilt worden, im Norden wurde am 9. September '48 von Kim Il Sung eine kommunistische Volksrepublik ausgerufen. Im Süden wurde Syngman Ri von McArthur beauftragt, eine erste südkoreanische Regierung zu bilden. Ri war ein alter Nationalist, der fast 30 Jahre in den Vereinigten Staaten gelebt hatte. Er war im Oktober '45 nach Seoul zurückgekehrt. Im Gegensatz zu den sowjetischen Truppen, die sich längst aus Nordkorea zurückgezogen hatten, dachten die amerikanischen Militärs gar nicht daran, das Land zu verlassen. Im Gegenteil, McArthur erklärte anläßlich der Feierlichkeiten zur Proklamation der neuen Regierung, dass die „künstliche Grenze“ eines Tages niedergerissen werden würde.

Der Koreakrieg

Am 25. Juni 1950 begann an eben jener „künstlichen Grenze“ der Koreakrieg. Unter dem Vowand, nordkoreanische Truppen hätten den 38. Breitengrad überschritten, begann ein Krieg, der in 1.126 Tagen über 2 Millionen Soldaten auf beiden Seiten das Leben, die Freiheit oder die Gesundheit kosten sollte. Amerikanische, südkoreanische und UN-Truppen zerstörten die gesamte Infrastruktur Nordkoreas, alleine auf Pjongyang fielen über 50.000 Bomben. In diesem Krieg wurde auf vielen Ebenen geprobt, was ein paar Jahre später in Vietnam perfektioniert werden sollte. Der Koreakrieg war ein Stellvertreterkrieg, dessen einzige Legitimation der Kampf gegen den Kommunismus war. Die Vereinten Nationen hatten sich von Anfang an geweigert, die nordkoreanische Volksrepublik anzuerkennen.

Der Krieg wurde 1953 beendet. Es dauerte zwei Jahre, bis ein endgültiger Waffenstillstand ausgehandelt wurde, der heute noch in Kraft ist.

Militärdiktatur

Syngman Ri, dessen Position schon vor dem Krieg mehr als angeschlagen war, obwohl er fast alle demokratischen Mechanismen ausgehebelt hatte, mußte im April 1960 endgültig seinen Hut nehmen. In der Nacht zum 15. März (dem Tag der Präsidentschaftswahl) kam es in Masan zu Protestkundgebungen. Auch nachdem diese Demonstrationen blutig niedergeschlagen wurden, fanden in der Folge im ganzen Land Massenkundgebungn statt, die am 26. April in einem „Marsch“ auf den Präsidentenpalast kulminierten. Diese Welle der Proteste konnte nicht mehr gestoppt werden, die Regierung trat zurück, und mit ihr auch auch Ri.
Die Rückkehr zu einem parlamentarischen System war jedoch von kurzer Dauer. Schon 1961 übernahm das Militär in einem Staatsstreich die Macht und übertrug den Vorsitz des obersten Rates zur Rekonstruktion des Landes an General Chung Hee.
Chung Hee entwickelte sich zum Alleinherrscher Koreas, der alle politischen Widersacher auszuschalten versuchte. Am 26. Oktober 1979 wurde er vom Chef der Korean Central Intelligence Agency Kim Chaekyu ermordet.

Die kurze Phase einer zivilen Regierung nach der Ermordung des Präsidenten Park Chung Hee ließ Forderungen nach mehr politischer Beteiligung und gerechterer Verteilung im Volk laut werden. Der Traum von Freiheit fand ein abruptes Ende, als am 17. Mai 1980 eine Gruppe von Offizieren, geführt von General Chun Doohwan, die alten Führungsmethoden wiederbelebte und alle politischen Opponenten einsperren ließ.
Unter den Gefangenen befand sich auch Kim Dae-Jung, der heutige Präsident Südkoreas.
Obwohl Präsident Chun Doo-hwan einige demokratische Verbesserungen durchsetzte, änderte sich nichts wesentliches an den Bedingungen. Die anhaltende Unzufriedenheit der Bevölkerung veranlasste ihn 1988 die Macht an seinen Vertrauten und Klassenkameraden Roh Tae-Woo abzugeben.

Demokratisierungsprozeß

Die Arrogante Haltung gegenüber den Forderungen der Bevölkerung nach Demokratisierung führte zu Massenprotesten. Innerhalb weniger Tage befand sich Südkorea in bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Schließlich gab der Präsident nach, es wurden Wahlen angesetzt.
Der Opposition gelang es jedoch nicht, sich auf einen Kandidaten zu einigen und Roh Tae-Woo wurde in einer, für koreanische Verhältnisse, fairen Wahl 1988 zum neuen Präsidenten gewählt.
Die nächste Wahl im Jahr 1993 gewann Kim Young-Sam und trat als erster ziviler Präsident sein Amt an.
1996 wurden die beiden Altpräsidenten Roh und Chun, sowie einige der alten Militärführer und Geschäftsmänner wegen Korruption, Volksverhetzung und Landesverrat im Zusammenhang mit dem Aufstand von 1979 und dem Kwangju-Massaker im Jahr 1980 vor Gericht gestellt, 1996 wurde Chun zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde dann aber nicht vollstreckt. Roh wurde zu 22 Jahren Haft verurteilt.

1997 wurde der ehemalige politische Gefangene Kim Dae Jung zum neuen Präsidenten gewählt.

[ © So oder So / Libertad! Falkstr. 74, 60487 Frankfurt ]


[ document info ]
CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:18
[HOCH]Artikel empfehlendrucken
Interessiert an mehr Infos von u. über Libertad! - Abonniere den elektronischen So oder So-Infodienst

CopyLeft © SoOderSo & Libertad!