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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 12- Winter 2002 - Seite 8
Kurznachrichten
[ Inhalt Nr. 12.]

Kurznachrichten

[ aus: So oder So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 12 /Winter 2002 ]

Steve Biko vor 25 Jahren ermordet
Südafrika, 12.9.02. Vor 25 Jahren wurde der Widerstandskämpfer Steven Biko von weißen Sicherheitspolizisten während eines „Verhörs“ ermordet. Anfang der 70er Jahre war eine der schwersten Zeiten des Befreiungskampfes in Südafrika. Die gesamte ANC-Führung befand sich im Knast oder im Exil. Viele Menschen hatten resigniert. Steve Biko mobilisierte mit Parolen wie: „Schwarz sein ist keine Frage der Hautpigmente, sondern des Bewusstseins“ und initiierte die Gründung der Bewegung Black Consciousness (Schwarzes Bewusstsein). Die Schüler und Studenten gingen auf die Straße, um sich gegen den Sprachunterricht Afrikaans, die Sprache der weißen Unterdrücker, zu wehren. Dabei wurden 1976 in Soweto zahlreiche Kinder und Jugendliche durch Polizisten erschossen. Nach der Ermordung von Steve Biko radikalisierten sich viele, die mit ihm zusammen gekämpft hatten, und gründeten die Organisation Azapo, in der sich nur Schwarze organisierten. Für sie war nach der blutigen Entwicklung in den siebziger Jahren klar, dass es einen Raum geben muss, wo sich das Bewusstsein der Unterdrückten frei entfalten kann, der sich auch gegen die weiße Linke Südafrikas abgrenzt.

Hinrichtungen in Honduras
Tegucigalpa, 4.10.02. Die UNO haben die große Zahl von Hinrichtungen durch Polizisten in Honduras verurteilt. Der UN-Beauftragte für „Hinrichtungen ohne Gerichtsurteil“, der Afghane Jahangar, sagte bei der Vorstellung eines entsprechenden Berichtes in Honduras, dass der Staat dem ein Ende setzen müsse. Nach Angaben des Vereins „Casa Alianza“ wurden zwischen Januar 1998 und August 2002 1.343 in Armut lebende Kinder und Jugendliche durch Polizisten getötet. Diese Praxis ist nicht nur aus Honduras bekannt. Auch in den Favelas Brasiliens werden bezahlte Killer und Polizisten auf Kinder angesetzt, um so das Problem der Armut zu „lösen“. Die Regierungen billigen dieses Vorgehen.

Neuer Polizeiknüppel
Hannover, 15.10.02. Niedersachsens Polizei darf als erste mit neuen Knüppeln hauen. Der neue Einsatzmehrzweckstock (EMS) ist aus Nylon, er soll den bisherigen Gummiknüppel ablösen. Im Unterschied zum bisher verwendeten Schlagstock hat der neue Knüppel einen nach beiden Seiten abstehenden Griff in T-Form, so dass er einem Schwert ähnelt.

Straßenschlacht in Straßburg
Straßburg, 20.10.02. Die Schlacht begann gegen 20 Uhr im sozialen Brennpunkt Hautepierre. Anlass war der Mord durch Polizisten an einem 17-Jährigen aus dem Viertel. Wiederholt haben Polizisten in französischen Großstädten Jugendliche aus den Banlieus (Vororte der Großstädte) erschossen, verprügelt oder wie in diesem Fall zu Tode gehetzt. Der Jugendliche aus Straßburg ertrank auf seiner Flucht vor der Polizei im Rhein.

Arafat nimmt Angebot an
Hannover. Palästinensische Polizisten sollen in Niedersachsen ausgebildet werden. Der palästinensische Präsident Yassir Arafat hat ein entsprechendes Angebot von Ministerpräsident Sigmar Gabriel bei seinem Besuch in Ramallah angenommen. Wahrscheinlich würden die Polizisten nach Niedersachsen kommen, um ausgebildet zu werden. Wie viele Polizisten für welchen Zeitraum kommen, steht dem Sprecher zufolge noch nicht fest.

Fingerabdruck von US-Bürgern
Riad. Saudi-Arabien will die Einreisebedingungen für US-Bürger künftig verschärfen. Zu den Maßnahmen gehöre die digitale Speicherung von Fingerabdrücken, sagte der saudische Innenminister. Dies beruhe nach der Einführung ähnlicher Maßnahmen für Saudiarabier in den USA auf „dem Prinzip der Gegenseitigkeit“. In Saudi-Arabien leben und arbeiten bis zu 40.000 US-Bürger.

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