|
So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr. 12-
Winter 2002 - Seite 2
|
|
|
|
Kurznachrichten
|
|
|
Kurznachrichten
[ aus: So oder So
- Die Libertad!-Zeitung Nr. 12 /Winter 2002 ]
So schnelle Staatschefs...
Madrid, 5.7.02. Der spanische Ministerpräsident und leidenschaftliche
Jogger Aznar, hat mit einer Bemerkung über seine sportlichen Leistungen
viel Spott geerntet. Bei der Vorstellung eines Buches erzählte
der Regierungschef von einem Gespräch mit George Bush während
des G8-Gipfels in Kanada. Der US-Präsident habe damit geprahlt,
dass er vier Kilometer in 6:24 schaffe. Ich jogge zehn Kilometer
in 5:20, antwortete Aznar. Zumindest darin sind wir den
Amerikanern überlegen, sagte er. Die Presse rechnete nach:
Aznar muss gut 112 Kilometer in der Stunde schnell sein. Der Weltrekord
über 10.000 Meter liege immerhin bei 26:22,75. Bush muss aber auch
geflunkert haben: Er müsste sonst auf Tempo 37,5 kommen. Wie schnell
ist Außenminister Fischer eigentlich?
Amnesty übt
Kritik an USA
London, 28.7.02. Die Menschenrechtsorganisation kritisierte die US-Regierung,
Kolumbien mit Soldaten und mehr Geld im Krieg gegen die Guerilla zu
unterstützen. Die Ausweitung und Vertiefung des US-Engagement
könnte der bereits schlechten Menschenrechtslage weiter schaden,
hieß es. Mit Verwunderung nahm AI zur Kenntnis, dass die USA Mittel
für den Aufbau einer Antiterroreinheit bereitstellen, während
die kolumbianischen Sicherheitskräfte mit den Paramilitärs
verflochten seien. Der US-Kongress hatte Kolumbien genehmigt, einen
Teil seiner Anti-Drogenhilfe gegen die Guerilla einzusetzen.
Gewonnen!
Mexiko-Stadt, 2.8.02. Nach monatelangen, teilweise gewaltsamen Protesten
von Bauern hat die Regierung ihren Plan aufgegeben, im Osten von Mexiko-Stadt
einen neuen internationalen Flughafen zu bauen. Das Verkehrsministerium
teilte mit, angesichts der Widerstände der Bevölkerung werde
nach einem neuen Standort gesucht. Eine Woche vor dieser Entscheidung
hatte der Konflikt ein Menschenleben gefordert. Ein Flughafengegner
starb nach Zusammenstößen mit der Polizei.
Türkei liefert
Israel Wasser
Jerusalem, 7.8.02. Die Türkei wird Israel in den kommenden 20 Jahren
jährlich 50 Mio. Kubikmeter Wasser liefern. Ein entsprechendes
Abkommen vereinbarten in Jerusalem der türkische Energieminister
Cakan und der israelische Ministerpräsident Sharon. Auch ein Waffenabkommen
wurde bei der Zusammenkunft besprochen. Ein gemeinsamer Ausschuss soll
nun die Logistik des Wassertransportes diskutieren. Die Beziehungen
zur Türkei sind angesichts der Situation im Nahen Osten für
Israel von besonderer Bedeutung. Ebenso wie die Wasserfrage. Israel
kontrolliert das gesamte Wasserkontingent des Landes. An Palästinenser
wird Wasser nur gegen viel Geld abgegeben und nur in beschränkten
Mengen.
Besetzte Uni
in Sevilla geräumt
Sevilla, 9.8.02. Die Nationalpolizei nahm 270 Migrant/innen ohne Papiere
fest, die seit Anfang Juni das Gelände der Uni Pablo de Olavide
besetzt hatten. Mit der Aktion wollten sie Aufenthaltsgenehmigungen
erhalten. Die Besetzung begann zwei Wochen vor dem EU-Gipfel, auf dem
Migrationspolitik ein zentrales Thema war. Nach der Räumung wurden
acht Menschen ins Krankenhaus gebracht, die durch einen Hungerstreik
geschwächt waren. Allen droht nun die Abschiebung. Die Lage für
die Migrant/innen aus Nordafrika hatte sich in diesem Jahr drastisch
verschärft, da sie keine Saisonarbeit auf den Obstfeldern in Spanien
fanden. Die Plantagenbesitzer hatten sich auf dem unerschöpflichen
Markt der arbeitssuchenden Migrant/innen mit billigeren Pflücker/innen
aus osteuropäischen Ländern versorgt. Das funktioniert nach
dem frühkapitalistischen System: Morgens versammeln sich die Arbeitssuchenden
auf den Dorfplätzen und werden per Zuruf mit aufs Feld genommen.
[ © So oder
So / Libertad! Falkstr. 74, 60487 Frankfurt ]
|