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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 11- Frühjahr 2002 - Seite 11
Kurznachrichten
[ Inhalt Nr. 11.]
[ aus: So oder So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 11 /Frühjahr 2002 ]

Kurznachrichten

Nixon erwog Atombombe
Washington, 1.3. - Der frühere US-Präsident Nixon hat 1972 offenbar erwogen, eine Atombombe über Vietnam abzuwerfen. Das geht aus bisher unter Verschluss gehaltenen Tonbandaufzeichnungen hervor, die jetzt freigegeben wurden. Das Gespräch führte Nixon mit seinem damaligen Sicherheitsberater Kissinger. Die beiden Politiker unterhielten sich über das weitere militärische Vorgehen im Vietnamkrieg. Dabei wurden Möglichkeiten für eine Eskalation erwogen. Schließlich sagte Nixon: „Ich würde lieber die Atombombe einsetzen.“ Kissinger entgegnete: „Ich glaube das wäre etwas zuviel.“

Prinzipien
Kuala Lumpur, 7.3. - Als Mann mit Prinzipien hat sich ein Bankräuber in Malaysia erwiesen: Der Kriminelle lehnte bei einem Überfall umgerechnet 3000 Euro ab, die ihm ein verängstigter Bankkunde geben wollte. Laut einem Bericht der Zeitung Star erklärte er dem verblüfften Mann, er sei „gekommen, um die Bank zu überfallen, und nicht die Kunden.“ Der Räuber und ein Komplize entkamen mit umgerechnet 52.000 Euro aus den Banktresoren. Der Bankkunde, ein Geschäftsmann, zeigte sich gegenüber Polizisten zutiefst erleichtert, dass der Ganove seinen prall gefüllten Geldumschlag zurückgewiesen hatte.

Verspätet!
Washington, 14.3. - US-Präsident Bush hat sich verärgert darüber geäußert, dass zwei mutmaßlichen Flugzeugattentätern nun Visa zugestellt wurden. Genau sechs Monate nach der Attacke auf das WTC waren ihre beiden Studentenvisa in jener Flugschule in Florida eingetroffen, in der beide Attentäter ihre Ausbildung vollendet hatten. Bush zeigte sich unzufrieden, dass die Visa auf dem Amtsweg hängen geblieben und nicht entfernt worden seien, obwohl die Namen der Antragsteller inzwischen doch allgemein bekannt sein. Der Ägypter Mohammed Atta und Marwan al-Shehhi aus den Vereinigten Emiraten hatten Genehmigungen beantragt, um sich an einer Technikschule einzuschreiben.

Back again
New York, 14.3. - Die USA erhalten ihren Sitz in der UN-Menschenrechtskommission zurück, den sie im Mai 2001 erstmals seit der Gründung des Gremiums 1947 verloren hatten. Laut Diplomaten erklärten die USA ihre Kandidatur, nachdem Italien und Spanien ihre Bewerbungen zurückgezogen hatten. Für die vier Sitze der Gruppe „Westeuropa und andere“, über die Ende April entschieden wird, kandidieren nun Deutschland, Irland, Australien und die USA. US-Vertreter begrüßten, dass die USA als „weltweit führende demokratische Kraft“ nun vor der Rückkehr in die Kommission stünden.

Schill(y)
Hamburg, 14.3. - Schill regte in der BILD an, afrikanische Staaten könnten von der Hansestadt Hamburg mehr Entwicklungshilfe bekommen, wenn sie abgelehnte Asylbewerber aufnähmen, die nicht in ihre Heimat zurückgeschickt werden können. Das spare Sozialkosten und helfe dem armen Afrika.
Aber der Rechtspopulist Schill ist nicht der Einzige, der nach Wegen sucht, unerwünschte Ausländer an Drittstaaten abzugeben. Bundesinnenminister Schily (SPD) etwa, schlug im Herbst vor, extremistische und kriminelle Ausländer in „ferne Weltgegenden“ abzuschieben, wenn sie nicht in ihre Heimat geschickt werden können. Das ist der Fall, wenn dort Verfolgung droht, ihre Nationalität unklar ist, oder der Herkunftsstaat sie nicht will. „Abschiebungen in Regionen“ heißt daher die Alternative, an der Bundesländer wie die EU-Staaten schon lange basteln - und die sie, siehe Ghana, schon praktizieren.
Dort sitzen mehr als 2000 Abgeschobene aus Deutschland und Schweden im Gefängnis.

[ © So oder So / Libertad! Falkstr. 74, 60487 Frankfurt ]


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:18
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