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So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr. 11-
Frühjahr 2002 - Seite 2
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Kurznachrichten
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aus: So oder So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 11 /Frühjahr 2002 ]
Kurznachichten
Einspruch gegen
Hinrichtungen
Washington 14.2. - US-Menschenrechtler protestieren gegen zwei Hinrichtungen
im Bundesstaat Georgia und Texas. Im ersten Fall geht es um den zur
Tatzeit 17-jährigen geisteskranken Häftling Alexan
der Williams, in Texas soll der Afroamerikaner Thomas Miller-El sterben.
Die Hinrichtungen verstoßen gegen internationale Menschenrechtsstandards.
Laut amnesty schloss der Staatsanwalt im Jahr 1986 Schwarze gezielt
vom Geschworenenpool aus. Der heute 50-jährige Miller-El hatte
bei einem Raubüberfall einen weißen Verkäufer erschossen.
Der Staatsanwalt ernannte elf weiße und einen schwarzen Geschworenen.
Das damalige Handbuch für Staatsanwälte empfahl, keine Minoritäten,
Behinderte und Juden als Geschworene zuzulassen. Diese Gruppen entschieden
zu oft zu Gunsten der Angeklagten.
Und sie schießen
doch gezielt
Rom, 17.2. - Beim G-8-Gipfel in Genua im Juli 2001 hat Italiens Innenminister
Scajola nach eigenen Worten einen Schießbefehl gegeben. Die
Polizei sollte Schusswaffen gegen mögliche Eindringlinge einsetzen,
die gegen die Rote Zone vorgehen, in der die Führungen
der größten Industrienationen tagten.
Laut Berichten eines unabhängigen Untersuchungsausschusses fielen
in diesen Tagen in Genuas Straßen mehr als zwanzig Schüsse.
Einer mit tödlichem Ausgang. Carlo Giuliani wurde am 21.6. durch
eine Polizeikugel gezielt ermordet. Die italienische Regierung verweigerte
bis heute die Aufklärung der Ereignisse jener Tage.
USA/EU unterstützen
Offensive
Washington 22.2. - Die EU und die USA unterstützen die Großoffensive
gegen die FARC-Guerilla in Kolumbien. Washington habe Verständnis
für die Entscheidung des Präsidenten Pastrana, der die Friedensverhandlungen
mit der FARC für beendet erklärte und die Einnahme der entmilitarisierten
Sicherheitszone im Süden des Landes befohlen hatte. Die US-Regierung
werde Bogota weiterhin in Spezieller Form unterstützen.
Die USA trainieren seit Jahren die kolumbianische Armee im Anti-Guerilla-Kampf.
Der außenpolitische EU-Beauftragte Solana verurteilte die Sabotagepolitik
der FARC und versicherte Pastrana die Unterstützung. Die Armee
erhielt den Kampfauftrag, die entmilitarisierte Zone der FARC mehr
als drei Jahre nach ihrer Einrichtung als Friedenslabor
wieder zu besetzen.
Purim in Hebron
26.2. - Außenminister Shimon Peres wird mit einem Henkersstrick
um den Hals und mit einer Pistole an der Schläfe durch die Altstadt
geführt - auch so wurde Purim gefeiert, radikale Siedler wählten
diese Verkleidung für ihren Umzug durch Hebron. Weder
Polizei noch andere Siedler schritten gegen diese hetzerische und
geschmacklose Maskierung ein. Minister Danny Naveh forderte daraufhin
rechtliche Konsequenzen. Seine Sorge galt allerdings nicht Shimon
Peres, sondern dem Image der übrigen Siedler in Hebron. In Hebron
leben derzeit wenige Hundert jüdische Siedler unter schwerster
Bewachung mitten unter 100.000 Palästinensern. Eine Sprecherin
der Siedler, Orit Struck, kritisierte die Kostümierung zwar ebenfalls,
betonte jedoch zugleich, dass die Siedler davon überzeugt seien,
dass Peres Ansichten katastrophale Auswirkungen für Israel haben.
Erschreckend ist die Tatsache, dass es von Seiten der Regierung keine
weitere Reaktion gab. Naveh sorgte sich um das Image der Siedler,
die Konsequenzen für das Image von Shimon Peres scheinen ihn
nicht weiter zu interessieren. Die Regierung und die Sicherheitskräfte
scheinen nach der Ermordung von Jitzhak Rabin nichts dazu gelernt
zu haben. Die Regierung sollte Wege finden, Aktionen wie die Purimsverkleidung,
rechtlich zu verfolgen, da die Religion zur Auslebung von Rassismus,
Extremismus und blindem Hass ausgenutzt wird, kommentierte haGalil
onLine den Vorfall.
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