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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 11- Frühjahr 2002 - Seite 2
Kurznachrichten
[ Inhalt Nr. 11.]
[ aus: So oder So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 11 /Frühjahr 2002 ]

Kurznachrichten

Mal anders gesehen
Juliaca, im Jahr 2002 - Im Herzen der peruanischen Anden liegt Juliaca, ein wichtiger Schmuggler- und Handelsort. Doch in Peru ist die Stadt als Stadt der verprügelten Männer bekannt. Im vergangenen Jahr zählte der Amtsarzt der Stadt mehr als 300 Fälle. Er schätzt die Dunkelziffer auf 70 Prozent. „In der großen Mehrheit schämen sich die Männer oder haben Angst, dass ihre Frauen sie nach einer Anzeige erst recht schlagen.“
Einer der wenigen Männer, der seine Misshandlungen durch seine Frau anzeigte ist der 42-jährige Teofilo Maccla.
Bei einem Dorffest hatte er über die Stränge geschlagen, Er bat seine Ehefrau um etwas Taschengeld, um weiter mit seinen Zechkumpanen trinken zu können. „Als sie mir kein Geld geben wollte, habe ich ihr mit Schlägen gedroht,“ erklärt er zögernd. „Da hat sie einen Stock geschnappt und ihn mir mit voller Wucht übers Gesicht gezogen. Wenn mein Freund Manuel nicht zufällig vorbei gekommen wäre, hätte sie mich bestimmt getötet.“ Trennen will er sich jedoch nicht von seiner Frau, wegen der fünf Kinder. Die Behörden sehen die Ursachen für die wachsende Gewalt darin, dass die Frauen zunehmend wirtschaftliches Gewicht errungen haben. Sie kontrollieren einen großen Teil des Schmuggels zwischen Peru und dem benachbarten Bolivien.

Überall US-Soldaten
Jakarta, 29.1. - 660 US-Amerikaner sollen philippinische Soldaten trainieren und beraten. Dabei sollen US-Spezialeinheiten zusammen mit einheimischen Truppen auf der Insel Basilan patrouillieren und Mitglieder der Abu Sayaf suchen. Rund 7000 philippinische Soldaten versuchen seit Monaten vergeblich, gefangene Geiseln zu befreien und die Abu Sayaf zu bekämpfen, die Kontakte zu Al Qaida haben soll. Außer Soldaten brachte das US-Militär jetzt Transportflugzeuge, Hubschrauber, Schnellboote, LKW, Waffen, Munition und modernes Aufklärungsgerät auf die Philippinen. Oppositionspolitiker und Bürgerrechtler haben Präsidentin Arroyo kritisiert, der Einsatz sei mit der Verfassung nicht zu vereinbaren. In der steht geschrieben, dass ausländische Truppen nur zu Übungszwecken im Lande sein dürfen. Bis 1945 waren die Philippinen de facto US-Kolonie, der Widerstand gegen die Besatzung wurde von den USA blutig niedergeschlagen. Erst vor zehn Jahren zogen die letzten US-Soldaten ab.

Manchmal gewinnen wir
Regionalgefängnis Bern 30.1. - Zellenfenster beschädigt: Insasse entwichen! Eine Gruppe Leute hat ein Zellenfenster im Regionalgefängnis Bern beschädigt. Dem Gefangenen gelang die Flucht. Die Gruppe bestehend aus 50 vermummten Leuten hatte sich kurz nach 22.00 Uhr zum Regionalgefängnis begeben, um dort gegen die Festnahme eines Angehörigen der Sans Papiers zu demonstrieren. Als die alarmierte Stadtpolizei am Ort des Geschehens eintraf, waren die Demonstranten bereits Richtung Reithalle abgezogen. Beim Flüchtigen handelt es sich um einen Angehörigen der Sans Papiers. Der Mann war am Nachmittag beim Eintritt ins Berner Rathaus von der Kantonspolizei kontrolliert worden. Dabei stellte sich heraus, dass er vom Kanton Basel-Landschaft rechtsgültig zur Anhaltung ausgeschrieben war.

Entschuldigung nach 40 Jahren
Brüssel, 6.2. - Außenminister Louis Michel hat die Kongolesen um Vergebung gebeten für die belgische Beteiligung an der Ermordung des ersten kongolesischen Premierministers, Patrice Lumumba. Doch die Geste ist in Belgien sehr umstritten. Michels Entschuldigung bei der Familie Lumumbas und dem kongolesischen Volk ist der Abschluss einer anderthalb Jahre dauernden Debatte über die Hintergründe der Ermordung vor 40 Jahren. Ein eingesetzter Untersuchungsausschuss fand zwar keinen eindeutigen Beweis für die Täterschaft der belgischen Regierung, stellte aber fest, die Regierung habe mehrfach die Liquidierung Lumumbas geplant.

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