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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 11- Frühjahr 2002 - Seite 1
„Enduring Freedom“ in Palästina
Israels neuer Besatzungskrieg
[ Inhalt Nr. 11.]
[ aus: So oder So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 11 /Frühjahr 2002 ]

„Enduring Freedom“ in Palästina
Israels neuer Besatzungskrieg

Festnahme in Bethlehem, am 4. April. Israel plant die Wiedereröfnung der Internierungslager für tausende palästinensische Gefangene. Die Vorbereitungen im Lager Kseiot in der Negevwüste seien im Gange, erklärte am 6. April der Planungsstab-General Giora Eiland auf einer Pressekonferenz. Allein in der ersten Woche seit dem Beginn der Großoffensive „Operation Schutzwall“ am 29. März hat die israelische Armee nach eigenen Angaben 1.200 Palästinenser verhaftet. In dem mit Stacheldraht umzäunten und von Wachtürmen umgebenen Lager Ansar III (Kseiot) südwestlich der Stadt Berscheeba wurden bereits während der ersten Intifada von 1987 bis 1993 tausende Palästinenser gefangen gehalten. Selbst israelische Gerichte, die ansonsten die Folter bei Verhören mehrmals für rechtsstaatlich erklärten, rügten damals die Haftbedingungen in der so genannten „Hölle in der Wüste“, in der Folter, Misshandlungen und systematischer Essensentzug an der Tagesordnung waren.

Am 29. März begann die Invasion. Die Leichen auf den Straßen der Flüchtlingslager, die unter Scharfschützenfeuer nicht begraben werden konnten; die zerlöcherten Häuser in Dschenin, Ramallah und Nablus, durch welche die israelischen Einsatzgruppen sich mit Nahgeschütz von Wand zu Wand in die Quartiere gefressen haben wie der Wurm in die Frucht; die Abschiebehaft gegen die palästinensische Führung um Yassir Arafat: Israel hat den Palästinensern den Krieg erklärt.
Ariel Scharon und sein Stabsschef Mofaz haben klare Ziele: Sie wollen den Friedensprozess beenden, die palästinensische Autonomiebehörde vernichten, und durch Zerstörung der gesellschaftlichen Infrastruktur eine ökonomische Lage schaffen, die die Palästinenser zur Auswanderung zwingen soll. Aber die Palästinenser bleiben - und wehren sich mit allen Mitteln. In allen Orten, die von der hochgerüsteten israelischen Armee überrollt wurden, kämpften Militante gegen den technischen Overkill der Apache-Hubschrauber und Merkawa-Panzer.
Die Besetzung wird keine Ruhe bringen. So gaben kurz nach dem Einmarsch 13 palästinensische Organisationen (Fatah, PFLP, Hamas, Dschihad Islami u.a.) die Bildung einer nationalen Koalition „unabhängig unserer Unterschiede“ bekannt und riefen zur Zusammenarbeit aller Milizen auf: „Wir werden uns dem israelischen Vernichtungskrieg mit allen Mitteln entgegenstellen“, so das hochrangige PFLP-Mitglied Maher Taher. Angesichts der israelischen Agression erklärte Marwan Barghouti, der Führer der Fatah-Milizen in der Westbank: „Wenn eure Panzer die Belagerung von Präsident Arafat erzwingen können, wird es unseren Helden gelingen, die israelischen Städte zu stürmen.“ Zuvor hatte Barghouti immer wieder dafür plädiert, die Angriffe palästinensischer Militanter auf die Besatzungstruppen in Gaza und der Westbank zu beschränken. Sein letzter Aufruf am 30. März im palästinensischen Fernsehen schloss mit den Worten an die Adresse der Israelis: „Ihr werdet weder Frieden noch Sicherheit genießen können, solange unser Volk nicht in Frieden und Sicherheit leben kann“. Der Krieg geht weiter in Palästina - und in Israel.
Siehe auch die Seiten 3-5 und 12

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