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So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr. 11-
Frühjahr 2002 - Beilage Seite 4
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Vorschlag
zur Diskussion
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Münchner Manifest gegen Krieg und kapitalistische Globalisierung
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Vorschlag
zur Diskussion für ein
Münchner Manifest gegen Krieg und kapitalistische Globalisierung
Münchener
Bündnis gegen die NATO-Kriegspolitik
[aus: Info des
Münchener Bündnis gegen die Nato-Sicherheitskonferenz "Von
Genua nach München und weiter! Gegen Nato-Kriegspolitik und kapitalistische
Globalisierung" - Beilage zur So oder So Nr. 11 ]
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©
argum, münchen
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In München
demonstrierten am 1. und 2. Februar 2002 über 10.000 Menschen
gegen die NATO-Sicherheitskonferenz und eroberten sich ihr Recht auf
Versammlungs- und Meinungsfreiheit zurück. Tausende andere, die
auf Grund des Ausnahmezustandes nicht nach München kommen konnten,
demonstrierten dafür in Mailand, Turin, Wien (2.000 vor der deutschen
Botschaft), Zürich und zahlreichen Städten Deutschlands
und Europas. Weitere Zehntausende waren am Wochenende auf den Straßen
in New York gegen das Treffen der ökonomischen Elite der kapitalistischen
Welt (WEF) und in Porto Alegre (Brasilien), wo das Weltsozialforum
stattfand.
Unter der rot-grünen
Bundesregierung wird Krieg geführt nach außen und innen
- im Ausland mit Bundeswehreinsätzen, in Deutschland mit der
Verhängung des Ausnahmezustandes und der Abschaffung des verfassungsmäßig
garantierten Rechts auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit und des
Rechts auf Freizügigkeit- beides sollte mit polizeistaatlichen
Mitteln abgeschafft werden.
Die angebliche
Weltstadt mit Herz wurde zur Polizeistaatsfestung gegen alle KritikerInnen
dieser mörderischen Politik. Das totale Demonstrationsverbot
ist politische Zensur, der Weg in den Überwachungsstaat wird
von der Stadt München und der bayrischen Staatsregierung vorangetrieben.
Es ist die Antwort auf die Stärke der Mobilisierungen in den
letzten Jahren - Nizza, Prag, Göteburg, Genua, München.
Menschen, die
hier gegen die NATO-Konferenz protestieren wollten, die eintreten
für Frieden und globale Gerechtigkeit, wurden in Hetzkampagnen
bereits im Vorfeld als Chaoten und Gewalttäter
diffamiert. So wurde immer wieder ohne Erfolg versucht, das Bündnis
an der Gewaltfrage zu spalten. Wir sagen: Es ist nicht die Aufgabe
einer Protestbewegung, den Herrschenden und Mächtigen dieser
Welt zu gefallen, wir lassen uns nicht in Gut und Böse spalten,
sondern wählen die Mittel unseres Widerstands selbst.
Die Bürgermeister
Ude (SPD) und Monatseder (Die Grünen), das KVR, das Kultur- und
Kommunalreferat übten im Vorfeld massiven Druck auf städtisch
unterstützte Projekte und Einrichtungen aus, das Spendenkonto
des Bündnisses wurde gekündigt, am Ende stand die Verhängung
des Ausnahmezustandes über das gesamte Stadtgebiet für 3
Tage.
4.200 Polizisten
waren im Einsatz. 850 Protestierende - mehr als die Hälfte davon
Jugendliche - wurden festgenommen und bis zu 16 Stunden in überfüllten
Gefängniszellen eingesperrt. Desweiteren wurde versucht, die
Öffentlichkeitsarbeit des Bündnisses dadurch zu behindern,
dass am Donnerstag bzw. am Freitag zwei Pressesprecher, (einer war
gleichzeitig auch der Versammlungsleiter der geplanten Gegendemonstration)
in Unterbindungsgewahrsam genommen.
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| ein jahr
zuvor: protest im schnee gegen die NATO |
Deshalb ist es
ein wichtiger politischer Erfolg, dass dieses repressive Konzept nicht
aufgegangen ist und so viele Menschen aus München und anderen
Städten und Ländern auf der Straße waren - nach dem
Motto: Whose streets, our streets und Wo Recht zu
Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht. Die Entsorgung der
Grundrechte wurde nicht hingenommen und durch die überzogenen,
zum Teil brutalen Übergriffen der polizeilichen Einsatzkräfte
hat sich deutlich gezeigt, von wem die vielbeschworene Gewalt ausging.
Von Genua
nach München drückt das politische Ziel der Mobilisierung
aus: Die Bewegungen gegen Krieg und den globalisierten Kapitalismus
zusammenzubringen. Die weltweite Ausbeutung und Unterdrückung
und die mörderische Kriegspolitik der führenden NATO-Staaten
sind zwei Seiten ein und derselben Medaille - das war der gemeinsame
Kern der Mobilisierung und das sollte er weiterhin sein: Gemeinsam
unsere Anliegen auf die Straße zu tragen und den Kriegsstrategen
aus NATO und EU deutlich zu machen: Ihr seid hier und anderswo
unerwünscht.
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©
jürgen ney
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Dieser politische
Brückenschlag ist gelungen. Das ist für uns ein weiterer
wichtiger politischer Erfolg der Mobilisierung gegen die NATO-Sicherheitskonferenz.
Der weltweite Widerstand und Protest gegen den globalisierten Kapitalismus
und die Kriege der NATO-Staaten lassen sich nicht verhindern - der
Widerstand geht weiter!
Im Herbst in Prag,
im nächsten Februar wieder in München und - am wichtigsten
- in den alltäglichen politischen Auseinandersetzungen an allen
Orten weltweit.
[ © Münchener
Bündnis gegen die Nato-Sicherheitskonferenz ]
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