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So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr. 11-
Frühjahr 2002 - Beilage Seite 1
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Schröder,
Fischer und Scharping
Nie wieder Krieg ohne uns...
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Schröder,
Fischer und Scharping:
Nie wieder Krieg ohne uns ...
[aus: Info des
Münchener Bündnis gegen die Nato-Sicherheitskonferenz "Von
Genua nach München und weiter! Gegen Nato-Kriegspolitik und kapitalistische
Globalisierung" - Beilage zur So oder So Nr. 11 ]
So eindeutig sagen
sie es natürlich nicht, aber genauso meinen sie es.
Solange Deutschland zu militärischen Alleingängen nicht
in der Lage ist, wird jede Gelegenheit genutzt, um die Bundeswehr
an Militärinterventionen der USA oder NATO - hilfsweise auch
an UNO-Blauhelmeinsätzen - zu beteiligen. Dabei sein ist alles.
Die Beteiligung am völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien
war der entscheidende Schritt und Probelauf für die militärischen
Ambitionen Deutschlands. Unter dem Banner der Anti-Terror-Koalition
wird jetzt der Kurs der Militarisierung deutscher Außenpolitik
beschleunigt vorangetrieben. Schon wenige Tage nach dem 11. September
erklärte Bundeskanzler Schröder, zur uneingeschränkten
Solidarität mit den USA gehöre auch: Deutschland
ist bereit zu militärischen Risiken. Schröder und
Scharping ließen danach keine Gelegenheit mehr aus, um der US-Regierung
die Beteiligung deutscher Soldaten im Krieg gegen Afghanistan aufzudrängen.
Schließlich wurde das eigene Truppen-Angebot, der Einsatz von
3.900 Bundeswehrsoldaten, zu einer amerikanischen Anforderung umgelogen.
Mit Vasallentreue
oder blindem Kadavergehorsam gegenüber den USA, wie manche Kommentatoren
es der Bundesregierung unterstellten, hat diese Kriegsbereitschaft
jedoch absolut nichts zu tun. Die wirtschaftlich und politisch Mächtigen
in Deutschland verfolgen ausschließlich ihre eigenen machtpolitischen
Interessen und sie tun es mit großer Zähigkeit. Seit Beginn
der 90er Jahre wird der Umbau der Bundeswehr zur weltweit einsetzbaren
Interventionsarmee zielstrebig vorangetrieben. Deutschland will jetzt
als Global Player mitspielen, auch in Zentralasien. Die Entscheidung
des Bundestages für den aktuellen Kriegseinsatz der Bundeswehr
bezeichnete Kanzler Schröder deshalb als eine historische
Entscheidung. Wie wahr, denn das vom Bundestag beschlossene
Einsatzgebiet für die deutschen Truppen umfasst beinahe den halben
Globus, nämlich: die arabische Halbinsel, Mittel- und Zentralasien,
Nordost-Afrika sowie die angrenzenden Seegebiete. In Zentralasien,
so fern der Heimat, haben deutsche Soldaten zuletzt unter Kaiser Wilhelm
gekämpft.
Es gehe heute
um ein weiterentwickeltes Verständnis deutscher Außenpolitik,
sagt der Bundeskanzler (11.10.2001) und darum, Europa zu
einem internationalen Akteur mit globalem Einfluss zu machen
(18.10.01).
Im Juni 1998 legte
die SPD-Bundestagsfraktion ein Positionspapier vor. Titel: Zukunftsregion
Kaspisches Meer - Deutsche Interessen und Europäische Politik
in den transkaukasischen und zentralasiatischen Staaten. Im
Vorwort erklärt Rudolf Scharping, er sehe für Deutschland
und Europa ...attraktive Gestaltungsmöglichkeiten, um den
eigenen politischen und wirtschaftlichen Interessen Geltung zu verschaffen.
Einen Monat nach
Beendigung des NATO-Krieges gegen Jugoslawien orientierte das Zentralorgan
des deutschen Kapitals, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, bereits
auf das nächste Ziel europäischer Einflussnahme: die Kaspi-Region.
Zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer stehen auch europäische
Interessen auf dem Spiel. Die Region könne wegen
seiner Bedeutung für den Erdöl- und Erdgastransfer auch
aus westeuropäischer Sicht geostrategisch nicht einfach ignoriert
werden. (FAZ, 26.07. 1999)
[ © Münchener
Bündnis gegen die Nato-Sicherheitskonferenz ]
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