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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 10- Winter 2001 - Seite 12
Seitenansichten : todesstrafe.de
[ Inhalt Nr. 10.]
Seitenansichten / So oder So webwatcher

[ aus: So oder So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 10 /Winter 2001, Seite 12 ]

todesstrafe.de
Die USA vollstrecke einen „barbarischen Akt“, sie stehe jenseits „der zivilisierten Welt“, und der Ablehnung ihres „menschenverachtenden Zynismus... kann nur noch abgrundtiefe Verachtung“ hinzugefügt werden. Dies schreibt nicht Arundhati Roy in ihrem neuen Essay, sondern Guido Westerwelle, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger bzw. Norbert Blüm in persönlichen Stellungnahmen zur Todesstrafe. Sechs der elf nachzulesenden Ansichten deutscher Politiker/innen stammen von FDP-Mitgliedern. Es fehlt die Erklärung des ehemaligen bayerischen Innenministers Alfred Seidl (CSU), der sich am 12. September 77 dafür aussprach, das Verbot der Todesstrafe aus dem Grundgesetz herauszunehmen und kund tat: „Fragen über Sinn oder Unsinn der Todesstrafe gehören meiner Meinung nach nicht in die Verfassung. Sie sollten besser im Strafgesetz geregelt werden.“ Nach Meinung eines Domain-Inhabers gehören diese Fragen ins World Wide Web, ebenso ein Diskussionsforum „Pro und Contra Todesstrafe“. Da fühlt man sich zurückversetzt in die Zeit des alten, guten Fernsehens oder des langweiligen Schulunterrichts. Dass die in deutschen Lehrplänen vorgesehene ausgewogene und unparteiische Behandlung eines Themas auch politisch-tendenziös sein kann, beweist die Webseite. In dem virtuellen „Informationsmagazin zum Thema Todesstrafe“ wurde neben den USA und Saudi Arabien jetzt als drittes Palästina „NEU“ in die Liste der „Länder mit Todesstrafe“ aufgenommen. Cuba ist „in Planung“. Aufmacher sind vollstreckte Hinrichtungen der letzten Monate, beispielsweise die eines Voodoo-Hexers in Kuala Lumpur. Die Beschreibungen von Exekutionsinstrumenten und -methoden, beispielsweise das Kochen bei lebendigem Leib, lässt das Herz eines jeden Sadisten höher schlagen. Die Inhalte haben überwiegend beschreibenden Charakter. An einer politisch-kritischen Auseinandersetzung scheint kein Interesse zu bestehen. Über den rassistischen Gehalt der Todesstrafe in vielen Ländern oder darüber, dass einer ihrer vehementesten Gegner, Kurt Tucholsky, sie in revolutionären Epochen für eine Notwendigkeit hielt, findet man bisher nichts auf: <http://www.todesstrafe.de>

[ © So oder So / Libertad! Falkstr. 74, 60487 Frankfurt ]


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