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So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr. 10-
Winter 2001 - Seite 11
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Kurznachrichten
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Kurznachrichten
[ aus: So oder
So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 10 /Winter 2001, Seite 11 ]
Hingerichtete
als Organspender
Washington, 11.11.01 - US-amerikanische Bürger profitieren nach
einem Bericht der New York Times von den Massenexekutionen in China:
Zahlreiche Amerikaner ließen sich in chinesischen Kliniken Organe
einsetzen, die Hingerichteten entnommen wurden. Die Nachbehandlung
findet in den USA statt. China betreibt seit acht Monaten eine Kampagne
des harten Durchgreifens gegen mutmaßliche Kriminelle.
Mindestens 2.000 Menschen wurden seitdem hingerichtet. Bis zum Ende
des Jahres sollten noch bis zu 5.000 Gefangene exekutiert werden.
Laut Bericht der NYT werden Todeskandidaten bereits vor der Hinrichtung
untersucht, ob ihre Organe brauchbar sind. Anschließend würden
sie mit Kopfschuss getötet, so dass Lunge, Herz, Leber und Nieren
unversehrt blieben.
Irre Soldaten
Istanbul, 12.11.01 - In dem Urlaubsort Manavgat an der türkischen
Riviera haben 7 Soldaten mehr als ein Dutzend Banken und Geschäfte
mit automatischen Waffen beschossen. Nach 20-minütiger Schießerei
ergaben sie sich; verletzt wurde niemand. Die Behörden erklärten,
der befehlshabende Offizier habe offenbar eine Nervenkrise
erlitten.
Hinrichtungen
live aus der Zelle
Thailand, 18.11.01 - Die thailändische Regierung überlegt,
Hinrichtungen von Drogenhändlern live im Fernsehen zu übertragen.
Erhofft wird eine abschreckende Wirkung. Gemäß staatlichen
Angaben sitzen 50 bis 60 zum Tode Verurteilte in den Gefängnissen.
Neun Drogenhändler seien in diesem Jahr hingerichtet worden.
Politische
Gefangene entlassen
Damaskus, 19.11.01 - In Syrien sind neun politische Gefangene aus
dem Gefängnis entlassen worden. Nach Angaben syrischer Menschenrechtler
waren sie Mitglieder der verbotenen kommunistischen Arbeiterpartei.
Einige von ihnen waren seit 14 Jahren in Haft. Anlass der Entlassung
war eine Amnestie zum 31. Jahrestag der Übernahme des Präsidentenamtes
durch Hafiz al Assad.
Südafrikanische
Polizeiübung
Johannesburg, 19.11.01 - Vier Polizisten sind für schuldig befunden
worden, ihre Hunde im Januar 1998 mit zwei anderen Beamten zu Übungszwecken
auf illegale Einwanderer gehetzt zu haben. Die mittlerweile vom Dienst
suspendierten oder entlassenen sechs weißen Mitglieder einer
Hundestaffel der Polizei hatten ihre Tiere auf drei Mosambikaner gehetzt
und diese geschlagen. Die Beamten hatten die Misshandlungen selbst
gefilmt.
Türkei
lehnt ai ab
Ankara, 20.11.01 - Die Menschenrechtsorganisation amnesty international
darf in der Türkei kein Büro eröffnen. Einen entsprechenden
Antrag der Organisation lehnte das Kabinett jetzt ab. amnesty will
jetzt klagen und notfalls den Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte anrufen. Bis zur Zulassung kann amnesty in der Türkei
weder Spenden sammeln noch Mitglieder werben. Die türkische Menschenrechtsvereinigung
IHD hat indessen in den ersten Monaten dieses Jahres 762 Fälle
von Folter festgestellt. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte der IHD
508 Fälle gemeldet.
Geschehen in
Bielefeld...
23.11.01 - Weil sie Haschischkugeln vor sich zu haben glaubten, haben
Polizisten in Bielefeld drei Gallensteine auf Drogen getestet. Nach
Polizeiangaben hatten Beamte die herausoperierten Gallensteine neben
Heroinbriefchen und Fixerbesteck in einer Wohnung gefunden, in der
sich eine Frau eine Überdosis Heroin gespritzt hatte. Nachdem
sich die Frau im Krankenhaus erholt hatte, löste sie das Rätsel
um die vermeintlichen Haschischkugeln auf: Sie habe die Gallensteine
als Erinnerungsstücke aufbewahrt.
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