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So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr. 10 -
Winter 2001 - Seite 2
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Kurznachrichten
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Kurznachrichten
[ aus: So oder
So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 10 /Winter 2001, Seite 2 ]
Polizei stürmt
Trauerfeier
Ankara, 17.9.01 - Die türkische Polizei sprengt erneut eine Begräbnisfeier
in Istanbul. Rund 150 Teilnehmer/innen der Trauerfeier werden festgenommen.
Die Feier galt einem 32-jährigen Mann, der nach 330 Tagen Hungerstreik
gestorben war.
Besser als
die Fahnder
Athen, 19.9.01 - Nach den Anschlägen vom 11. September in den
USA wächst in Griechenland die Besorgnis, ob die Sicherheit der
Olympischen Spiele 2004 in Athen gewährleistet werden kann. Griechenland
steht seit vielen Jahren wegen ausbleibender Erfolge in der Antiterrorfahndung
in der Kritik. Die USA, aber auch einige EU-Staaten wollen jetzt Ergebnisse
sehen. Ziel ist die Organisation 17.November, die sich
nach dem Datum des 1973 blutig niedergeschlagenen Studentenaufstandes
gegen die Obristenjunta benannt hat. Seit 26 Jahren ist die Organisation
aktiv, ohne dass jemals eines ihrer Mitglieder identifiziert, geschweige
denn gefasst wurde. Ein Bericht des US-Außenministeriums von
2000 bezeichnete Griechenland daher auch als eines der schwächsten
Glieder im Kampf gegen den Terrorismus.
11/9 - Wahr
oder Unwahr? (I)
Houston, 19.9.01 - Ein Fünftklässler aus Dallas kündigte
am 10. September seiner Klassenlehrerin für den darauffolgenden
Tag den Beginn eines Dritten Weltkrieges. Der Houston
Chronicle berichtete, der Schüler habe zudem geäußert,
Washington werde diesen Krieg verlieren. Kenntnisse über die
bevorstehenden Attentate hatte er jedoch nicht. (Wahr)
Todesstrafe
kein Hindernis mehr
Dänemark, 20.9.01 - Spezialisten der Terrorbekämpfung kritisieren
Dänemark für seine laxe Haltung gegenüber Terroristen.
Ihr Vorwurf: Gewalt verherrlichende Organisationen könnten ungehindert
in dem skandinavischen Land aktiv sein, Propaganda verbreiten und
Geld sammeln. Die PKK, die tamilischen Tiger, die palästinensische
Hamas und die Islamisten von Hisbollah oder Dschihad zählen zu
den Gruppen, die Basen in Dänemark haben sollen; auch Sympathisanten
von Osama bin Laden sollen dort wohnen. Nach dem 11. September greifen
dänische Politiker nun zu neuen Methoden: so wird die Auslieferung
von Verdächtigen in Länder, in denen ihnen die Todesstrafe
droht, öffentlich propagiert. Der neugewählte Ministerpräsident
Rasmussen will Flüchtlingen, die in ihrer Heimat des Terrorismus
angeklagt sind, das Asyl verweigern. Ab jetzt also bestimmen die Regimes,
vor denen die Flüchtlinge fliehen, wer in Dänemark Asyl
bekommt.
Dario Fo im
Streit
Rom, 26.9.01 - Der Literatur-Nobelpreisträger Dario Fo liegt
mit der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera im Streit.
Die großen Spekulanten planschen in einer Wirtschaft,
die jedes Jahr dutzende Millionen Menschen durch Armut tötet:
Was sind da 20.000 Tote in New York?, war Fo zitiert worden.
Dieser Satz sei aus dem Zusammenhang gerissen und habe ihm weltweite
Kritik eingebracht, wirft Fo der Zeitung vor. Fo hatte ein ganzseitiges
Inserat im römischen Konkurrenzblatt La Repubblica gekauft, um
seinem Ärger Luft zu machen.
Freispruch
nach Schüssen auf Schwarzen
Cincinnati, 26.9.01 - Der Polizist in Cincinnati, dessen tödliche
Schüsse auf einen unbewaffneten Schwarzen im April schwere Unruhen
ausgelöst hatten, ist freigesprochen. Ein Richter im US-Bundesstaat
Ohio urteilte, der Polizist habe angemessen auf eine sehr gefährliche
Situation reagiert. Bei den dreitägigen Unruhen nach dem
Vorfall waren 70 Menschen verletzt und über 300 festgenommen
worden.
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