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So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr. 10 -
Winter 2001 - Seite 2
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USA:
Mumia Abu-Jamal
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USA:
Mumia Abu-Jamal
[ aus: So oder
So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 10 /Winter 2001, Seite 2 ]
Der reaktionäre
Schub, der auf die Anschläge vom 11.9. folgte, hat die Situation
politischer Gefangener in den USA generell verschärft. Eine Diskussion
über die Abschaffung der Todesstrafe findet nicht mehr statt.
Auch das schafft veränderte Ausgangsbedingungen für den
Kampf um die Freiheit von Mumia Abu Jamal, dessen Verhaftungsdatum
am 9.12.2001 zwanzig Jahre zurück liegt.
Am 21. November
lehnte das Stadtgericht Philadelphia die Überprüfung von
weiterem Beweismaterial ab, das Mumia entlasten würde. Konkret
ging es um die Aussage eines Berufskillers, er habe den Mumia angelasteten
Mord begangen. Die Entscheidung, ob Beweise für seine Unschuld
erstmals vor Gericht gehört werden, und ob damit ein neues Verfahren
greifbarer wird, ging damit wieder in die Hände des Bundesbezirksrichters
Yohn zurück. Spricht er sich gegen eine Aufnahme des entlastenden
Beweismaterials in die Akten aus, gelten die Ergebnisse aus dem ersten
Verfahren von 1982 als juristisch bindend. Gouverneur Ridge, inzwischen
von George W. Bush zum Vorsitzenden der Kommission für innere
Sicherheit befördert, würde diese Entscheidung mit Sicherheit
nutzen, um zum dritten Mal einen Hinrichtungsbefehl zu unterzeichnen.
Diesen könnte dann nur das Bundesberufungsgericht aussetzen.
Unterdessen melden
Menschenrechtsorganisationen, dass in den USA Gefangene gezielt misshandelt
wurden, die im Zusammenhang des 11. September inhaftiert worden waren.
Laut US-Justizminister John Ashcroft wurden bislang 550 Personen festgenommen,
gegen die Verletzungen der Einwanderungsbestimmungen und andere Vorwürfe
erhoben werden. Der Ägypter Mohammed Maddy wurde in der Haft
von Aufsehern misshandelt. Dem pakistanischen Studenten Hasnain Javed
schlugen andere Häftlinge die Zähne aus, ohne dass das Aufsichtspersonal
eingriff. Eine weitere Gruppe Häftlinge wurde den Angaben zufolge
Anfang November von Aufsehern gezwungen, sich auszuziehen und der
Kälte ausgesetzt. Weitere Vorwürfe beinhalten Entzug von
Schlaf, Wasser und Nahrung. Zuvor hatte Ashcroft gegenüber den
New York Times erklärt, die Namen der nach den Anschlägen
in den USA festgenommenen Ausländer geheim zu halten. "Wir
befinden uns in Kriegszeiten", entgegnete Ashcroft auf die Kritik
von Bürgerrechtsorganisationen.
Alle politischen Gefangenen in US-Gefängnissen waren bereits
am Mittag des 11. September in Isolationszellen verschleppt worden.
Aktuelle Informationen
und Termine der Mumia-Solidaritätsbewegung: <http://www.mumia.de>
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