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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 10 - Winter 2001 - Seite 1
The American Dschihad: Westliche Zivilisation angekommen
[ Inhalt Nr. 10.]
[ aus: So oder So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 10 /Winter 2001, Seite 1 ]

The American Dschihad
Westliche Zivilisation angekommen

foto: on the ground
Terrain des Todes. US-Spezialeinheiten beim Sturm auf das Kriegsgefangenenlager Qala Jangi bei Mazar i-Scharif.
„Lasst uns jetzt eine Weile in Ruhe. Das ist alles, was wir brauchen“, befehligt ein US-Soldat anwesenden Journalisten. Danach beginnt das blutige Inferno: 600 kriegsgefangene „Internationalisten“ der Taliban werden am 27. November in der Nähe der afghanischen Stadt Mazar i-Scharif niedergemetzelt. 72 Stunden ziehen US-Kampfbomber im langsamen Kreisflug über der Lehmfestung Qala Jangi („Bauwerk des Krieges“) und feuern aus automatischen Kanonen. Die wenigen überlebenden Gefan-genen werden gefesselt und von Soldaten der Nordallianz und amerikanisch-britischen Special Forces-Einheiten niedergemacht. „Wir haben kein Interesse an großen Kriegsgefangenenlagern“, erklärt der US-Verteidigungsminister nach dem Massaker.

Das amerikanische Empire erklärt den schmutzigen Low-Intensity-Weltkrieg zum Gewohnheitsrecht. Nach der „executive order“ des US-Präsidenten Bush erwartet Gefangene zukünftig in den USA ein geheimes Militärgericht. Zeugen und Untersuchungsmethoden dieser Standgerichte bleiben geheim und es kann selbst dann exekutiert werden, wenn ein Drittel der anwesenden Offiziere nicht von der Schuld des Angeklagten überzeugt ist. Eine Berufung ist ausgeschlossen.
Die USA vergibt die schmutzige Arbeit aber auch in lean production. Bereits 1998 wurden fünf Mitglieder einer Al Qaida-Zelle vom CIA verschleppt. Tatort war Albanien, das europäische „Labor für Antiterrortaktiken“ (albanischer Geheimdienstchef). US-Beamte bezeichneten die Verschleppungen als „eine der erfolgreichsten Antiterroroperationen in den Annalen der CIA“. Die gefangenen Aktivisten des „Ägyptischen Dschihad“ wurden nach Ägypten „ausgeliehen“; die dortigen Folterknechte erarbeiteten Geständnisse im Umfang von 2.000 Seiten. 18 Monate später wurden vier der Verschleppten in Kairo aufgehängt. Exekutionen dieser Art will Amerika nun selbst übernehmen.
Das neue imperiale Kriegsrecht trifft nicht nur islamistische Gruppen. So kündigte bereits im Oktober Francis Taylor, der „Anti-Terrorismus-Koordinator“ des US State Department an, dass der „Feind“ auch in Kolumbien zu suchen ist. Auf einer Pressekonferenz der „Organisation Amerikanischer Staaten“ (OAS) erklärte er, dass „alle Ressourcen“ der USA genutzt werden, einschließlich „dort, wo es notwendig erscheint... der Einsatz militärischer Gewalt“. Die kolumbianischen Guerillagruppen FARC und ELN werden dabei „behandelt, wie jede andere terroristische Gruppe“.
Während dessen tritt der Krieg in Zentralasien in seine nächste Phase. US Special Forces haben bereits 14 hochrangige Al Qaida-Kämpfer aus Afghanistan auf die US-Basis Guam im Pazifik verschleppt. Die Bundeswehr verlegte Anfang Dezember ein 600 Mann starkes Kontingent mit ABC-Spürpanzern nach Kuwait. Der Aufmarsch gegen den Irak hat begonnen. „Enduring Freedom“: Über die Welt ist das Kriegsrecht verhängt.
Siehe auch die Seiten 6 und 7

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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:18
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