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So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr. 10 -
Winter 2001 - Seite 1
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Editorial:
Krieg in Worten
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aus: So oder So - Die Libertad!-Zeitung Nr. 10 /Winter 2001, Seite 1
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Editorial
Krieg in Worten
Die Türme,
die sich im Himmel wähnten/fielen eines Tages/gedemütigt
(Aus dem mexikanischen Lied Amor, qué malo eres - Liebe, wie
böse bist Du, das Emilio Tuero 1951 erstmals sang).
Mehrere Personen, Herr Holms, haben im Ödland die Bestie von
Baskerville gesehen. Es kann sich um keines der der Wissenschaft
bekannten Tiere handeln. Alle stimmen darin überein, dass es
eine korpulente, leuchtende, unheilvolle und gespenstische Bestie
war (Arthur Conan Doyle, Der Hund von Baskerville).
Ich sah ihn aufgeschlitzt vom Bart bis zum Bauch. Seine Eingeweide
hingen ihm bis zu den Knien herunter, man konnte das schlagende Herz
sehen... (Mohammed in der Hölle, nach Dante Alighieri, Die
Göttliche Komödie).
Wer nicht mit uns ist, ist mit den Terroristen... Gott ist nicht
neutral (Präsident George W. Bush).
Amerika ist von Allah, dem Allmächtigen, attackiert worden (Derselbe
Gott, mit arabischem Namen, aus dem Mund von Osama bin Laden).
Der 11. September
hat alles verändert.Die zivilisierte Welt wurde mit
den Attacken in New York und Washington frontal getroffen. Die Anwort
darauf lautet: Heiliger Krieg als globale Weltinnenpolitik. Mit Flächenbombardements
auf Afghanistan, mit der Vorbereitung weiterer Angriffe auf antiwestliche
Staaten soll auch der Glaube an die Unverletzbarkeit im eigenen
Land wieder hergestellt werden. Mehr dazu auf den Seiten 6/7.
Der 11. September hat nichts verändert. Auch wenn die Angriffe
keinen Unterschied zwischen Oben und Unten machten, es gibt ihn noch.
Schärfer, brutaler. Der globale Kreuzzug des Westens trägt
den Charakter endgültiger Ausmerze. Der militante Islam ist nicht
nur in Afghanistan im Visier der Koalition gegen den Terror,
auch die deutsche Innenpolitik schlägt aus dem reaktionären
Schub ihr Kapital und konstruiert eine neue migrantische Tätergruppe
(Seite 9).
Satte Zuwächse im Abschiebeschäft könnten dabei zu
erwarten sein. Um sich die nicht vermiesen zu lassen, läßt
die Lufthansa AG Abschiebegegner/innen verfolgen. Ihr Image verbessert
sie in Zeiten der Krise des Luftverkehrs allerdings mit ihrem Rückgriff
auf die deutschen Repressionsorgane auch nicht.
Das Geschäft mit der Abschiebung will die Lufthansa von keiner
Seite kritisiert wissen: Mit einer einstweiligen Verfügung des
Landgerichtes Frankfurt vom 29.10. ließ sie unter Androhung
einer Ordnungsstrafe von 500.000 DM die Nutzung eines Aktionsbusses
verbieten, auf dem Lufttransa und Deportation-class
stehen. Konzernanwälte fordern von kein mensch ist illegal
sowie der Kölner Stadtrevue die Löschung einer
Plakat-Ausstellung gegen das Abschiebegeschäft im Internet: Streitwert
250.000 DM. Das Ultimatum lief am 16. Oktober für die Lufthansa
erfolglos ab. Seit Mai versucht der Konzern durch Druck auf die Forschungsgesellschaft
Flucht und Migration (FFM), die Deportation-class-Sites
vom Netz zu kriegen. Und am 17. 10. wurde Libertad! heimgesucht.
Die So oder So erscheint jetzt zum 10. Mal. Als Mobilisierungsblatt
für die Konferenz Perspektiven internationaler Solidarität
(Berlin 1999) erstmals erschienen, hat sich die Zeitung in ein kontinuierliches
Projekt entwickelt. Die Redaktion haben wir personell verstärkt,
die online-Präsenz wird ausgeweitet - und das ist gut so!
Die Redaktion
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So / Libertad! Falkstr. 74, 60487 Frankfurt ]
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