USA:
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Zwei Millionen
Die Zahl der Gefangenen in den USA hat sich im Jahr 2000 der
Rekordmarke von zwei Millionen genähert. Nach einem vom Washingtoner
Justizministerium veröffentlichten Bericht saßen damit
in den USA mehr Menschen als jemals zuvor hinter Gittern. Dem Bericht
zufolge wird die Zahl der Häftlinge bis Ende 2001 die Marke von
zwei Millionen durchbrechen und bis zum Jahr 2005 auf 2,2 Millionen
ansteigen. Während Ende der 90er Jahre noch jeder 218. US-Bürger
in Haft saß, ist es zu Anfang des neuen Jahrtausend bereits
jeder 142. Insgesamt haben die Vereinigten Staaten nach offiziellen
Angaben 280 Millionen Einwohner.
27 Jahre
Der politischer Gefangene Teddy Jah Heath starb nach 27 Jahren
Haft an Krebs. Mit 23 Jahren verließ Jah 1969 seine karibische
Heimat, ging nach New York und trat dort der Black Panther Party bei.
Später ging er in die Illegalität zur schwarzen Befreiungsarmee
(BLA). Am 2. Mai 1973 wurde er zusammen mit Baba Odinga im Rahmen
einer Drogensäuberungsaktion in der schwarzen Community nach
der gescheiterten Entführung eines Dealers verhaftet. Im Prozess
wurde ihm ein Anwalt seiner Wahl verweigert, die Jury war ausschließlich
weiß und der Richter ein offener Rassist. Er wurde zu 25 Jahre
bis lebenslang Knast verurteilt, die er im Hochsicherheitsgefängnis
verbrachte. Anfang Dezember 2000 wurde bei ihm Krebs diagnostiziert.
Eine Begnadigung wurde abgelehnt. Jah Heath starb am 24. Januar 20001
nach 27 Jahren Haft im Gefängnis.
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Vor
50 Jahren: Am 5.4.1951 wurden die Rosenbergs durch die rassistisch-antikommunistische
US-Justiz zum Tode verurteilt und 1953 hingerichtet. |
Chattanooga
3
Im Januar 2001 fand der Prozess gegen die sogenannten Chattanooga
3' statt. Lorenzo Ervin, Damon McGee und Mikail Musa Muhammad, hatten
am 19. Mai 1999 zusammen mit 100 weiteren Menschen eine öffentliche
Sitzung im Rathaus von Chattanooga (US-Bundesstaat Tennessee) besucht,
um eine Rede über die Polizeibrutalität gegen Schwarze in
der Stadt zu verlesen. Die drei Mitglieder der Bürgerinitiative
Copwatch wurden festgenommen und angeklagt. Im Prozess wurde sie 6
bis 18 Monaten verurteilt. Während der Verhandlung schleuste
ein Provokateur ein Gewehr und Munition in den Gerichtssaal. Es erfolgte
weder eine Festnahme noch eine Anklage gegen ihn. Stattdessen behauptete
er, die Angeklagten hätten ihn beauftragt die Waffe mitzubringen.
Erkennt das Gericht dies an, drohen ihnen zusätzlich Strafen
wegen Konspiration (fünf bis acht Jahre) und des Tragens von
Waffen im Gericht (sieben bis zehn Jahren).
Angola 3
Am 8. Februar 2001 wurde Robert King Wilkerson, einer der Angola
3", aus dem berüchtigten US-Gefängnis Angola im Bundesstaat
Louisiana entlassen. Der 57-jährige wurde 1973 aufgrund belastender
Aussagen von zwei Mitgefangenen wegen Mordes an einem Vergewaltiger
zu lebenslanger Haft ohne vorzeitige Entlassung verurteilt. Wilkerson
war seit seiner Verurteilung in nahezu ständiger Isolationshaft.
Ich bin vielleicht Angola los, aber Angola wird mich nie los",
sagte Wilkerson und erklärte sich für die Freilassung der
anderen beiden Gefangenen der Angola 3" zu kämpfen.
Albert Woodfox und Herman Wallace wurden 1972 wegen angeblichen Mordes
an einem Gefängniswärter zu lebenslänglich ohne vorzeitige
Entlassung verurteilt. Wie Wilkerson beteuerten sie ebenfalls, unschuldig
zu sein und von der Gefängnisleitung verfolgt zu werden, weil
sie im Gefängnis eine Ortsgruppe der Black Panther Party aufgebaut
hatten.
Begrenzte Gnade
Kurz vor Dienstschluss begnadigte Präsident Clinton 160
Menschen und erließ weiteren 46 ihre Haftstrafe. Die Begnadigung
des indigenen politischen Gefangenen Leonard Peltier, der 1975 inhaftiert
ist, lehnte er ab. Zahlreiche Prominente, unter ihnen Coretta Scott
King, die Witwe Martin Luther King Jr., der Dalai Lama, der Erzbischof
von Canterbury und Erzbischof Desmond Tutu hatten sich zuvor für
Leonard Peltier eingesetzt. Das FBI dagegen hatte eine kostenlose
Telefonverbindung zum Weißen Haus für Gegner einer Begnadigung
eingerichtet und der Direktor des FBIs intervenierte persönlich
bei Clinton.
Unabomber scheitert
Theodore Kaczynski, bekannt auch als Unabomber", muss
lebenslang im Gefängnis bleiben. Ein US-Bundesgericht in San
Franzisco lehnte am 14. Februar seinen Antrag auf einen neuen Prozess
ab. Kaczynski konnte in seinem ersten Prozess 1998 der Todesstrafe
nur dadurch entgehen, dass er sich schuldig bekannte. In einer handschriftlichen
Erklärung vom 2.Februar dieses Jahres, die der So oder So vorliegt,
hatte Ted Kaczynski begründet, warum er einen neuen Prozess wollte:
Ich wusste nichts von den Absichten meiner Rechtsanwälte
bis die Auswahl der Jury bereits begonnen hatte. Weil der Versuch
mich als Geisteskranken darzustellen für mich völlig inakzeptabel
war, entstand ein tiefer Konflikt zwischen meinen Anwälte und
mir. Ich versucht mein Recht durchzusetzen meine Anwälte zu entlassen
und mich selbst zu verteidigen. Der Richter verweigerte mir dieses
Recht. Dies ist der Hintergrund, warum ich mich für schuldig
erklärte, denn es war die einzige Möglichkeit mich vor der
Darstellung als Geisteskranker' zu schützen. Das Resultat
meines Schuldeingeständnisses ist eine lebenslange Haft. Ich
reichte daraufhin eine Petition ein, in der ich begründete, warum
meine Schuldanerkennung illegitim gewesen war."