Kurznachrichten
Brasilien:
Massenaufstand in Gefängnissen
19.02.01 - In 29 Gefängnissen des Bundesstaates Sao Paulo war
es den Gefangenen gelungen Höfe und Dächer zu besetzen und
knapp 7.000 Geiseln" zu nehmen. Während der allgemeinen
Besuchszeit begann der koordinierte Aufstand in allen Gefängnissen.
Die Polizei behauptete, die Besucher/innen seien als Geiseln genommen
worden. Tatsächlich sammelten sich auch vor den Gefängnissen
tausende von Angehörigen und protestierten gegen die Polizei.
In einigen Knästen kam es zu Schießereien zwischen Gefangenen
und Wärtern bzw. der Polizei. Mit dem Aufstand protestierten
die Gefangenen gegen die Überbelegung der Gefängnisse, die
insgesamt miserablen Haftbedingungen und die Zwangsverlegung von Gefangenen.
Bei der Niederschlagung des Aufstands nach 30 Stunden kamen mindestens
12 Menschen ums Leben. Eine befreite" Geisel beschuldigte
die Polizei, drei Gefangene hinterrücks erschossen zu haben.
Im Oktober 1992 waren bei einer Gefängnisrevolte 111 Gefangene
umgekommen.
Festung Europa,
Abteilung Hessen
19.02.01 - Die staatlichen Maßnahmen haben erreicht, dass immer
weniger Flüchtlinge in Hessen Schutz vor Krieg, Verfolgung oder
Hunger finden können. Die Zahl der Asylbewerber/innen sank im
Jahr 2000 auf die niedrigste Zahl seit 1984. Aus diesem Grund wird
auch das Erstaufnahmelager in Gießen und das Büro des Bundesamtes
für die Anerkennung von Flüchtlingen geschlossen. Insgesamt
gelang es nur 5.600 Flüchtlingen nach Hessen zu kommen.
Deutschland:
Telekom wirbt mit KZ-Slogan
21.02.01 - Um für Produkte des Hauses zu werben verwendete die
Telekom den Spruch Jedem das Seine", den die Nazi am Tor
des KZ Ausschwitz anbrachten. In 15-millionenfacher Auflage wurde
die Broschüre verteilt. Dem Telekom-Sprecher fiel als Entschuldigung
nichts besseres als die Unwissenheit der Werbetexter" ein.
Schwunghafter
Handel mit Folterwerkzeugen
26.02.01 - amnesty international startete eine Kampagne gegen den
Handel mit Folterinstrumenten. ai registrierte in den vergangenen
zwei Jahren in 22 Ländern die Produktion von oder den Handel
mit Elektroschockwaffen und anderen Folterwerkzeugen. Dazu zählen
auch Fußeisen, gezähnte Daumenfesseln und Pfeffergas. Führend
sind die USA mit 97 Produzenten, aber auch in Deutschland werfen 30
Firmen solche Ausrüstungen auf den Markt.
Argentinien:
Amnestie für Militärdikatur aufgehoben
06.03.01 - Nach jahrelangem Kampf von Menschenrechtsgruppen hat jetzt
ein Bundesrichter die Amnestie für Verbrechen der Armee während
der Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983 aufgehoben. In den
80er Jahren hatte die Regierung zwei Amnestie-Gesetze für Militärs
verabschiedet, wovon 1.200 Soldatenn und Offiziere profitierten.
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