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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 8 / Frühjahr 2001 - Seite 5
Fragen an die Aktivist/innen
[ Inhalt Nr. 8.]
Fragen an die Aktivist/innen
Virtuell & auf der Strasse

Was versprecht ihr euch von der Online-Demo?

Ziel aller Aktivitäten in diesem Zusammenhang ist es, das die Lufthansa verbindlich und vollständig aus dem Abschiebegeschäft aussteigt. Darauf zielt die Deportation.Class-Kampagne schon die ganze Zeit. Die virtuelle Blockade ist darin eine weitere Aktionsform, die an dem Tag X nicht alleine steht, sondern kombiniert werden soll mit lokalen Kundgebungen.

Können nur Computerfreaks mitmachen?

Nein. Die Online-Demo ist eine Massenaktion. Sie funktioniert überhaupt nur, wenn sich viele Menschen beteiligen. Je mehr, desto besser - und von jedem Ort auf dieser Welt. Um mitzumachen, mußt du kein Computerfreak sein. Zudem wird es kurz vorher ein hilfreiches Protest-Programm geben. Es wird so einfach sein, dass alle teilnehmen können. Wer dabei sein will, kann dies von zu Hause oder dem Arbeitsplatz aus tun. Wir hoffen, dass viele Gruppen diese Initiative aufgreifen und Orte kollektiven Handelns schaffen damit Menschen, insbesondere Migrant/innen, die nicht über Computer und Internetzugang verfügen, die Teilnahme an einem organisierten Mausklick in regionalen Zentren, Unis oder Internetcafés ermöglicht wird. Wir haben beispielsweise aus London von einem großen Internetcafé das Angebot bekommen, dass sie am Tag X alle Rechner kostenlos zur Verfügung stellen. Solche Formen der Unterstützung sind einfach klasse.

Wäre es nicht einfacher, von Hackern die Lufthansa-Seite knacken zu lassen?

Mag schon sein, aber wir werfen eine politische Frage auf, die wir nicht technisch lösen wollen. Uns geht es um die gemeinsame, solidarische und massenhafte Aktivität an einem Tag und zu einer Stunde. Das ist eine neue Protestform, die im Zeitalter von eGoverment und eBusiness verbreitet werden sollte. Wenn es so läuft, wie es uns vorschwebt, ist es quasi eine elektronische Abstimmung gegen Abschiebung.

Rechnet ihr mit Repressalien?

Die Internetseite der Lufthansa zu besuchen ist nicht verboten. Es mit vielen gleichzeitig zu machen, auch nicht. Natürlich könnte Lufthansa zivilrechtliche Klagen gegen Personen anstrengen, die öffentlich zur Demo aufrufen. Aber das wird sie nicht vor Protest bewahren, sondern nur einen weiteren Solidarisierungseffekt hervorrufen. Es geht nicht an, dass das Internet zu einem Ort wird, an dem Konzerne wie die Lufthansa ohne Widerspruch schmutzige Geschäfte abwickeln können. Deshalb sollte auch dort demonstriert werden.

Welche Bedeutung messt ihr Widerstandsaktionen im Internet bei?

Im Internet aktiv zu sein ist keine Alternative zu anderen Protestformen. Im besten Fall eine Erweiterung. Das Netz wird immer stärker von Werbung, Pornographie und eCommerce dominiert. Da stehen wir am Anfang. Wir müssen findig sein, Ideen und Interesse wecken. Es gibt viele Möglichkeiten. Auch die verbrecherischen Konzerne, die sich weigern, die NS-Zwangsarbeiter/innen zu entschädigen, könnten Ziele solcher Aktionen werden - um nur ein Beispiel zu nennen. Wenn wir erfolgreich sind, wird es die Diskussion um Aktionsformen im Internet beflügeln.

Wann ist der Tag X ?

Bald, wir wollen ihn nur jetzt noch nicht bekannt geben. Wir haben das Vorhaben öffentlich gemacht - und die erste Resonanz ermutigt uns. Der Tag X wird rechtzeitig im Internet und in Printmedien bekannt gemacht. Wer die Aktion unterstützen will, braucht nicht auf den Tag X zu warten. Die lokale Mobilisierung soll sofort beginnen. Wer möchte, kann entsprechendes Infomaterial bei uns bekommen und wir freuen uns über alle, die versuchen mit ihren Möglichkeiten die Initiative zu verbreitern. Der Tag X sollte ein möglichst breites Protestbündnis gegen das tödliche Geschäft mit der Abschiebung werden.


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:19
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