Fragen
an die Aktivist/innen
Virtuell & auf der Strasse
Was
versprecht ihr euch von der Online-Demo?
Ziel aller Aktivitäten
in diesem Zusammenhang ist es, das die Lufthansa verbindlich und vollständig
aus dem Abschiebegeschäft aussteigt. Darauf zielt die Deportation.Class-Kampagne
schon die ganze Zeit. Die virtuelle Blockade ist darin eine weitere
Aktionsform, die an dem Tag X nicht alleine steht, sondern kombiniert
werden soll mit lokalen Kundgebungen.
Können
nur Computerfreaks mitmachen?
Nein. Die Online-Demo
ist eine Massenaktion. Sie funktioniert überhaupt nur, wenn sich
viele Menschen beteiligen. Je mehr, desto besser - und von jedem Ort
auf dieser Welt. Um mitzumachen, mußt du kein Computerfreak
sein. Zudem wird es kurz vorher ein hilfreiches Protest-Programm geben.
Es wird so einfach sein, dass alle teilnehmen können. Wer dabei
sein will, kann dies von zu Hause oder dem Arbeitsplatz aus tun. Wir
hoffen, dass viele Gruppen diese Initiative aufgreifen und Orte kollektiven
Handelns schaffen damit Menschen, insbesondere Migrant/innen, die
nicht über Computer und Internetzugang verfügen, die Teilnahme
an einem organisierten Mausklick in regionalen Zentren, Unis oder
Internetcafés ermöglicht wird. Wir haben beispielsweise
aus London von einem großen Internetcafé das Angebot
bekommen, dass sie am Tag X alle Rechner kostenlos zur Verfügung
stellen. Solche Formen der Unterstützung sind einfach klasse.
Wäre es
nicht einfacher, von Hackern die Lufthansa-Seite knacken zu lassen?
Mag schon sein,
aber wir werfen eine politische Frage auf, die wir nicht technisch
lösen wollen. Uns geht es um die gemeinsame, solidarische und
massenhafte Aktivität an einem Tag und zu einer Stunde. Das ist
eine neue Protestform, die im Zeitalter von eGoverment und eBusiness
verbreitet werden sollte. Wenn es so läuft, wie es uns vorschwebt,
ist es quasi eine elektronische Abstimmung gegen Abschiebung.
Rechnet ihr
mit Repressalien?
Die Internetseite
der Lufthansa zu besuchen ist nicht verboten. Es mit vielen gleichzeitig
zu machen, auch nicht. Natürlich könnte Lufthansa zivilrechtliche
Klagen gegen Personen anstrengen, die öffentlich zur Demo aufrufen.
Aber das wird sie nicht vor Protest bewahren, sondern nur einen weiteren
Solidarisierungseffekt hervorrufen. Es geht nicht an, dass das Internet
zu einem Ort wird, an dem Konzerne wie die Lufthansa ohne Widerspruch
schmutzige Geschäfte abwickeln können. Deshalb sollte auch
dort demonstriert werden.
Welche Bedeutung
messt ihr Widerstandsaktionen im Internet bei?
Im Internet aktiv
zu sein ist keine Alternative zu anderen Protestformen. Im besten
Fall eine Erweiterung. Das Netz wird immer stärker von Werbung,
Pornographie und eCommerce dominiert. Da stehen wir am Anfang. Wir
müssen findig sein, Ideen und Interesse wecken. Es gibt viele
Möglichkeiten. Auch die verbrecherischen Konzerne, die sich weigern,
die NS-Zwangsarbeiter/innen zu entschädigen, könnten Ziele
solcher Aktionen werden - um nur ein Beispiel zu nennen. Wenn wir
erfolgreich sind, wird es die Diskussion um Aktionsformen im Internet
beflügeln.
Wann ist der
Tag X ?
Bald, wir wollen
ihn nur jetzt noch nicht bekannt geben. Wir haben das Vorhaben öffentlich
gemacht - und die erste Resonanz ermutigt uns. Der Tag X wird rechtzeitig
im Internet und in Printmedien bekannt gemacht. Wer die Aktion unterstützen
will, braucht nicht auf den Tag X zu warten. Die lokale Mobilisierung
soll sofort beginnen. Wer möchte, kann entsprechendes Infomaterial
bei uns bekommen und wir freuen uns über alle, die versuchen
mit ihren Möglichkeiten die Initiative zu verbreitern. Der Tag
X sollte ein möglichst breites Protestbündnis gegen das
tödliche Geschäft mit der Abschiebung werden.