Frankreich: Christel
Fröhlich entlassen Ende Dez. 00 - Kurz vor Silvester wurde die Lehrerin Christel Fröhlich
aus Hannover nach über fünfjähriger Haft aus dem Pariser
Untersuchungsgefängnis entlassen. Die heute 58jährige war
am 28. Oktober 1995 auf Ersuchen der französischen Justizbehörden
in Rom festgenommen worden. Sie hatte dort ihren Mann besucht, der als
Mitglied der Roten Brigaden zu lebenslänglicher Haft verurteilt
worden ist. Die französische Justiz warf Christel Fröhlich
vor, Anfang der 80er Jahre gemeinsam mit „Carlos" Attentate begangen
zu haben. Bisher konnte dies nicht bewiesen werden. Offiziell wurde
ihre Freilassung mit einem neuen Gesetz begründet, das die Dauer
der Untersuchungshaft in Frankreich auf vier Jahre begrenzt. Ein Zeitraum,
der bei Christel Fröhlich längst überschritten war.
Argentinien: Tablada-Gefangene beenden Hungerstreik nach 116 Tagen 29.12.00 - Nachdem die Regierung per Dekret bekanntgab, dass elf
Gefangenen die Strafe reduziert würde, beendeten die Gefangenen
von „La Tablada" ihren 116 Tage andauernden Hungerstreik. Der argentinische
Präsident Fernando de la RPa verkündete, dass neun der elf
wegen des Überfalls auf die Kaserne „General Belgrano" in
La Tablada verurteilten Gefangenen Mitte des Jahres 2002 die Freiheit
wiedererlangen werden; zwei weitere sollen 2003 und 2005 freikommen.
„Die Gefangenen glauben, dass dies eine bedeutender Fortschritt, aber
dennoch nur eine partielle Maßnahme ist. Es ist nicht, was die
Interamerikanische Menschrechtskommission (IACHR) wollte", erläuterte
Daniel Gabioud, einer der auf Bewährung entlassenen Gefangenen.
Die zentrale Forderung der IACHR erfüllte die Regierung nicht,
nämlich die Veränderung des „Gesetzes zum Schutz der Demokratie",
wonach sie verurteilt worden sind, und das nur eine Instanz vorsieht.
Nach dem Hungerstreik befinden sich die Gefangenen in einem geschwächten
Zustand. Gorriaran Merlo und Ana Maria Sivori, die von den Straffreduzierung
nicht betroffen sind, werden weiter isoliert. Seit Anfang September
2000 waren die überlebenden Gefangenen der Besetzung der Tablada-Kaserne
1989 im Hungerstreik für ihre Freilassung (siehe auch so oder so
Nr. 7).
Deutschland: Urteil im Hamburger DHKP-C-Prozess 04.01.01 - Als Rädelsführer in einer „terroristischen
Vereinigung" wurde Nuri Eryüksel zu sechseinhalb Jahren verurteilt.
Der weitgehend Erblindete war vor dem Staatsschutzsenat wegen Leitungstätigkeit
in der verbotenen DHKP-C und Bestrafungsaktionen gegen Dissidenten der
Organisation angeklagt.
Überwachungstechnik: Elektronische Fussfessel in Frankfurt 22.01.01 - Wie in vielen anderen Städten werden auch in Frankfurt
immer mehr „Straffällige" zum Tragen einer elektronischen
Fussfessel verurteilt. In Frankfurt wird ein zweijähriger Modellversuch
des hessischen Justizministeriums durchgeführt. Bisher wurden 19
Menschen gezwungen sich dieser schönfärberisch „elektronischer
Hausarrest" genannten 24stündigen Überwachung ihrer Bewegungen
zu unterwerfen.
Deutschland: Konsulatsbesetzer verurteilt 23.01.01 - Im Prozess um die Besetzung des griechischen Konsulats
nach der Verschleppung von A. Öcalan aus Kenia 1999 wurde ein Kurde
zu drei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Die 16monatige
Untersuchungshaft wurde angerechnet. Verurteilt wurde wegen Geiselnahme
und Verstoß gegen das Vereinsgesetz.