Etwa
450 Menschen folgten dem Aufruf des Stuttgarter 18.März-Vorbereitunsgkomitees
und demonstrierten am 17. März in Stuttgart ihre Solidarität gegen
staatliche Repression. Vormittags hatten Bundespräsident Rau, der türkische
Staatspräsident Sezer und der türkische Außenminister Cem
die Ausstellung „Troja - Traum und Wirklichkeit" eröffnet. Eine
angemeldete Protestkundgebung am Hauptbahnhof war verboten worden. Etwa
50 Menschen wurden eingekesselt, als sie die Ausstellungseröffnung
mit ihrem Protest gegen das Massaker in den türkischen Gefängnissen
konfrontieren wollten. Nach längeren Verhandlungen wurden sie freigelassen
und konnten an der Demonstration teilnehmen. Als die türkischen „Gäste"
nachmittags wieder abflogen, fanden sich auch viele am Flughafen ein, um
dort zu protestieren. Zeitgleich fand vor dem Stammheimer Gefängnis
eine Kundgebung statt.
So wie in Stuttgart fanden in zahlreichen Städten Aktivitäten
rund um den 18. März statt. Libertad! hatte erstmalig 1996 den Aktionstag
18. März wieder neubelebt. Bis in die 20er Jahre war der Tag innerhalb
der Arbeiter/innenbewegung als „Tag der politischen Gefangenen" und
als „Tag der Pariser Commune" bekannt. Anknüpfend an diese Tradition
wird jährlich dazu aufgerufen, die Solidarität mit den politischen
Gefangenen und gegen staatliche Unterdrückung gemeinsam auf die Straße
zu bringen. In diesem Jahr beteiligten sich Gruppen u.a. in Karlsruhe, St.
Wendel, Saarbrücken, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt/Main, Berlin, Nürnberg,
Augsburg, Erfurt, Göttingen, Schwerin, Ulm, Bonn, Osnabrück, Potsdam
und Marburg mit Infoständen, Kundgebungen, Film- und Infoveranstaltungen
und Demonstrationen.

Internet: www.libertad.de
18.März-Dokumentation 1996 und 1997