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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 8 / Frühjahr 2001 - Seite 1

Stammheim vor 25 Jahren: Ulrike Meinhof in der Zelle erhängt

[ Inhalt Nr. 8.]

Stammheim vor 25 Jahren: Ulrike Meinhof in der Zelle erhängt

Am 9. Mai 1976 wurde Ulrike Meinhof erhängt in ihrer Zelle im Stammheimer Gefängnis gefunden. In der Presse war darüber nichts zu lesen - seit Tagen streikten die Drucker. Die damals noch ausschließlich staatlichen Radio- und TV-Sender waren die einzigen Informationsquellen: sie gaben unisono die Regierungsversion wider - die eines Selbstmordes. Nicht nur die Gefangenen aus der RAF widersprachen. Auch eine internationale Untersuchungskommission fand Anhaltspunkte für einen Mord.
Ulrike Meinhof wurde im Juni 1972 nach zweijähriger Fahndung verhaftet. Schon bevor sie mit anderen die Rote Armee Fraktion aufbaute und in die Illegalität ging, war sie über die Linke hinaus bekannt. Das Mitglied der illegalen Kommunistischen Partei und Autorin von konkret wurde auch zu Diskussionen im Fernsehen eingeladen. Die Hetze der Medien hatte sich vom ersten Tag an auf sie eingeschossen. Jahrelang war sie in Isolationshaft, lange in dem eigens errichteten Toten Trakt von Köln-Ossendorf.
Als der Tod von Ulrike Meinhof bekannt wurde, demonstrierten in vielen Städten Westdeutschlands und Europas Tausende und wurden Institutionen des BRD-Staates im In- und Ausland angegriffen. Der Selbstmord-Legende der Bundesregierung wurde kein Glauben geschenkt.
25 Jahre nach ihrem Tod ist es u.a. auch eine militante Demonstration, die 1976 anläßlich ihres Todes in Frankfurt stattfand, die eine Debatte über Gewalt und „'68" auslöste. In dieser wochenlang die Medien bestimmenden Auseinandersetzung, ging es zu keinem Zeitpunkt um die politischen Analysen und Ziele von Ulrike Meinhof. Mit dieser Debatte soll auch die Erinnerung an Ulrike Meinhof abgetötet werden.

siehe dazu Seiten 16-17


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:19
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