Virtuelle Blockade,
Online-Demo, Internet-Aktion... heute noch Schlagworte, morgen vielleicht
eine neue Protestform, die Firmen und Regierungen unruhige Nächte bereiten
wird? Nicht nur die Lufthansa, auch andere Fluggesellschaften wickeln die
Abschiebung von Flüchtlingen ab, oft in den Tod. Dagegen mobilisiert
schon länger und immer erfolgreicher die Kampagne Deportation Class.
Ziel ist, ein Stopp der Abschiebungen durch die Lufthansa zu erreichen.
Als eine weitere Aktivität in dieser Kampagne versteht sich die Organisierung
einer Demonstration der ganz anderen Art: Da die Präsenz im Internet
für Image und Geschäft immer größere Bedeutung bekommt,
soll genau da protestiert werden. Wollen alle zum selben Zeitpunkt das Gleiche,
droht das große Durcheinander. So wird einem von Kindesbeinen an gelehrt.
Das aber ein zeitgleiches Begehr vieler durchaus Sinn macht, wissen alle
von Demonstrationen auf der Strasse. Auch der zeitgleiche Mausklick in der
virtuellen Welt des Internets kann handfeste Folgen haben. So protestierten
bereits 1998 zapatistische Solidaritätsgruppen erfolgreich mit einem
elektronischen sit-in vor dem mexikanischen Finanzministeriums. Das Computersystem
des Ministeriums stürzte ab.
Weil die Deportation Class der deutschen Lufthansa noch immer ein gleichermaßen
kommerzielles wie tödliches Geschäft mit zur Abschiebung freigegebenen
Flüchtlingen ist, rufen jetzt kein mensch ist illegal und Libertad!
dazu auf, am Tag X auf dem virtuellen Datenhighway massenhaft die Lufthansa
zu besuchen.
weiter
auf Seite 5