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Kurznachrichten
Todesstrafen
Darwinismus
14.9.00 - Washington: Hautfarbe und Wohnort haben nach einer neuen Studie
in den USA eine statistisch relevante Beziehung zur Frage, ob ein Kapitalverbrechen
mit der Todesstrafe geahndet wird oder nicht. Gegner der Todesstrafe
forderten erneut ein Moratorium.
Von 1995 bis Juli 2000 empfahl die Generalstaatsanwaltschaft in 159
von 682 Anfragen die höchstmögliche Strafe. Davon waren 28
Prozent Weiße und 72 Prozent Schwarze und Angehörige anderer
Minderheiten. Von den dann tatsächlich ausgesprochenen Todesurteilen
waren aber nur noch 20 Prozent Weiße und 80 Prozent anderer Hautfarbe.
43 Prozent aller Empfehlungen, die Todesstrafe zu beantragen entfielen
auf lediglich neun der 94 Staatsanwaltsbezirke der USA. Wenn man
als Afro-Amerikaner in Texas ein Verbrechen begeht, das die Todesstrafe
nach sich ziehen kann, dann bekommt man sie auch, sagte der demokratische
Abgeordnete Jesse Jackson. Wenn man ein Weißer in New York
ist, bekommt man sie wahrscheinlich nicht. Im Bundesstaat Missouri
wurde George Harris in diesen Tagen mit der Giftspritze hingerichtet.
Seine letzten Worte seien gewesen: Irgendjemand muss meinen Verteidiger
umbringen.
Zeitumstellung
wegen Schülern
22.9.00 - Um die Schüler vom Stress des frühen Aufstehens
zu befreien, will die Regierung in Venezuela die Uhren im ganzen Land
um eine Stunde zurückzustellen. Das ungewöhnliche Vorhaben
wurde von Staatspräsident Hugo Chavez so begründet: Die
Schüler müssen zu früh in die Schule und leiden deshalb
unter Stress. Die seit 35 Jahren gültige Uhrzeit soll am
1. Januar 2001 an die Zeit der Nachbarrepubliken Trinidad und Tobago
angeglichen werden.
Schnell
an der Waffe
21.9.00 - Ein Behinderter mit einem Spielzeuggewehr in der Hand ist
in einem Waldstück bei Ulm durch Polizei-Schüsse tödlich
verletzt worden. Nach ersten Untersuchungen wurde der Mann von mindestens
einer Kugel in den Unterleib getroffen. Der Behinderte war zuvor von
einem Heim als vermisst gemeldet worden. Er war nicht gewalttätig
und sein Spielzeuggewehr hatte für ihn die Funktion eines Teddybären
gehabt, erklärte ein Sprecher des Heimes.
So
oder So - in jede Stadt, an jedem Ort - wer hilft die Libertad!-Zeitung
zu verteilen?
Wilfried
Rasch gestorben
30.09.00 - Zusammenlegung zu interaktionsfähigen Gruppen
von mindestens 15 Gefangenen - diese Forderung haben nicht die
politischen Gefangenen, deren Angehörige oder die Solidaritätskomitees
aufgestellt. Es war die Schlußfolgerung des 1975 vom Gericht als
Gutachter beauftragten Direktors des Institut für forensische Psychiatrie
an der FU Berlin nach Untersuchung der langjährigen Isolationshaft
der Stammheimer Gefangenen. Aber weder seine fachliche Kompretenz, noch
unzählige Hungerstreiks der Gefangene oder Proteste auf der Straße
konnten die Zusammenlegung durchsetzen. Zeitweise erfolgreicher war
W. Rasch mit Projekten der Entkriminalisierung psychisch kranker Straftäter.
Jetzt starb er 75-jährig.
Maze-Gefängnis
steht jetzt leer
3.10.00 - Das berüchtigte nordirische Maze-Hochsicherheitsgefängnis
hat für immer seine Tore geschlossen. Die letzten vier Gefangenen
wurden am Samstag in andere Haftanstalten verlegt. Bekannt wurde der
Knast unter dem Namen H-Blocks. Im Jahre 1981 starben in einem Hungerstreik
der politischen Gefangenen für die Anerkennung als Kriegsgefangene
10 Genossen in den H-Blocks.
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