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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 7 / Herbst 2000 - Seite 16
Das Imperium schlägt zurück
[ Inhalt Nr. 7.]
Deportation.class: das Imperium schlägt zurück

Die Deutsche Lufthansa AG versucht, Kritik an ihrem Abschiebegeschäft aus dem Internet zu verbannen. Aber „Kein Mensch ist illegal“ läßt sich nicht einschüchtern.

Im Juni 1999 starb der Sudanese Amir Ageeb an Bord einer Lufthansamaschine. Drei BGS-Beamte hatten den Flüchtling bei der Abschiebung derart misshandelt, dass er erstickte. Der Fall sorgte für bundesweite Negativ-Schlagzeilen. Der Konzern, der laut eigenen Angaben die „menschliche Komponente des Fliegens“ in den Mittelpunkt seiner neuen PR-Kampagne stellt, verdient an über 10.000 Abschiebungen jährlich. Deshalb ist die Lufthansa AG zur Zielscheibe einer Kampagne des bundesweiten Netzwerkes „kein mensch ist illegal“ geworden. Den Aktivist/innen gelang es innerhalb kurzer Zeit, mit ihrer Forderung nach Aufgabe des schmutzigen Geschäftes Druck auf den Konzern auszuüben.
Kundgebungen und Demonstrationen bei der Aktionär/innenversammlung und auf Flughäfen in diesem Sommer veranlassten die Lufthansa AG, der Öffentlichkeit zu versichern, eine gesonderte „deportation.class“ existiere nicht – wodurch diese nur noch mehr Aufmerksamkeit erhielt.
Jetzt versucht es der Konzern mit Zensur: Anwälte der Deutsche Lufthansa AG drohten einem Aktivisten von „kein mensch ist illegal“ sowie der „Kölner Stadtrevue“ mit Ordnungsgelder in Höhe von jeweils 10.100 DM, falls eine Plakat-Ausstellung zum Thema „deportation.class“ nicht von der Internetseite der „Kölner Stadtrevue“ gelöscht und eine dementsprechende „Unterwerfungserklärung“ unterzeichnet werde. Ein Schlag ins Wasser: die inkrimierten Plakate werden nach dem Verstreichen eines von der Lufthansa AG gestellten Ultimatums weiterhin gezeigt, und nicht nur das: einem Aufruf zum Spiegeln der fraglichen Seite folgten dutzende Internet-Projekte, u.a. auch Libertad! (www.libertad.de/projekte/spezial/depclass); US-amerikanische Provider boten der Ausstellung gar “politisches Asyl“ auf ihren Seiten an.
Dass die Einleitung gerichtlicher Schritte gegen eine kritische Internetseite zu nichts anderem als zu ihrer weiteren Verbreitung führen würde – auf diesen naheliegenden Gedanken kamen die phantasielosen und grosspurigen Manager offenbar nicht. Wenn die Lufthansa AG wie angekündigt bis zum Jahr 2005 satte 40 Prozent ihres Geschäftes über das Netz abwickeln will, sollte sich der Konzern mit der Netiquette etwas vertraut machen. Nicht zuletzt, weil Internetexperten den Konzernvorständen bereits auf der diesjährigen Aktionär/innenversammlung in schillernden Farben die Gefahr virtueller
Proteste ausmalten. Ein Gedanke, den man aufgreifen könnte.

Weitere Informationen unter:
http://www.deportation-alliance.com/lh
oder 0172-8910825


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:19
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