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Deportation.class:
das Imperium schlägt zurück
Die
Deutsche Lufthansa AG versucht, Kritik an ihrem Abschiebegeschäft
aus dem Internet zu verbannen. Aber Kein Mensch ist illegal
läßt sich nicht einschüchtern.
Im
Juni 1999 starb der Sudanese Amir Ageeb an Bord einer Lufthansamaschine.
Drei BGS-Beamte hatten den Flüchtling bei der Abschiebung derart
misshandelt, dass er erstickte. Der Fall sorgte für bundesweite
Negativ-Schlagzeilen. Der Konzern, der laut eigenen Angaben die menschliche
Komponente des Fliegens in den Mittelpunkt seiner neuen PR-Kampagne
stellt, verdient an über 10.000 Abschiebungen jährlich. Deshalb
ist die Lufthansa AG zur Zielscheibe einer Kampagne des bundesweiten
Netzwerkes kein mensch ist illegal geworden. Den Aktivist/innen
gelang es innerhalb kurzer Zeit, mit ihrer Forderung nach Aufgabe des
schmutzigen Geschäftes Druck auf den Konzern auszuüben.
Kundgebungen und Demonstrationen bei der Aktionär/innenversammlung
und auf Flughäfen in diesem Sommer veranlassten die Lufthansa AG,
der Öffentlichkeit zu versichern, eine gesonderte deportation.class
existiere nicht wodurch diese nur noch mehr Aufmerksamkeit erhielt.
Jetzt
versucht es der Konzern mit Zensur: Anwälte der Deutsche Lufthansa
AG drohten einem Aktivisten von kein mensch ist illegal
sowie der Kölner Stadtrevue mit Ordnungsgelder in Höhe
von jeweils 10.100 DM, falls eine Plakat-Ausstellung zum Thema deportation.class
nicht von der Internetseite der Kölner Stadtrevue gelöscht
und eine dementsprechende Unterwerfungserklärung unterzeichnet
werde. Ein Schlag ins Wasser: die inkrimierten Plakate werden nach dem
Verstreichen eines von der Lufthansa AG gestellten Ultimatums weiterhin
gezeigt, und nicht nur das: einem Aufruf zum Spiegeln der fraglichen
Seite folgten dutzende Internet-Projekte, u.a. auch Libertad! (www.libertad.de/projekte/spezial/depclass);
US-amerikanische Provider boten der Ausstellung gar politisches
Asyl auf ihren Seiten an.
Dass die Einleitung gerichtlicher Schritte gegen eine kritische Internetseite
zu nichts anderem als zu ihrer weiteren Verbreitung führen würde
auf diesen naheliegenden Gedanken kamen die phantasielosen und
grosspurigen Manager offenbar nicht. Wenn die Lufthansa AG wie angekündigt
bis zum Jahr 2005 satte 40 Prozent ihres Geschäftes über das
Netz abwickeln will, sollte sich der Konzern mit der Netiquette etwas
vertraut machen. Nicht zuletzt, weil Internetexperten den Konzernvorständen
bereits auf der diesjährigen Aktionär/innenversammlung in
schillernden Farben die Gefahr virtueller
Proteste ausmalten. Ein Gedanke, den man aufgreifen könnte.
Weitere
Informationen unter:
http://www.deportation-alliance.com/lh
oder 0172-8910825
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