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Mehrheit
setzt ein Rechts- und Herrschaftsverhältnis voraus und nicht umgekehrt.
Anderes als die Konstante wird als minderheitlich angesehen, das heisst
als ausserhalb des System liegend, wie auch immer das Zahlenverhältnis
sein mag. Wir müssen das Mehrheitliche als homogenes System, das
Minderheitliche als potentielles, erschaffenes und schöpferisches
Werden begreifen. Ein Quentchen Schönheit, ein Auswuchs oder eine
Lücke können genügen; sie sind Propfenreisser des Werdens.
Das Problem kann nie darin bestehen, die Mehrheit zu erlangen, selbst
wenn man dabei eine neue Konstante einführen sollte. Es gibt kein
mehrheitliches Werden, Mehrheit ist niemals Werden. Das Werden ist immer
minderheitlich. Wenn man die Figur eines universellen minoritären
Bewusstseins entwirft, wendet man sich an die Kräfte des Werdens,
die aus einem anderen Bereich stammen als die des Rechts und der Herrschaft.
(Gilles
Deleuze)
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