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Apartheid
2000
Der
israelisch-palästinensische Friedensprozess ist nicht tot. Er wird
unter den bekannten Vorzeichen fortgesetzt.
Israel hält seit 1967 das ganze historische Palästina besetzt.
Dies und die Annexion Ostjerusalems vor 20 Jahren verstossen zwar gegen
viele völkerrechtliche Bestimmungen, die israelische Eigenwahrnehmung,
die von großen Teilen der internationalen Gemeinschaft
geteilt wird, ist jedoch die des Gönners, der den Palästinensern
Teile des eigenen Staatsgebietes großmütig überlässt.
Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) arbeitet deswegen
auf vielen Gebieten mit den Israelis zusammen, unter anderem regelt
ein Sicherheitspakt die umfangreiche Repression gemeinsamer Gegner.
Ein Grund für die Bereitschaft Israels zum Einstieg in die Verhandlungen
vor zehn Jahren waren seine hohen menschlichen und Imageverluste seit
Beginn der Intifada. Sogar der Rechtsextremist Ariel Scharon war ein
Befürworter der Delegierung der Kontrolle der palästinensischen
Bevölkerung an diese selbst. Hinter diese Vorgaben kann Israel
nicht mehr zurück.
Der Besuch Scharons auf dem Haram al-Scharif Ende September im Rahmen
des israelischen Wahlkampfes sollte jedoch die Vorherrschaft der Besatzungsmacht
über die einige israelische Hauptstadt und ihre Dominanz
über die Verhandlungen stärken und wurde so zum Auslöser
eines Aufstandes gegen den Friedensprozess.
Den Palästinensern wurde in den Verhandlungen die Hilflosigkeit
gegenüber ihren Besatzern vor Augen geführt. Seit der Unterzeichnung
des Osloer Abkommens wurde der Siedlungsbau in den 1967 besetzten Gebieten
intensiviert, seit der Amtsübernahme Ehud Baraks noch einmal verdoppelt.
Die Siedlungspolitik ist das Haupthindernis zu einem gerechten Frieden.
Wie schon 1948 soll entlang der Verbreitung der Siedlungen das künftige
israelische Staatsgebiet definiert werden. Sie sollen in der Westbank
zu drei großen Siedlungsblöcken vereint und von Israel annektiert
werden. Das künftige palästinensische Staatsgebiet wäre
danach allein in der Westbank so stark zerteilt, dass so und über
die israelische Kontrolle der Umgehungsstraßen zu den Siedlungen
eine palästinensische Eigenständigkeit pure Illusion wäre.
Und solange das Menschenrecht des israelischen Kampfhubschrauberpiloten
über dem des Palästinensers steht, der gegen seine Unterdrücker
kämpft, ist es eine Lösung des Konflikts ebenfalls.
Peter
Schäfer
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