| Palästina:
Das Soweto Israels
Innerhalb der jetzt
vierwöchigen Intifada fanden bisher 170 Palästinenser den
Tod. Darunter dutzende Kinder von 2 bis 14 Jahren. Die Zahl der Verletzten
ist unbekannt. Bisher starben auch 14 Israelis. Auch das ist eine Folge
der Diplomatie des Freien Westens" und ihres Camp-David-Friedens:
die Palästinenser ließen sich nicht zwingen, Bedingungen
zu akzeptieren, die ihnen nur 22 Prozent des von der UNO vorgesehenen
Teilungsplans von 1948 zugestehen. Der Rest soll für immer von
Israel annektiert bleiben. Das was mir gehört, gehört
mir, über das, was Dir gehört, darüber werden wir einen
Kompromiss abschließen, so charakterisierte der israelische
Friedensaktivist Uri Avnery Baraks Position. Auch das Recht auf Rückkehr
der Flüchtlinge lehnte Barak ab und war zu keiner Entschuldigung
bereit. In der Jerusalemfrage schlugen die USA derart provokative
Teilungspläne der Altstadt vor, dass fassungslos Jasser Abed Rabbo,
der palästinensische Minister für Kultur und Information,
erwiderte: Also gut, aber ich warne Sie. Der Aufruhr, den das
in der gesamten arabischen und muslimischen Welt hervorruft, wird tausendmal
schlimmer sein als die Unruhen nach der Eröffnung des Tunnels unter
der Altstadt von Jerusalem, die Netanjahu 1996 beschlossen hat."
Aber offensichtlich hatten sich alle verkalkuliert - die Intifada ist
kein taktisches Manöver Arafats für Verhandlungen zur Ausrufung
des palästinensischen Staates, sondern eine aus Enttäuschung
und Zorn gewachsene Rebellion in den palästinensischen Homelands.
Bundeskanzler Schröder versicherte Barak in Israel, die Ausrufung
eines palästinensischen Staates zu boykottieren. Der Kanzler folgte
damit Clinton, der zuvor gedroht hatte, die Botschaft der USA von Tel
Aviv nach Jerusalem zu verlegen, falls Arafat konsequent bleiben sollte.
Die Atttitüde von Kolonialherren.
siehe auch Seiten 3, 10 und 11
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