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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 6 / März 2000 - Seite 14
Kurznachrichten (III)
[ Inhalt Nr. 6.]
Kurznachrichten (III)

Deutsche Realitäten (3)
10.2.00 - Mieter eines Plattenbaus in Halle-Neustadt haben den Einzug einer iranischen Familie verhindert. Sie wollen nicht mit Ausländern in einem Haus leben. Die vier Mietparteien drohten mit Auszug und einer Zivilklage gegen die Wohnungsbaugesellschaft. Daraufhin zog das kommunale Unternehmen seine Zusage an die iranische Familie zurück.

Mexiko: Großdemo für Freilassung
11.2.00 - Bei der größten Protestaktion der vergangenen Jahre haben 100000 Menschen in Mexiko-City für die Freilassung von Studenten der Universität UNAM demonstriert. An der Kundgebung nahmen am Mittwochabend Studierende, Gewerkschaftsvertreter und linke Gruppierungen teil. Sie forderten die sofortige Freilassung der inhaftierten 85 Studenten. Nach neun Monaten Streik gegen die Einführung von Studiengebühren hatte die Polizei am Sonntag die Besetzung des Universitätsgeländes gewaltsam beendet. Dabei wurden 745 Studierende festgenommen.

Deutsche Realitäten (4)
11.2.00 - Ein Hausdetektiv, der nach einem Bagatelldiebstahl den Tod des Ladendiebes verursacht hat, kann auf eine mildere Strafe hoffen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob am Donnerstag ein Urteil des Landgerichts Arnsberg auf, das den Detektiv wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren Haft verurteilt hatte. Der tödliche Würgegriff könne als Notwehr bewertet werden, so der BGH.

Südlibanon: Folter unter israelischer Oberhohheit
12.2.00 - Gefangenen des Khiam Internierungszentrums im Südlibanon gelang es, einen Brief über ihre Haftbedingungen herauszuschmuggeln. Das Zentrum wird von der Südlibanesischen Armee und dem israelischen Geheimdienst verwaltet. „Der Brief beschreibt die Leiden der Gefangenen“, meldet das Rehabilationsnetzwerk für Opfer von Gewalttaten und Folter im Nahen Osten und Nordafrika (AMAN-IRCT). „Es ist bekannt, dass die Gefangenen einer barbarischen und systematischen Folter unterworfen werden“, so Dr. Eyad El-Sarraj, Generalsekretär des AMAN-IRCT. „Der Brief beschreibt konkrete Fälle und die fehlende medizinische Versorgung, als Beispiel werden zwei Gefangene genannt, die aufgrund ausbleibender Behandlung vollständig erblindeten“.
In einem Aufruf von AMAN um internationale Unterstützung heißt es weiter: „Es ist eine Schande für die freie Welt, daß sie mit ihrem Schweigen die Tatsache dieses Internierungszentrums leugnet und damit das Leiden der Gefangenen legitimiert. Die Internierten sind keine Kriminellen (...) sondern sie kämpfen für die Freiheit ihrer Heimat von der israelischen Besatzung. Kriminelle sind diejenigen, die dieses Zentrum betreiben, das Land illegal besetzen, die Menschen foltern und langsam sterben lassen. Die Existenz dieses Gefängnisses ist seit Jahren bekannt, aber bis heute ist nichts passiert, was zum Ende der Verbrechen, die dort geschehen, geführt hätte. Keine Entschuldigung ist stark genug, um die Folter und das langsame Sterben in Khiam, wie auch in jedem anderen Gefängnis der Welt, zu legitimieren. AMAN fordert alle Organisationen und Individuen auf, Einfluß auf die verantwortlichen Regierungen auszuüben und konkrete Aktionen zu beginnen, damit die Gefangenen in Khiam entlassen und dieses Zentrum sofort und für immer geschlossen wird“.

Kolumbien: Vertreibungen
14.2.00 - In Kolumbien sind bei der Räumung eines besetzten Geländes drei Kinder durch die Polizei getötet worden. Die Organisation der U'wa teilte mit, 500 Polizisten hätten etwa 450 Indianer von einem Gelände vertrieben, auf dem nach Öl gebohrt werden soll.


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:19
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