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Frankreich:
Kampagne für die Freiheit von Georges Cipriani
Seit
1987 sind die die Mitglieder der französischen Guerilla Action
Directe, Joelle Aubron , Nathalie Ménigon, Jean Marc Rouillan
und Georges Cipriani in Frankreich im Knast. Sie wurden zu mehrmals
lebenslänglich mit 18 Jahren Mindesthaftdauer verurteilt. In mehreren
langen Hungerstreiks kämpften sie für Zusammenlegung und gegen
die Isolationshaft.
Georges Cipriani physischer und psychischer Zustand verschlechterte
sich nach Jahren der Isolation erstmals sichtbar 1993. Damals wurde
er für mehrere Wochen zwangsweise in ein psychiatrisches Krankenhaus
verlegt. Ende Januar fand in Paris eine Pressekonferenz statt, die in
den französischen Medien auf breite Beachtung stieß . Die
Tageszeitung "Libération" veröffentlichte einen
Ausschnitt aus einem Telefonat mit Jean Marc Rouillan und eine Unterschriftenliste
zur Freilassung von Georges Cipriani. Erstunterzeichnern waren v.a.
Persönlichkeiten aus Politik und Kultur.
Aus
dem Telefonmitschnitt: "Es war 1993, zu der Zeit waren wir in
einer Spezialabteilung (...) (Georges) wurde allmählich "total
verwirrt", aber das war nicht gleich klar. Vor allem nachts hatte
er Krisen (...). Damals machten wir gerade eine Hungerstreikkette (...)
Beim Hofgang begann er "verwirrt" zu werden und machte sehr
bizarre Vorschläge, ich dachte dass das am Streik liegt (...).
Ganz plötzlich rastete er völlig aus (...) In der Nacht hatte
er seine Sachen gepackt, er sagte "Ich werde in der Geschäftsstelle
des Gerichtes erwartet."
Georges Cipriani sitzt heute in Ensisheim (nahe Strasbourg) in Strafhaft.
Unter Bedingungen der Haft wird sich sein Zustand nur verschlechtern
können. Er ist haftunfähig und muß freigelassen werden.
Das Kollektiv "Ne laissons pas faire" arbeitet sehr erfolgreich
an der Öffentlichmachung der Situation der Gefangenen aus AD und
der Situation von Georges im besonderen. Sicherlich ist es auch ein
erstes Ergebnis ihrer Arbeit, dass die Forderungen der beiden Frauen,
endlich in einen Knast für Strafgefangene verlegt zu werden, erfüllt
wurden.
Alle
Nachfragen beim Justizministerium bezüglich Georges Ciprianis Situation
blieben bisher unbeantwortet.
Die Frage nach dem Leben der Gefangenen beginnt in Frankreich zu einer
öffentlichen Frage zu werden.
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