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"Wir
werden hungern bis zum Tod"
Hungerstreik in der Abschiebehaft in Köpenick
Seit
8. Februar findet im Abschiebeknast Köpenick bei Berlin ein Hungerstreik
statt. Mindestens 13 Gefangene aus der Türkei und Kurdistan, aus
afrikanischen Ländern, aus Rußland und der Ukraine haben
sich unterschiedlich lange diesem Hungerstreik angeschlossen. Sie protestieren
für ihre sofortige Freilassung aus der Abschiebehaft. "Wir
Kurden werden weiter hungern bis zum Tod", erklärte Turgut
Dogan gegenüber der Antirassistischen Initiative. Insgesamt beteiligen
sich 6 kurdische Gefangene am Hungerstreik.
Zwei
der Hungerstreikenden mußten aufgrund ihres dramatischen Gesundheitszustandes
aus der Abschiebehaft entlassen werden.
Die Hungerstreikenden wurden aus verschiedenen Zellentrakten zusammengelegt,
streng isoliert von allen anderen Häftlingen. Die medizinische
Versorgung der Hungerstreikenden durch den Polizeiärztlichen Dienst
ist entgegen der Aussage eines Beamten nicht gewährleistet. "Wir
werden einmal am Tag gewogen, mehr geschieht nicht", sagte ein
an dem Protest beteiligter Häftling.
Am
23. Februar befand sich auf jeden Fall noch Turgut Dogan im Hungerstreik
und seit mindestens 5 Tagen auch im Durststreik. Turgut Dogan sagt,
daß er auf jeden Fall weitermachen wird. Von den anderen kurdischen
Gefangenen soll niemand mehr im Hungerstreik sein. Als letzter hat Erdal
Topyürek abgebrochen. Er will ausreisen.
Der 17jährige Wladimir Matweizew befindet sich 18 Tagen im Hungerstreik.
Er ist erst 17. Jahre alt! Sergej Gliniakov war in der Zwischenzeit
im Haftkrankenhaus in Moabit und wurde am 21. Feb. wieder nach Köpenick
in den Abschiebeknast gebracht und am 24.2. entlassen.
Ali Quattara hat aus gesundheitlichen Grünen abgebrochen. Alexandr
Ljaschenko und Semjon Bender wurden entlassen. Hüseyin Atalay wurde
am 16.2. abgeschoben. Lukubami Nudjo aus Angola hat sich vor 5 Tagen
dem Hungerstreik angeschlossen. Mamadou Diane aus Guinea-Conacry sollte
abgeschoben werden. Er hat seit 18 Jahren in der BRD gelebt und seinen
Aufenthaltstitel verloren, weil er im letzten Jahr 7 Monate in Guinea
war und aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen nicht rechtzeitig
zurückkommen konnte.
Auch
in der Vergangenheit führten Gefangene aus den Berliner Abschiebegefängnissen
Hungerstreiks durch, um ihre oft ausweglose, bedrohliche Lage in der
Öffentlichkeit bekannt zu machen. Sie greifen zu diesem letzten
Mittel, um gegen Abschiebungen in Ländern, in denen ihnen Krieg,
Hunger Verfolgung und Folter drohen, gegen ihre teils jahrelange Inhaftierung
und für ihre Freilassung zu protestieren.
Für
Rückfragen:
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