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Kurznachrichten
(II)
EU:
Menschenrechte
25.1.00 - Die Zahl der Bürger, die beim Europäischen Gerichtshof
für Menschenrechte Klage einreichen, steigt weiter dramatisch an.
Wie es bei der Vorstellung der Jahresbilanz 1999 hieß, wurden
8400 Eingaben zugelassen. 1998 waren es noch 6000 Klagen. Russland lag
mit 972 zugelassenen Beschwerden an der Spitze. Viele Klagen machten
Angriffe auf die Meinungs- und Religionsfreiheit geltend. Auf Platz
zwei liegt Italien mit 881 Fällen, vor allem wegen unzulässig
langer Prozesse. Dahinter rangieren Frankreich (868), Polen (691), die
Türkei (655) und Deutschland (534). Der Gerichtshof stellte 1999
bei 120 letztinstanzlichen Urteilen eine Menschenrechtsverletzung in
einem der Europarats-Staaten fest. 44 Mal wurde Italien verurteilt,
es folgen die Türkei mit 18 Sanktionen, Frankreich (16), Großbritanien
(12) und Portugal (8). Gegen Deutschland erging seltsamerweise vergangenes
Jahr keine Verurteilung.
Südafrika:
1450 blaue Briefe
5.2.00 - VW-Südafrika 1450 Leute und damit knapp ein Drittel der
Belegschaft des Werkes Uitenhage entlassen, weil sie wegen eines wilden
Streiks und trotz Ultimatums nicht zur Arbeit erschienen waren. Der
Ausstand hatte am 20. Januar wegen Streitigkeiten in der Metallarbeitergewerkschaft
begonnen. Zum harten Kern des Protestes gehören rund 300 Arbeiter.
Firmensprecher Matt Gennrich spricht von 7,5 Millionen Mark täglichem
Umsatzausfall durch den Arbeitskampf. VW hat inzwischen begonnen, neue
Leute einzustellen.
Südafrikas Präsident Thabo Mbeki verurteilte gestern in seinem
Bericht zur Lage der Nation im Parlament den Ausstand. Die illegalen
und ungerechtfertigten Aktionen unverantwortlicher Elemente
könnten nicht geduldet werden. Sie schadeten nicht nur der südafrikanischen
Wirtschaft, sondern auch dem Ansehen des Landes bei Investoren.
Deutsche
Realitäten (1)
8.2.00 - Politische Stiftungen waren in den 70er Jahren aktiv, um kommunistischen
Regierungen in Portugal und Spanien zuverhindern. Die Gefahr eines solchen
Brückenkopfes der UdSSR sei außergewöhnlich
hoch eingestuft worden, sagte der Leiter der Konrad Adenauer Stiftung,
Josef Thesing. Deshalb habe man es als Aufgabe gesehen, alle demokratischen
Kräfte zu unterstützen. Von den 50 Millionen Mark, die
nach Medienberichten in den 70er Jahren aus dem Etat des Bundesnachrichtendienstes
nach Spanien und Portugal flossen, habe die Stiftung allerdings nichts
gewußt. Mehrere Millionen DM des BND leitete die CDU in die eigene
Wahlkampfkasse um.
USA:
Schwarze sollen Geld erhalten
9.2.00 - Fast 80 Jahre nach dem Massaker von Tulsa hat eine US-Kommission
Wiedergutmachungszahlungen vorgeschlagen. 1921 hatten Weisse ein Schwarzen-Viertel
in Tulsa zerstört. Hunderte schwarze Menschen wurden ermordet.
Deutsche
Realitäten (2)
10.2.00 - Die Brandstiftung in einem Lübecker Asylbewerberheim,
durch die im Januar 1996 zehn Menschen ums Leben kamen, beschäftigt
weiter die Justiz. Der Staatsanwaltschaft liegt eine Beschwerde der
Verteidigerin des freigesprochenen Safwan Eid vor, die erneute Ermittlungen
gegen vier Männer aus Grevesmühlen wegen Brandstiftung erreichen
will. Die StA Lübeck stellte ein, weil kein hinreichender Tatverdacht
bestehe.
Brasilien:
Todesschwadrone
10.2.00 - Todesschwadrone haben in den vergangenen zwei Jahren in Brasilien
laut Parlamentarier/innen und Menschenrechtler/innen mehr als 2500 Menschen
umgebracht. In einm Bericht der Gruppe Nationale Bewegung für Menschenrechte
hieß es, Militär- und Zivilpolizei unterstützten die
Todesschwadrone.
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