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Jericho - eine neue Kampagne in den USA
Mumia Abu Jamal
ist wohl zur Zeit der prominenteste der ehemaligen Black Panther-Gefangenen.
Er ist der einzige, der in der Todeszelle sitzt. Neben Mumia warten
nicht nur aktuell mehr als 3.500 Menschen in den Todestrakten auf den
staatlich angeordneten Tod, sondern noch immer sitzen 35 ehemalige Aktivisten
der Black Panther Party (BPP) und ihres bewaffneten Arms, der Black
Liberation Army (BLA), in den Hochsicherheitsknästen der USA. Fast
alle seit mehr als 20 Jahren und mit lebenslänglichen Haftstrafen
überzogen. Anders als in den meisten Ländern Europas, bedeutet
Lebenslang in den USA tatsächlich Knast bis zum Tod. Aktuell demonstriert
die US-Justiz dies an dem zu lebenslanger Haft verurteilten ehemaligen
Panther und BLA-Aktivisten Nuh Washington. Im Dezember 1999 wurde bei
dem mittlerweile 62-jährigen Krebs festgestellt. Im Endstadium,
befanden die Ärzte: Nuh Washington wird das nächste Jahr nicht
mehr erleben. Sämtliche Versuche, eine Haftentlassung aus humanitären
und medizinischen Gründen zu erwirken, scheiterten. Die US-Justiz
vergibt nicht. Vor allem dann nicht, wenn es Schwarze waren, die ihr
einmal den Kampf angesagt hatten. So wird Nuh Washington im Gefängnis
sterben - an Krebs und nach 29 Jahren Haft. Und das aufgrund eines wie
im Falle Mumia ähnlich zweifelhaften Urteils wegen angeblichen
Polizistenmordes aus dem Jahre 1971.
Politische Gefangene
sind auch in den USA ein Fremdwort. Öffentliches Bewußtsein
über ihre Existenz oder gar für ihre Freilassung existiert
nicht. Im letzten Sommer wurden zwar zwölf Kämpfer/innen der
puertoricanischen Unabhängigkeitsbewegung aufgrund des großen
Drucks in Puerto Rico von Präsident Clinton gegen Gewaltverzichtserklärungen
begnadigt, und auch aus dem weißen antiimperialistischen Widerstand
- insbesondere Weather Underground - kamen einige Gefangene nach jahrzehntelanger
Haft unter strengen Auflagen frei, aber die gefangenen Aktivist/innen
der Panthers und BLA, sowie aus dem American Indian Movement sind davon
ausgeschlossen: ihre Haftstrafen lauten lebenslänglich und die
Kampagnen für ihre Freilassung konnten in der Vergangenheit das
öffentliche Schweigen zwar partiell durchbrechen, blieben aber
letztlich erfolglos.
Das neue Netzwerk
Jericho will dies jetzt ändern. Mit Unterschriftenkampagnen,
Demonstrationen und zivilem Ungehorsam soll sich eine breite organisationsübergreifende
Bewegung entwickeln. Die Kampagne entstand 1998 aus einer bundesweiten
Demonstration vor dem Weißen Haus und mittlerweile bildeten sich
in verschiedenen Bundesstaaten Unterstützungskomitees. Ziele sind
eine Amnestie-Bewegung für die Gefangenen, die Sicherstellung ihrer
medizinischen Versorgung und der Aufbau einer Bildungsarbeit zu den
politischen Gefangenen.
Mit dem breiter werdenden Kampf um unsere Freiheit und unserer
Anerkennung als politische Gefangene ist notwendigerweise auch die Auseinandersetzung
über unsere Geschichte als Bewegung verbunden, erklärt
Jalil Muntaqim, Mitinitatior von Jericho. Erhofft wird sich dadurch
nicht zuletzt auch ein Beitrag für zukünftige politische Bewegungen
in den USA.
Jericho National
Organizing Committee
P.O. Box 650
New York, NY 10009
(212) 330 - 9190
http://www.thejerichomovement.com/
e-mail: Jericho99@usa.net
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