Frankreich:
Antifaschisten in Marseille im Knast
Am Donnerstag dem
15.10.99, wurden zwei militante Antifaschisten in Marseille festgenommen
und inhaftiert. Vorgeworfen wird ihnen die Beteiligung an mehreren Anschlägen
in den letzten Jahren. Sie sollen Mitglieder der FTP (francs tireurs
partisans) sein, einer antifaschistischen Gruppe, die seit 1991 den
Kampf gegen den Front National (FN) und seine Machenschaften geführt
hat.
Die FTP hat sich
immer zum radikalen Antifaschismus, mit einer klaren antikapitalistischen
und internationalistischen Sichtweise bekannt. Sie weisen den Betroffenheits-Antifaschismus
von Gruppen wie SOS Racisme zurück, wollen aber keinem
vorschreiben, welche Aktionsformen gewählt werden sollen und den
Kampf auch nicht um seiner selbst Willen führen. Sie betrachten
ihren militanten Antifaschismus als eine mögliche Kampfform unter
vielen, nicht weniger effizient und nicht weniger legitim als andere.
In ihrer Region, hat die Gruppe einen wichtigen Stellenwert erreicht.
Die beiden Antifaschisten
brauchen keine Verherrlichung oder Applaus sondern praktische Solidarität.
Um im Knast überleben zu können, sind sie momentan auf materielle
(insbesondere Geld-) Spenden angewiesen.
Die Antifa Saar, die es übernommen hat, in Deutschland die Situation
der französischen Gefangenen bekanntzumachen, schreibt: Es
ist wichtig auch hier in der BRD für die beiden französischen
Genossen eine möglichst breite Solidarität aufzubauen. Dabei
sollten wir die Grenzen in unseren Köpfen einreißen. Ob in
der BRD, Frankreich, Kurdistan, Peru, oder in Mexiko, wir führen
überall auf der Welt den gleichen Kampf gegen Faschismus und für
ein herrschaftsfreies Leben. Deshalb ist es egal ob GenosInnen in Frankreich
oder hier bei uns kriminalisiert werden - unsere Antwort darauf muß
international sein!
Kontakt: Antifa Saar, c/o Verein für kommunikatives Leben &
Wohnen e.V.
Postfach 103 207, 66032 Saarbrücken
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