| Alfred Marchand
starb in Frankfurt
(KF) Am 9. November
1999 starb Alfred Marchand in Frankfurt im Alter von 92 Jahren. Schon
als Lehrling 1922 gewerkschaftlich und in SPD und KPD aktiv, war er
in seiner Geburtsstadt Erfurt insbesondere in der Erwerbslosenbewegung
tätig. Die Nazis verhafteten ihn 1933 und sperrten ihn in das KZ
Lichtenburg. 1938 konnte er aus Deutschland in das britisch besetzte
Palästina auswandern. Er nahm dort am jüdischen Unabhängigkeitskampf
teil, verließ dann aber 1957 Israel wegen der Politik gegenüber
den Palästinensern. Wieder in Deutschland trat er in die SPD ein,
arbeitete in der Arbeiterwohlfahrt. Streitbar und unkonformistisch stand
er mehrfach vor Partei- und Gewerkschaftsausschluß, zuletzt wenige
Monate vor seinem Tod.
Wir lernten ihn bei antifaschistischen Stadtrundgängen in Frankfurt
kennen und organisierten 1995 gemeinsam eine Kundgebung am preungesheimer
Knast. Trotz dem Versuch der SPD, ihm die Teilnahme zu verbieten (terroristische
Nähe) ließ er sich nicht abhalten. Am 15. November
wurde Alfred Marchand in Frankfurt verbrannt.
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