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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 5 / Januar 2000 - Seite 14
Alfred Marchand starb in Frankfurt
[ Inhalt Nr. 5.]
Alfred Marchand starb in Frankfurt

(KF) Am 9. November 1999 starb Alfred Marchand in Frankfurt im Alter von 92 Jahren. Schon als Lehrling 1922 gewerkschaftlich und in SPD und KPD aktiv, war er in seiner Geburtsstadt Erfurt insbesondere in der Erwerbslosenbewegung tätig. Die Nazis verhafteten ihn 1933 und sperrten ihn in das KZ Lichtenburg. 1938 konnte er aus Deutschland in das britisch besetzte Palästina auswandern. Er nahm dort am jüdischen Unabhängigkeitskampf teil, verließ dann aber 1957 Israel wegen der Politik gegenüber den Palästinensern. Wieder in Deutschland trat er in die SPD ein, arbeitete in der Arbeiterwohlfahrt. Streitbar und unkonformistisch stand er mehrfach vor Partei- und Gewerkschaftsausschluß, zuletzt wenige Monate vor seinem Tod.
Wir lernten ihn bei antifaschistischen Stadtrundgängen in Frankfurt kennen und organisierten 1995 gemeinsam eine Kundgebung am preungesheimer Knast. Trotz dem Versuch der SPD, ihm die Teilnahme zu verbieten („terroristische Nähe“) ließ er sich nicht abhalten. Am 15. November wurde Alfred Marchand in Frankfurt verbrannt.


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