| Strukturreform:
Libertad! im Wandel
Zwei große internationale Meetings prägen die bisherige Geschichte
von Libertad!: Am Anfang stand der Kongreß gegen den Weltwirtschaftsgipfel
1992 in München, in dessen Folge 1993 Libertad! gegründet
wurde; und dann die internationale Arbeitskonferenz Ostern 1999 in Berlin.
Allen in Libertad! Aktiven war klar, daß nach diesen inzwischen
sieben Jahren, die eigene Arbeit einer kritischen Reflektion unterzogen
werden muß. Diese Diskussion bestimmte die Libertad!-Treffen bis
in den Herbst 1999. Gleichzeitig drehte sich auch Monate nach der Konferenz
noch sehr viel um das Ostertreffen. Die Erarbeitung von Protokollen
und Mitschriften, die Auswertung der Arbeitsgruppen usw., Übersetzung
und Versand an die internationalen Teilnehmer/innen, Herausgabe der
so oder so mit den Texten, Reden etc der Konferenz.
Die Grundsatz- und
Strukturdiskussion war mehr als einmal in Gefahr, selbstzerstörerische
Züge anzunehmen. Die Anstrengungen, Fortschritte und kleinen Erfolge
gingen dann unter. Und wenn das auch widersprüchlich ist, dabei
standen einige der Ziele und Ergebnisse dieser Diskussion letztlich
schon vorher fest: Libertad! wird es weitergeben und an den Schwerpunkten
internationale Zusammenarbeit und Solidarität mit den politischen
Gefangenen festhalten. Dazu muß und wird sich Libertad! noch stärker
als bisher darauf konzentrieren, auf internationaler Ebene in gemeinsamen
Projekten der Solidarität zu arbeiten und hier im Land die Zusammenarbeit
mit den verschiedensten Gruppen der Linken zu suchen. Die Diskussion
konzentrierte sich stark auf die zukünftige organisatorische Struktur
von Libertad!. Wir haben drei zentrale Arbeitsbereiche (Kommissionen)
geschaffen: Agitation & Propaganda, Aktion & Bündnis und
als dritten Internationale Zusammenarbeit. Außerdem wurde der
Aufbau von Orts- und Regionalgruppen von Libertad! beschlossen. Das
ist der aktive Kern von Libertad!. Beide Veränderungen sollen gewährleisten,
unsere Vorhaben umsetzen zu können und die Möglichkeit beinhalten,
weitere Mitglieder in die gemeinsame Arbeit integrieren zu können.
Die Ausweitung von Libertad! war zwar schon immer das Ziel, aber wir
mußten lernen, daß es dafür auch die organisatorischen
Voraussetzungen braucht. Mit den Ortgruppen wollen wir eine bessere
Verankerung u.a. in in lokalen Bündnissen erreichen. Libertad!
soll nicht nur überregional bzw. international aktiv sein, sondern
auch vor Ort. Diskussion- und Entscheidungsort sind eine
jährliche Versammlung aller Mitglieder und vierteljährliche
Aktivist/innentreffen. Dort wird auch die Koordination gewählt,
die aus drei Deligierten der Arbeitsbereiche und drei freigewählten
besteht.
Das ist kurzgefaßt
die Strukturreform, der sich Libertad! unterzogen hat. In
den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob sie taugt, Libertad!
auf dem Weg zu einer international wie bundesweit aktiveren und handlungsfähigeren
Solidaritätsorganisation voran zu bringen.
|