USA: 11 puertoricanische
Gefangene in Freiheit
Im September 199 hatte US-Präsident Clinton einigen der politischen
Gefangenen des puertoricanischen Befreiungskampfs bedingte Begnadigung
gegen öffentliche Gewaltverzichtserklärungen angeboten. Nach
langen Diskussionen und politischem Druck von verschiedenster Seiten,
akzeptierten elf Gefangene die staatliche Forderung und entschieden sich
nach zum Teil zwanzig Jahren Haft für die Freiheit. Neun von ihnen,
Elizam Escobar, Dylcia Pagán, Carmen Valentin, Edwin Cortés,
Luis Rosa, Alicia y Lucy Rodriguez, Ricardo Jimenez, Oscar Matos, wurde
in Puerto Rico ein herzlicher Empfang bereitet. Alejandrina Torres und
Alberto Rodriguez blieben in Chicago. Oscar Lopéz und Antonio Camacho
akzeptierten keine bedingte Begnadigung, für sie heißt das
mindestens 25 Jahre Knast. Segarra Palmer und Carlos Torres wurde der
Gnadenakt gar nicht angeboten, da sie laut Sicherheitsdienst zu
gefährlich seien. Der Entschluß der elf Gefangenen, sich
auf Clintons Angebot einzulassen, wurde von Teilen der puertoricanischen
Befreiungsbewegung und Gesellschaft mitgetragen. Luis Falcon, Kongreßabgeordneter
puertoricensischer Herkunft, kündigte eine neue Kampagne für
die noch verbliebenen puertoricanischen politischen Gefangenen an.
Irak: Tote durch
Luftangriffe
Bagdad, 8.12. bis 13.12.99 - US-amerikanische und britische Kampfflugzeuge
wurden im Süden Iraks von Luftabwehrstellungen beschossen. Die
Jets flogen 22 Angriffe. Im Norden Iraks wurden bei Angriffen von alliierten
Bombern zwei Kinder getötet und weitere sechs Menschen verletzt.
Kolumbien: Regierung
bietet Austausch an
Bogotá, 10.12.99 - Die Regierung erklärte sich bereit 500
gefangene Guerilleros im Austausch mit allen Entführungsopfern
der FARC freizulassen. Einen Tag zuvor hatte kolumbianische Militär
einen ranghohen Guerillaführer festgenommen. Kommandant Albeiro
von der FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) sei bei
einer Geheimdienstoperation gefaßt worden, teilte das Militär
mit.
Interkontinentales
Treffen in Brasilien beendet
12.12.99 - In der Amazonasstadt Belém endete das Zweite
Kontinentale Treffen gegen den Neoliberalismus, zu dem die Zapatistische
Nationale Befreiungsarmee (EZLN) und zahlreiche andere soziale Bewegungen
und politische Organisationen eingeladen hatten. 3.000 Teilnehmer/innen
aus 24 Ländern diskutierten eine Woche über Auswirkungen des
Neoliberalismus und Perspektiven des Widerstandes. Die Abschlußerklärung
verurteilte die US-Politik in Lateinamerika: Viele Stimmen richten
sich gegen einen gemeinsamen Feind, der in seiner Arroganz Blockaden,
Interventionen und Aktionen gegen souveräne Staaten wie Kuba, Kolumbien
und Venezuela durchführt. Ein Feind, der Waffen für den Völkermord
an den mexikanischen Indígenas bereitstellt, die Rechte der Arbeiter
unterdrückt und den Bauern das Land enthält. In der
Erklärung von Belém wird zu einem Sternmarsch aufgerufen,
der aus allen Teilen Amerikas nach Cuidad Juárez an der Grenze
zwischen den USA und Mexiko führen soll: Dort, wo der Überfluß
der Reichen von der Armut unseres Kontinents getrennt wird, werden wir
unsere Einheit mit vielen Tausend Menschen unterschiedlicher Nationalität
feiern.
IRA-Mann vorzeitig
entlassen
Belfast,17.12.99 - Padraic Wilson, bekannter Häftling der IRA,
ist vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Er gilt als Gesprächspartner
der Kommission für die Entwaffnung der Untergrundorganisationen
in Nordirland.
|