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So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr. 3 / Februar 1999 -
Seite 9
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Zu
Alan Berkman
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Alan
Berkman hat sich wie viele andere Anfang der 60er Jahre in der studentischen
Antikriegs- und Bürgerrechtsbewegung politisiert.
Nach
seiner Ausbildung an der Columbia Medical School und seiner Approbation zum
Arzt war Alan nicht nur in Solidari-tätskampagnen für die Black-Liberation
und Black-Power-Bewegung, die puertoricanische Unabhängigkeitsbewegung
und für internationale Befreiungskämpfe wie in Südafrika aktiv,
sondern setzte seine medizinischen Kenntnisse auch in den schwarzen Communities
in New York, Alabama und Boston ein (Alan war natürlich nie allein, sondern
immer in politischen Kollektiven aktiv).
Außerdem
besuchte er viele politische Gefangene und deckte als Arzt zahlreiche Menschenrechtsverletzungen
in den US-Knästen auf. Während der Besetzung in Wounded Knee/South
Dakota durch Native Americans 1973 leistete Alan politische und medizinische
Unterstützung. Für seine Weigerung in der Untersuchung einer Grand
Jury gegen das Black-Liberation-Movement auszusagen, wurde er 1982 zu neun
Monaten Gefängnis verurteilt. Nach seiner Freilassung entzog sich Alan
der Anklage, während der Wounded Knee-Besetzung einem von Polizeischüs-sen
Verletzten heimlich medizinische Hilfe geleistet zu haben - er
taucht noch vor dem Prozeß ab.
1985
wurde er vom FBI in Philadelphia verhaftet. Die Anklage lautet: Mitgliedschaft
und Beteiligung an Aktionen des Armed Resistance Movement und des Red Guerilla
Resistance. Noch in der Untersuchungshaft erkrankte Alan an Lymph-knotenkrebs.
Seine gesamte Haftzeit - Alan wurde 1987 wegen Waffenbesitzes, Raubes 1. Grades
und Kautionsbruch zu 12 Jahren Haft verurteilt - war ein ständiger Kampf
gegen unterlassene Hilfeleistung. Denn: Eine adäquate Behandlung wurde
ihm über Jahre verweigert, z.B. mußte er 1988 über ein Jahr
lang, ohne ein einziges Mal an die frische Luft zu kommen, in Totalisolation
verbringen.
1992
kommt Alan Berkman nach langen Kampagnen - er war mittlerweile fast bewegungsunfähig
und todkrank - aus dem Gefängnis. Heute arbeitet Alan wieder als medizinischer
Direktor eines Aids-Hilfsprogramms, vorwiegend für die schwarze Bevölkerung
in New York. Er besucht politische Gefangene, ist in der Kampagne gegen die
Hinrichtung Mumia Abu Jamals aktiv und hält als Arzt und Ex-Gefangener
Vorträge über die medizinische Situation in den US-Gefängnissen.
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