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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 3 / Februar 1999 - Seite 4
Iran: Das Massaker von 1988
[ Inhalt Nr. 3.]


Nach Ende des 8jährigen Iran-Irak-Krieges verschärfte das Regime die Unterdrückungspolitik. Auf Anordnung Khomeini’s wurde eine Kommission ins Leben gerufen, um die Gefängnisse zu „säubern“. Die Gefangenen nannten sie „Todeskommission“. Zwischen Juli und September 1988 wurden alle politischen Gefangenen in allen Gefängnissen des Landes einer erneuten Überprüfung unterzogen. Um zu verhindern, daß die Öffentlichkeit etwas über die Massaker an politischen Gefangenen erfuhr, wurde ein Besuchsverbot für die Angehörigen verhängt. Sport, Ausgang, Arztbesuch etc. wurden untersagt. Nachrichten von Radio und TV durften in den Gefängnissen nicht empfangen werden.

Die meisten bereits verurteilten Gefangenen, wurden in ca. 3 Minuten andauernden Prozessen von der Todeskommission zum Tode verurteilt und sofort hingerichtet. Die wenigen Überlebenden wurden anderweitig - z.B. ausgepeitscht- bestraft und in Einzelhaft gebracht.

Das Ausmaß der Hinrichtungen war so groß, so daß die Henker für die Hinrichtungen keine Schußwaffen einsetzten. Die meisten wurden gehängt. Da die Leichen mit LKW’s transportiert wurden, befürchteten sie, daß wegen der großen Zahl der Hingerichteten, die Bevölkerung das fließende Blut der Gefangenen entdecken und somit ihr Verbrechen ans Tageslicht kommen konnte.

In großen Gefängnissen, vor allem in Teheraner Gefängnissen, soll jeder Hingerichtete laut Augenzeugenberichte nur 15 Minuten am Galgen gewesen sein. Viele auf diese weise Hingerichteten sollen noch am Leben gewesen sein, als die Henker sie von den Galgen herunter holten.


Die Leichen wurden außerhalb der Städte in großen Massengräbern beigesetzt.

Dieses Verbrechen an politischen Gefangenen kam an die Öffentlichkeit, als nach einem heftigen Regen im Südwesten Teheran die Menschen durch die Anwesenheit von zahlreichen Straßenhunden auf das Massengrab aufmerksam wurden.


Bis heute konnte die ganze Dimensionen dieser Verbrechen nicht aufgedeckt werden. Es ist bekannt, daß allein in den Teheraner Gefängnissen ca. 3000 Gefangene zum Tode verurteilt und hingerichtet worden.


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:19
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