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So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr. 3 / Februar 1999 -
Seite 3
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Joan
O'Connor: "Wir lernten den Konflikt zu internationalisieren...
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- Joan O´Connor,
Nationale Koordinatorin und Vertreterin von Sinn Féin im Interview
über Rolle der Gefangenen, internationale Erfahrungen aus Friedens-prozessen
sowie die Problematik konstitutioneller Politik aus Sicht der republikanischen
Bewegung.
Vertreterinnen
und Vertreter der republikanischen P.O.W. (Prisoners of War)-Commitees sind
zur Konferenz in Berlin eingeladen.
Frage: Wieviele
republikanische Gefangene gibt es heute in Irland und in Großbritannien?
Es gibt Gefangene
in Irland, in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten. Eine größere
Zahl ist unter den Bedingungen des Karfreitag-Abkommens entlassen worden.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben wir 24 Gefangene in Südirland,
im Portlaoise-Gefängnis. Von diesen 24 sind 20 gegenwärtig in Untersuchungshaft.
Ungefähr 200 republikanische Gefangene sitzen in Long Kesh, einem Knast
in den sechs Grafschaften, und zwei gefangene Frauen sind im Knast Maghaberry
, also auch in den sechs Grafschaften. Eine von ihnen soll am 19. Dezember
1998 entlassen werden. Die zweite hat einen Entlassungstermin für genau
ein Jahr später, den 19.12.99 gekriegt.
Fünf republikanische
Gefangene sind in England inhaftiert, sie sollen in nächster Zukunft
zurück nach Irland verlegt werden. Dann gibt es fünf republikanische
Gefangene in den Knästen in Amerika und darüber hinaus eine ganze
Anzahl von Leuten, die für viele nicht unmittelbar unter das Thema Gefangene
fallen, die für uns aber trotzdem dazuzählen. Eine ganze Menge von
Leuten sind untergetaucht, gegen sie besteht Haftbefehl, es gibt welche, denen
die Einreise in den Norden verboten ist, und eine ganze Reihe, die nicht zurückkommen
können nach Irland. Wir haben diese Punkte in unseren Verhandlungen mit
den britischen und irischen Regierungen mit eingebracht als eines der Themen,
die wir zusammen mit dem Thema Knast und der Gefangenen gelöst haben
wollen.
Wie stehen
Sie zu dem Vorschlag einer Amnestie, war das ein Vorschlag von ihrer Seite?
Ich habe Schwierigkeiten
mit der Vorstellung einer Amnestie, denn die Definition nach dem Lexikon oder
auch die allgemeine Definition des Begriffes Amnestie ist, daß dir vergeben
wird. Wir suchen aber keine Vergebung, für keinen unserer politischen
Gefangenen, denn wir akzeptieren nicht, daß es irgend etwas gäbe,
wofür ihnen vergeben werden müßte. Was wir versucht haben
zu erreichen und worauf sich dann auch in dem Karfreitagsabkommen geeinigt
wurde, ist ihre bedingungslose Haftentlassung. Es wurde sich darauf geeinigt,
daß sie innerhalb eines Zeitrahmens von zwei Jahren stattfinden soll.
Das bedeutet, daß innerhalb der nächsten zwei Jahre nach der Unterzeichnung
des Abkommens alle politischen Gefangenen entlassen werden müssen.
Das heißt
für euch, daß die Freiheit der Gefangenen kein Verhandlungsgegenstand
war?
Als wir die
Verhandlungen begonnen haben, haben wir einige Kernforderungen festgelegt,
die für uns nicht zur Diskussion standen und keine Verhandlungssache
sind. Zu diesen zentralen Prinzipien gehört auch die Freiheit für
die politischen Gefangenen. Wir gehen in unserer Analyse davon aus, daß
die Gefangenen aufgrund des Konfliktes gefangen sind. Wenn es also den Konflikt
nicht gegeben hätte, wären sie auch nicht im Knast. Daher kann unserer
Meinung nach der ganze Konflikt auch nicht gelöst werden, ohne daß
die Gefangenen rauskommen.
Ist das
eine Analyse, die auch für Gefangene aus Organisationen zutrifft, die
den Verhandlungsprozeß ablehnen? Wie ist deren Situation, z.B. von Gefangenen
der Irish National Liberation Army (INLA), die dem Verhandlungsprozeß
zumindest ablehnend gegenüber standen, gibt es für sie Bedingungen?
Du hast die
INLA als Beispiel erwähnt. Die INLA hat mittlerweile einen Waffenstillstand
erklärt, die sogenannte Real IRA hat ebenfalls einen Waffenstillstand
erklärt, und die Continuity IRA hat das zwar nicht getan, ist aber auch
nicht aktiv. Bei jeder Gruppe, die einen Waffenstillstand erklärt hat,
sind die Gefangenen - wenn sich herausgestellt hat, daß der Waffenstillstand
Bestand hat - dann im Entlas-sungsschema der politischen Gefangenen. Unsere
Position ist, daß alle politischen Gefangenen, das heißt, all
die Gefangenen, die aufgrund des Konfliktes im Knast sind - und das sind republikanische,
loyalistische und britische Gefangene - entlassen werden müssen.
Noch eine
abschließende Frage zu den Gefangenen. Die irischen Gefangenen haben
es ja, als eine der wenigen Gefan-genengruppen, mit Hungerstreiks und anderen
Kampfformen geschafft, ihre Anerkennung als Kriegsgefangene, als politische
Gefangene durchzusetzen. Hat das im Verhandlungsprozeß eine Rolle gespielt?
Ich denke,
dazu müssen zwei Sachen gesagt werden. Das erste ist, daß die Erfahrung
der irischen Gefangenen die war, daß sie nicht gebrochen werden konnten,
und daß die Gefangenen sogar bereit waren, für die Erfüllung
ihrer Ziele zu sterben. Die Opfer, die sie selber und andere gebracht haben,
haben dazu geführt, daß die Gefangenen in den communities, aus
denen sie kamen, immer ein zentrales Thema waren. Die Stärke und die
Entschlossenheit der republikanischen politischen Gefangenen hat wiederholt
in verschiedenen Phasen der Geschichte dafür gesorgt, den Kampf aufrechtzuerhalten.
Beispielsweise wenn die republikanische Bewegung geschwächt war, Hindernisse
zu überwinden hatte oder mit dem Rücken an der Wand stand. Wenn
die Leute gesehen haben, daß die Gefangenen trotz ihrer Bedingungen
- 23 Stunden am Tag unter Verschluß, Schmutzstreik, Deckenstreik, Hungerstreik,
die zwangsweisen Nacktdurchsuchungen, die körperlichen Angriffe - bereit
waren, weiter zu kämpfen, dann hat das den Mut und Kampfgeist auch in
der community aufrechterhalten. Das heißt, man könnte das Thema
der republikanischen Gefangenen fast als etwas bezeichnen, was der republikanischen
Psyche heilig ist.
So war dieses
Thema, auf die Verhandlungen bezogen und auf den Status, wenn du ihn so nennen
willst, nie ein Thema der Kompromisse gewesen, etwas, worüber man bereit
gewesen wäre, zu diskutieren. Ich denke, es ist auch wichtig zu sagen,
daß den Gefangenen selber immer sehr klar und bewußt war, welche
Rolle sie im Friedensprozeß spielen. Sie haben auch sehr deutlich gesagt,
daß sie nicht bereit wären, als Verhandlungsmasse oder als Werkzeuge
benutzt zu werden.
Seit 1995 ist
ein Thema der Verhandlungen die Entwaffnung der IRA gewesen. Dabei war auch
angeboten worden, daß sofort alle Gefangenen freigelassen würden,
wenn eine Entwaffnung stattfände. Wir haben das natürlich zurückgewiesen,
aber so war das formuliert worden. Wir haben ganz deutlich gemacht, daß
die Gefangenen den Friedensprozeß unterstützten, aber daß
sie nicht darin benutzt werden würden. Das ging dann soweit, daß
die Gefangenen gesagt haben, wenn der einzige Weg, um die Gefängnisse
zu öffnen, damit verbunden wäre, Kompromisse an den Zielen der republikanischen
Bewegung zu machen, dann sollten die Knäste geschlossen bleiben.
Wir hatten
eine ähnliche, vergleichbare Situation, in der einzelne Gefangene freigelassen
werden sollten und die britische Regierung von ihnen verlangte, daß
sie Erklärungen unterschreiben und diese Bedingung erfüllen sollten.
Sie verweigerten sich. Die republikanischen Gefangenen sagen sehr klar, daß
sie Teil des Kampfes, Teil des Konfliktes und daher der Konfliktlösung,
daß sie aber nicht bereit sind, Verhandlungsmasse zu sein, wenn es um
die Ziele des Kampfes geht. Und sie sind ebenfalls sehr entschieden, was die
Bedingungen ihrer Entlassung angeht. Es kann nur eine bedingungslose Freilassung
sein, keine Frage der Amnestie oder davon, irgendwelche Erklärungen zu
unterschreiben. Bei diesem Thema wird es keine Kompromisse geben.
Eine weitere
Frage bezüglich der Verhandlungen. Der ANC hat z.B. eine bestimmte Rolle
für den Verhandlungsprozeß gespielt und in Südafrika gab es
ja dann die Wahrheitskommission. Auch im nordirischen Konflikt hat es sehr
viele Verbrechen gegeben: Von Seiten der Polizei, der RUC, auch durch die
Justiz, die von der Aufstandsbekämpfung geprägt war. Gibt es Überlegungen
oder eine Diskussion, diese Verbrechen zu bestrafen? Gibt es eine Art Versöhnungsprojekt
anderer politischer Sektoren außerhalb der republikanischen Bewegung,
eventuell der Sozialdemokraten oder anderen Kräften?
Die Südafrikaner/innen
haben eine sehr wichtige Rolle gespielt und wir halten besonders ihre Erfahrungen
und ihr Wissen, das sie uns mitgebracht haben, für sehr nützlich
und wegweisend. Wir versuchen derzeit gerade, eine ähnliche Art von Hilfestellung
den Bask/innen zu geben. Im Rahmen des Karfreitagsabkommens sind verschiedene
Kommissionen eingerichtet worden, z.B. eine Kommission, die die Rolle und
die Zukunft der RUC, der nordirischen Polizei untersuchen soll, eine Kommission
zu den Strafgerichten und eine Reihe von Kommissionen zum Thema Gleichheit
und Gleichberechtigung. Bisher gibt es keinerlei Vorschläge oder Absichten,
eine Art Wahrheitskommission ins Leben zu rufen, wie es das in Südafrika
gegeben hat, obwohl wir mit unseren Initiativen daraufhin gearbeitet haben.
Es gibt eine Reihe formaler Untersuchungen einzelner Ereignisse, die innerhalb
der Troubles stattgefunden haben, was auch sehr nützlich ist. Aber wir
glauben, das es wichtiger wäre, eine Institution ins Leben zu rufen,
die den generellen Einfluß und die Rolle der staatlichen Sicherheitskräfte
untersuchen würde als einzelne, herausgenommene Ereignisse. Insbesondere
denken wir, daß die Zusammenarbeit zwischen Sicherheitskräften,
Todesschwa-dronen und der sogenannten shoot to kill-Politik, also daß
Verdächtige nicht festgenommen, sondern gezielt erschossen wurden, untersucht
werden muß. Und vergleichbar mit der südafrikanischen Erfahrung
glauben wir, daß es fast unmöglich ist, in der Zukunft voran zu
kommen, wenn man sich nicht auch die Wahrheiten der Vergangenheit anschaut.
Ich habe mir jedoch die Ergebnisse der Wahrheits-und Versöhnungskommission
in Südafrika angesehen, besonders die Spannungen, die entstanden sind
zwischen dem ANC und der Wahrheitskommission, und ich denke, daß es
für diejenigen, die am Kampf beteiligt waren, besondere Schwierigkeiten
mit der Wahrheitskommission gibt.
Du hast
vorhin erwähnt, daß ihr gerade versucht, eure Erfahrungen an die
baskische Unabhängigkeitsbewegung weiterzugeben. In einem Interview mit
einem Sprecher der baskischen Unabhängig-keitsbewegung (erschienen in:so
oder so, Nr. 1, Anm.)hob dieser bezüglich des irischen Friedensprozeß
und seiner Bedeutung für die baskische Frage hervor, daß
es zwar einige Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten gibt. Was ist
Deine Sicht, welches sind die zentralen Erfahrungen, die man festhalten sollte?
Ich denke der
Prozeß der Konfliktlösung in mehreren Ländern hat Ähnlichkeiten,
aber auch riesige Unterschiede. Ich könnte z.B. Parallelen feststellen
zwischen unserer und der südafrikanischen Erfahrung, gleichzeitig glaube
ich aber, daß die der Palästinenser eine ganz andere ist, und damit
meine ich nicht den Kampf, den wir geführt haben, sondern die Verhandlungsprozesse.
Ich denke, zwei der wichtigsten Dinge, die wir aus der südafrikanischen
Erfahrung gelernt haben, waren zum einen, den Konflikt zu internationalisieren
und zum anderen eine intensive Kommunikation mit unserer eigenen Basis. Ich
denke, daß diese beiden Themen auch von entscheidender Bedeutung für
die baskische Bewegung sind. Unsere gemeinsamen Erfahrungen haben uns gezeigt,
daß es ein zentrales Interesse des Imperialismus ist, was in unseren
Ländern passiert, jeweils als interne Auseinandersetzung
darzustellen. Gerade für die baskische Unabhängigkeitsbewegung ist
es wichtig, ihren Konflikt zu internationalisieren und internationalen Druck,
internationales Interesse auf ihre Ziele, die Selbstbestimmung, zu lenken.
Und auch wenn die baskische Bewegung uns weit überlegen gewesen ist,
was interne Kommunikation angeht - bisher -, ist es weiterhin von entscheidender
Bedeutung, daß alle Verhandlungen, an denen sie in Zukunft teilnehmen,
von der Basis getragen werden, daß die Basis darüber informiert
ist und mitbestimmt. Das andere, was wir von den Südafrikaner/innen gelernt
haben, war nicht etwas spezielles politisches, sondern ihr Verhandlungsgeschick.
Für diejenigen von uns, deren Hintergrund nicht unbedingt die parlamentarische
Politik ist, war dieses Lernen sehr hilfreich. Eine weitere wichtige Lektion
der Südafrikaner/innen bestand für uns darin, Bereiche zu identifizieren,
in denen wir zu Kompromissen bereit sind und andere, die Kernprinzipien für
uns verkörpern, in denen wir keine Kompromisse eingehen.
Das Karfreitagsabkommen
und die politische Situation, in der ihr jetzt seid,
ist deiner Meinung nach mehr eine neue Grundlage für die Fortsetzung
des Kampfes und nicht so sehr eine politische Lösung. So gesehen habt
ihr euren strategischen Zielen - Unabhängigkeit, Wiedervereinigung, Sozialismus
- nicht abgeschworen, sondern haltet daran fest. Auch wenn die strategischen
Ziele nicht direkt berührt werden, schafft eine solche politische Dynamik,
die von Verhandlungen und Zugeständnissen geprägt ist, nicht doch
auch ein politisches Klima, das es erschweren kann, einen Kampf für die
strategischen Ziele weiterzuführen....
Erstmal zu
dem Abkommen selber: das Abkommen ist keine Friedenslösung, denn es geht
die Gründe für den Konflikt nicht an, und solange es das nicht tut,
kann es keine Lösung sein. Was es aber macht, ist, einen institutionellen
Rahmen zu schaffen, innerhalb dessen die Gründe für den Konflikt
angegangen werden können. Solange die ursprünglichen Gründe
für den Konflikt nicht angegangen werden, solange wirst du keine Lösung
des Konfliktes erreichen.
Der zweite
Teil deiner Frage bezieht sich auf die Gefahren der konstitutionellen Politik.
Dies ist eine weitere Lektion, die wir von den Südafrikaner/innen lernen
konnten. Wir haben auch andere Befreiungsbewegungen analysiert, von denen
wir denken, daß sie aus dem Grund gescheitert sind, daß sie im
Rahmen solcher Prozesse ihre Fähigkeit zur Mobilisierung verloren haben
und die Fähigkeit zur politischen Bewegung.
Unsere Hauptziele
haben sich nicht verändert und werden sich auch solange nicht verändern,
bis wir sie erreicht haben. Wir sehen uns selbst immer noch als in einem Kampf
befindlich. Die Art und Weise des Kampfes kann sich ändern. Die Gefahr
für jede Befreiungsbewegung liegt darin, den Begriff von Kampf zu verlieren
und sich nur noch in die politische Arena zu begeben. Das ist ein Punkt, wie
wir denken, warum andere Befreiungsbewegungen zusammengebrochen sind. Seit
dem allerersten Tage der Verhandlungen haben wir für uns selbst festgelegt,
daß nur ein bestimmter Bereich, ein Teil unserer Partei am Verhandlungsprozeß
beteiligt sein soll, daß wir nicht unsere gesamte Energie, unsere gesamte
Kraft in diesen Verhandlungsprozeß stecken würden. Wir wollten
auch als eindeutiges politisches Signal an unsere eigene Basis senden, daß
wir nicht denken, daß das einzig Wichtige, was noch stattfindet, die
Verhandlungen wären. Und wir gehen davon aus, daß eine Befreiungsbewegung,
ein Befreiungskampf, wenn er ausschließlich auf Verhandlungen reduziert
ist, zugrunde geht. Daß Konflikte durch Verhandlungen gelöst werden,
ja, aber nicht ausschließlich durch Verhandlungen.
Wir haben für
uns Bereiche wie Demonstrationen, Mobilisierungen, direkte Aktionen für
wichtig erklärt, um unseren Kampf voranzutreiben. Und wo es notwendig
ist, gehen wir auch direkte Konfrontationen mit beiden Staaten ein, besonders
in den Punkten, in denen wir die Geschwindigkeit ihrer sogenannten Reformen
für extrem langsam halten. Was ich versuche zu sagen ist, wenn du den
Begriff von Kampf behältst und Verhandlungen nur als einen Aspekt des
Kampfes begreifst, solange kannst du auch damit deine politischen Ziele erreichen.
Oder als Gegenbeispiel, wenn du alle Eier in einen einzigen Korb legst, wie
z.B. in den Verhandlungskorb, dann wirst du damit untergehen. Das ist es,
was wir von den SüdafrikanerInnen gelernt haben und das ist es, was wir
mit den Bask/innen zu teilen versuchen und was wir weitergeben wollen.
Das Interview
wurde anläßlich einer Veranstaltung mit Joan O´Connor in
Berlin am 13.12.98 aufgenommen.
Im Rahmen
des nordirischen Karfreitagsabkommens drängte die republikanische Bewegung
mit aller Deutlichkeit auf eine schnelle Umsetzung der Vereinbarungen bezüglich
der Gefangenenfrage. Besonders umstritten, und zuerst von London
völlig blockiert, war die jahrelange Forderung nach Verlegung sämtlicher
republikanischer Gefangener auf die irische Insel. Im Verlauf des Jahres 1998
wurde die Mehrzahl der republikanischen politischen Gefangene entlassen oder
aus den Knästen Großbritanniens nach irland verlegt. Der letzte
irisch-republikanische Gefangene in Großbritannien, Nicholas Mullen,
wegen angeblicher Anschlagsplanungen zu 30 Jahren Haft verurteilt, kam vor
wenigen Tagen frei. Sein Urteil wurde aufgehoben, nachdem das oberste britische
Berufungsgericht Ende Januar 1999 Mullens damalige Abschiebung aus Simbabwe
für illegal erklärt hatte. Die übrigen 27 irisch-republikanischen
Gefangenen wurden zwischenzeitlich nach Portlaoise Prison in der Republik
Irland verlegt, die letzten vier im Dezember 1998. Unter ihnen auch Gerry
Hanratty, der mehrere Jahre in Deutschland in Isolationshaft saß. (Stand:
Anfang Februar 1999)
Quelle: Irlandinitiative
Heidelberg. Ihre Website enthält fortlaufende Informationen zum nordirischen
Friedensprozeß in deutscher und englischer Sprache: www.irlandinit-hd.com
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